Leben und Tod im selben Bett
Sonnenuntergang
SonnenuntergangFoto-Quelle: priv.

Wir werden geboren in eine Welt, die wir meist schon kennen, die wir oft im Körper besucht und als Seele verlassen haben. Wir wissen um die Begrenztheit des Lebens, auch wenn wir sie in der ersten Hälfte des Lebens gern verdrängen.

Ich möchte euch sagen, dass es ein Gesetz ist, alles, aber auch alles nur als Gegensatz zu begreifen.
Leben ist immer mit dem Tod verbunden, jeder Anfang hat ein Ende, jede Helligkeit endet im Dunkel und umgekehrt. Wir können nur in einer Welt, die zwei Pole hat, existieren. Ich meine nicht den Nord- und Südpol, ich meine den Gegensatz schlechthin.

Ihr werdet selber erkennen, wenn ihr euer Leben über die Schulter hinweg betrachtet, dass es immer Höhepunkte und absolute Tiefpunkte gab. In allen Leben ist das so, was sich unterscheidet, ist nur die Intensität der Erfahrung. Es gibt lauwarme Leben und solche, in denen man schier verbrennt. Aber immer ist auch da ein Kältepol vorhanden.

Ihr seht, ich rede in Gleichnissen oder Metaphern. Mir wurde das Thema Leben-Tod vorgegeben, und ich versuche, euch die Natürlichkeit dieser Bedingtheit zu erklären.
Alles ist Wechsel. Nur der Wechsel ist beständig.
Wäre es anders, gäbe es nur einen Stillstand, Monotonie, keinen Fortschritt. Es wäre ein Auf-der-Stelle-Treten.

Jetzt befindet ihr euch exakt in diesem Stadium der Menschheitsgeschichte, wo Leben und Tod sich quasi als die Hauptakteure auf der Bühne zeigen.
Eine ernste Mahnung? Ja. Eine Erinnerung – durchaus wichtig, denn ihr verdrängt das eine, putscht das andere auf, meint, 90 Prozent eures Interesses dem Genuss des Lebens hingeben zu müssen und möchtet den Tod leugnen.

Der Tod ist nichts als ein Transit. Ihr kennt diese Transit-Flughäfen, die euch ein Umsteigen in einen anderen Flieger erlauben.
Genau das ist die Funktion des Todes. Ihr steigt um, in ein anderes Fahrzeug, der Körper hat ausgedient, er ist brüchig geworden, hat seine schöne Frische und Prallheit verloren, er gefällt euch selber nicht mehr, und er ist störrisch geworden, euch zu dienen. Deshalb müsst ihr umsteigen, es tut manchmal nicht einmal weh – wenn ihr zufrieden Abschied nehmen könnt, ist der Ausstieg leicht und gar nicht mehr mühselig. Und ihr werdet erstaunt sein, wie leicht ihr euch bewegen könnt, wie schön euer Aufenthalt in der geistigen Welt sein kann.

Ich lebe da.

(Der Autor ist Justine Moreward Haig, er lebte im 20. Jahrhundert in London und erscheint als Hauptfigur in dem Buch von Cyril Scott, Der Eingeweihte. Der Text ist gechannelt.)

ez

4 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Danke Edith, ich teile deine Ansicht!
Ärgerlich ist diese Unmenge von Werbung hier, sie stört das Lesen erheblich.
Einen lieben Gruß
Carlo
wize.life-Nutzer
Die Werbung ist total am falschen Platz, denn zu den NEWS verirrt sich kaum jemand.
Das Thema passt ja in unsere von Corona geprägte Zeit und soll wohl ein wenig Hoffnung machen.
Wie a b s u r d wäre das Leben, wenn es einfach aufhören würde.
wize.life-Nutzer
Ja, wir legen nur den Körper ab und sind ganz in der geistigen Welt, aus der wir auch kamen.
.
wize.life-Nutzer
Du bist einer der wenigen hier, die den Mut haben, das so knapp und überzeugt zu sagen, Carlo.
Ich staune immer, mit wie wenig sich Menschen zufriedengeben können.
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