Sommerzeit = Urlaubszeit ( = Gefahrenzeit ) von Frank Ewert IMC®
Frank Ewert
Frank EwertFoto-Quelle: Sicheres Netz hilft e.V.

Heutzutage ist auch im Urlaub eine Internetfreie Zeit kaum vorstellbar und ein kostenloser Internetzugang im Hotelzimmer, in der Hotellobby oder im Strandbistro fast schon ein Auswahlkriterium um das Urlaubsdomizil ermitteln zu können. Im eigenen Heim.- oder Firmennetz weiß man – oder sollte man zumindest wissen – wer und was sich darin tummelt, in einem fremden Netz können jedoch Gefahren lauern, die man in seiner Urlaubsstimmung gerne übersieht.

Mit einigen wenigen Tipps können diese Gefahren jedoch minimiert werden.

1. Vermeiden von sicherheitsrelevanten Aktivitäten

Will man im Ausland die deutschen Nachrichten verfolgen, Ausflugsziele am Urlaubsort ausfindig machen oder auch nur die Wettervorhersage abrufen, so bestehen hier wenig Risiken. Seiten auf denen persönliche Daten, Bank- oder Kreditkarteninformationen oder andere persönliche Anmeldungen erfolgen sollten gemieden werden.

2. Privaten / gesicherten Browsermodus verwenden

Jede Internetsitzung hinterlässt auf dem genutzten Computer Spuren die ein folgender Nutzer gegebenenfalls auslesen kann. Heutige Browser unterstützen aus diesem Grund spezielle Modi, die diese Informationen nur minimalst ablegen.

Achtung:
Über gewisse Programme und Log-Dateien können aber einige dieser Informationen auch weiterhin protokolliert werden, also weiterhin Obacht halten!

3. Einsatz aktueller Schutzprogramme überprüfen
Wie auch auf dem eigenen Computer sollten auch auf zur Verfügung gestellten Fremdcomputern (Internetcafe, frei zugängliche Computer im Hotel etc.) entsprechende Schutzprogramme wie eine Antivirensoftware und eine Firewall laufen und sich auch auf einem aktuellen Stand befinden. In der Regel lassen sich der Programmstand und auch das Datum der letzten Aktualisierung in einem Info-Fenster abfragen.

4. Autoausfüllen deaktivieren/löschen
Aktuelle Browser bieten das Speichern von Formular.- und Kennwortdaten an was jedoch auch auf privaten Computern schon ein Sicherheitsleck darstellt, aber gerade auf fremden Computern von nachfolgenden Nutzern ausgenutzt werden kann. Sollte man versehentlich die Funktion genutzt haben, so kann man die gespeicherten Daten in der Regel unter den Browser- bzw. Internetoptionen wieder löschen.

5. Melden Sie sich richtig ab!
Haben Sie Ihre Onlineaktionen beendet, dann beenden Sie auch Ihre Computersitzung und melden sich korrekt ab. Eine „offene“ Sitzung lädt andere Nutzer geradezu zum Stöbern ein. Zwar muss nicht jeder kriminelle Absichten hegen, aber möchten Sie wirklich das Fremde wissen auf welchen Seiten sie surfen?

6. Tastaturanschluss prüfen
Für einige wenige Euros können kleine Tastaturadapter gekauft werden welche, zwischen Computer und Tastatur eingesteckt, alle Eingaben aufzeichnen. Diese Aufzeichnungen können später abgespielt oder auch ausgelesen werden.
Da diese Adapter außerhalb des Computers angebracht sind können auch Antiviren-programme diese Spionagehardware nicht erkennen! Ein kurzer Blick auf den Tastaturanschluss kann dies jedoch sichtbar machen!

Wer lieber den eigenen Computer oder das eigene Tablet nutzen möchte kann sich beispielsweise am Urlaubsort eine Prepaid-SIM-Karte mit Datenvolumen kaufen und diese in einem Minimobilrouter einstecken. Diese kostengünstigen Router können meist bis zu acht Geräten per WLAN/WiFi den Internetzugang – per Akku sogar am Strand – ermöglichen.

Zusatztipp:
Lassen Sie dem Antivirenprogramm auf Ihrem heimischen PC nach Ihrer Heimkehr zuerst die Zeit die Virensignaturen zu aktualisieren bevor Sie Onlineaktionen (surfen, Mails checken, Onlinebanking/-shopping) durchführen. Täglich gelangen Tausende von neuen oder auch leicht veränderter Schadprogramme in Umlauf und nach einer mehrtägigen Reise steigt somit die Gefahr sich einen (oder gar mehrerer) dieser, dem eigenen Computer bisher unbekannter, Schädlinge einzufangen!

Das Sichere Netz hilft e.V. wünscht Ihnen eine schöne und sichere Urlaubszeit und steht Ihnen gerne bei Fragen rund um Ihre Sicherheit zur Verfügung!

Frank Ewert
August 2015

Vita
Frank Ewert ist Techniker und EDV-Dozent und zertifizierter Internet Medien Coach®. Seit seiner Ausbildung zum Informationselektroniker in den 80ern ist er der EDV sehr verbunden und gibt sein Wissen als Ausbilder und in unzähligen VHS-Kursen als Dozent weiter. Seine Schwerpunkte liegen neben der Hard.-und Softwareentwicklung im Bereich von IT-Sicherheit und Electronic Banking.

Quelle (Text/Bild):
Frank Ewert

Veröffentlichung durch:
Markus Wortmann M.A.
Sicheres Netz hilft e.V.
www.sicheres-netz-hilft.de

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