Wie schädlich ist Gelegenheitsrauchen?
Wie schädlich ist Gelegenheitsrauchen?
Wie schädlich ist Gelegenheitsrauchen?Foto-Quelle: Bild von <a href="https://pixabay.com/de/users/ThorstenF-7677369/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=4144392">Thorsten Frenzel</a> auf ...

Dass Raucher gefährlich leben, weiß eigentlich jeder. Dafür sorgen schon die Schockbilder, die auf jeder Zigarettenschachtel prangen und den Käufer an Risiken wie Lungenkrebs, Herzinfarkte oder Schlaganfälle erinnern. Aber wer ist eigentlich Raucher? Zählt jemand, der hin und wieder in der Mittagspause eine Zigarette bei den Kollegen schnorrt schon als Raucher? Oder wer sich – nur am Wochenende – eine Zigarette zum Bierchen gönnt? Schließlich muss es doch einen Unterschied machen, ob jemand im Durchschnitt eine Schachtel oder eine einzelne Zigarette am Tag raucht. Gelegenheitsraucher fühlen sich relativ sicher. Möglicherweise ist dieses Gefühl allerdings trügerisch, wie einige Untersuchungen zeigen.

Wo liegt die Grenze?

Allgemein nehmen viele Gelegenheitsraucher an, dass sie sich unterhalb der Gefahrengrenze befinden. Schließlich ist für sie das Rauchen keine Sucht, sondern ein Ritual, das sie zu besonderen Anlässen zelebrieren. Vielleicht zünden sie sich nur gemeinsam mit guten Freunden eine Zigarette an. Oder sie drehen nur Samstagabends einen erlesenen Tabak in besonderes Blättchen und genießen jeden Zug. Dieses Hobby lassen sie sich auch einiges kosten, denn sie verwenden nur die besten Blättchen aus dem Spezialshop für Raucherzubehör und naturbelassene Tabaksorten. Das ist doch nichts anderes, als wenn ein Whiskey-Kenner hin und wieder an einem Glas Single Malt nippt, möchte man meinen. Leider ist dem nicht so. Eine sichere Untergrenze für das Rauchen gibt es nicht. Selbst wer weniger als eine Zigarette am Tag raucht, hat schon ein höheres Risiko für verschiedene Erkrankungen.

Statistik gibt zu denken

Eine Studie des National Institute of Health in den USA untersuchte vor einigen Jahren, wie schädlich Gelegenheitsrauchen tatsächlich ist. Dabei kamen sie zu einem beunruhigenden Ergebnis. Wer gelegentlich raucht, aber im Durchschnitt seines gesamten Lebens auf weniger als eine Zigarette am Tag kommt, hat ein deutlich erhöhtes Risiko, verfrüht zu sterben. 64 Prozent sind es – wer im Durchschnitt zehn Zigaretten am Tag geraucht hat, kommt auf 87 Prozent. Dieser Unterschied ist deutlich geringer, als sich das die meisten Gelegenheitsraucher vorstellen. Auch beim Lungenkrebs haben Gelegenheitsraucher bereits ein deutlich erhöhtes Risiko: Sie erkranken rund neunmal so oft wie Nichtraucher. Die schädlichen Bestandteile des Zigarettenrauchs wie Teer, Kohlenmonoxid oder Nitrosamine entfalten ihre Wirkung offensichtlich schon bei einer geringen Dosierung. Die Autoren der Studie rieten daher unabhängig von der Höhe des Tabakkonsums, das Rauchen ganz aufzugeben. Zu ähnlichen Ergebnissen kamen seither auch andere Wissenschaftler. Aus der Sicht der Forschung ist die Frage also eindeutig geklärt.

Genuss gegen Risiko

Aber wie sieht es aus der individuellen Sicht der Gelegenheitsraucher aus? Viele von ihnen dürften erstaunt sein, wie schädlich ihr Zigarettenkonsum tatsächlich ist. Andererseits dürfte ihnen auch vorher schon klar gewesen sein, dass sie ihrer Gesundheit damit keinen Gefallen tun. Im Gegensatz zu Gewohnheitsrauchern sind viele Gelegenheitsraucher nicht abhängig. Was hindert sie also daran, die richtige Entscheidung für ihre Gesundheit zu treffen und sich endgültig vom Tabak zu verabschieden? Vermutlich sind es die selben Gründe aus denen Menschen bei einer Feier zu viel Alkohol trinken oder mehr Fleisch essen, als ihnen gut tut. Der Mensch ist eben kein rationales Wesen und entscheidet sich des öfteren für den kurzfristigen Genuss anstatt für die Vernunft.

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