Zwangsgebühr für Paket-Retouren gefordert - Was wir zahlen sollen

Im vergangenen Jahr haben die Deutschen schätzungsweise 490 Millionen Artikel, die sie online bestellte hatten, wieder zurückgeschickt. Forscher der Universität Bamberg haben nach Wegen gesucht, um diese Flut einzudämmen. Dazu gehört eine gesetzlich vorgeschriebene Rücksendegebühr.

Für Paketzusteller ist die Retouren-Flut ebenfalls eine Belastung
Für Paketzusteller ist die Retouren-Flut ebenfalls eine BelastungFoto-Quelle: imago images / Sven Simon

Schon mit einer Gebühr von 2,95 Euro pro Sendung könnten etwa 16 Prozent aller Retouren vermieden werden, wie Björn Asdecker, Betriebswirt und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Bamberg in einer Mitteilung erläutert. Das beträfen rund 80 Millionen Artikel.

Paketflut bedeutet Umweltbelastung

Asdecker hatte im August und September 2019 mit der Forschungsgruppe Retourenmanagement 139 deutsche Händler befragt, die ihre Produkte über das Internet verkaufen. Grund für die Analyse ist, dass die Paketflut durch den Online-Handel extrem angestiegen ist, was unter anderem eine Belastung für die Umwelt bedeutet.

Kleine und mittelgroße Händler für Gebühr

"Die Mehrheit der kleinen und mittelgroßen Händler würde gerne eine Rücksendegebühr erheben. Das lässt allerdings der starke Wettbewerb nicht zu", sagt Asdecker. "Große Händler verzichten aus strategischen Gründen bewusst auf eine Gebühr, um Wettbewerbsvorteile aufzubauen. Für diese Unternehmen lohnt sich die kostenlose Rücksendung."

Gebühren könnten Produktpreise senken

Durch eine gesetzliche Verpflichtung würden die gleichen Spielregeln für alle gelten. Die erwarteten Umsatzrückgänge der Händler fielen in einem solchen Szenario deutlich geringer und damit verträglicher aus.

Gebühren für Rücksendungen würden außerdem niedrigere Produktpreise ermöglichen, denn momentan seien die Kosten der Retouren im Preis einkalkuliert. Das sei auch für die Verbraucher gerechter, da momentan die Kosten auf alle umgelegt werden – auch die, die wenig oder gar nichts zurücksenden.

Weitere Maßnahme: Online-Größenberatung

Daneben plädiert die Forschungsgruppe für eine funktionierende Online-Größenberatung und genormte Größen. Speziell die befragten Fashion-Händler versprächen sich viel davon. "Datenanalyse, künstliche Intelligenz und bereits vorhandene Alltagstechnologien wie Handykameras zur Körpervermessung ermöglichen künftig signifikante Einsparpotenziale – sofern die Händler und Kunden die Technologien auch einsetzen", sagt Asdecker.

Forscher fordern genormte Größen

Die Angabe der Kleidergröße seien momentan wenig aussagekräftig. "Hersteller sollten verbindliche, genormte Größenangaben verwenden", so Asdecker. "Das erfordert eine übergeordnete, gegebenenfalls politisch geführte Koordinationsanstrengung, beispielsweise im Rahmen eines Siegels wie dem 'grünen Knopf'."

Einsparpotenzial: 120 Millionen Pakete

Die Forschungsgruppe schätzt, dass durch die Maßnahmen in puncto Kleidergröße bis zu 25 Prozent der Retouren am Gesamtmarkt eingespart werden könnten – immerhin etwa 120 Millionen Pakete.

Als nächstes soll die Akzeptanz der Bevölkerung für derartige Maßnahmen geprüft werden.

Weitere Informationen unter www.retourenforschung.de.


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52 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Und wer hat das wieder gefordert? Sesselfurzer die pünktlich zu Hause sind und nicht daran gedacht haben, wer alles damit sein Lohn verdient und eine Familie ernährt!
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wize.life-Nutzer
...absolut RICHTIG, diese Menschen kommen nicht zum "Luftholen... sollen alles wieder einfach so zurücknehmen---- so wird hoffentlich mal überlegt und auch an diese Personen gedacht..... und die UMWELT wo wir uns Alle sowieso schon "Verseucht haben..... hauptsächlich der MENSCH an allem SCHULD - kann nicht genug bekommen.......!!!!!!??? die die3 Wirtschaftsbosse sowieso.....???
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wize.life-Nutzer
Wenn ich diese Kommentare hier lese, dann wundert es mich nicht, daß unsere Wirtschaft den Bach runter geht. Noch haben wir anscheinend noch nicht genug Freistellungen. Diese Gängelei schadet mehr als sie nützt. Denn an diesem Transportweg hängen viele Job´s und damit das Ein- und Auskommen vieler Familien. Denkt einmal daran, bevor großkotzige Kommentare verbreitet werden.
wize.life-Nutzer
Sie wollen offenbar die negativen Folgen der Rücksendungen, vor allem der Mehrverkehr mit Umweltbelastung, Straßenverstopfung und zusätzlichen Verkehrsunfällen, einfach ignorieren!
wize.life-Nutzer
Hallo Eugen,
was könnte die Alternative zum Versandhandel sein? Sollen wir z.B. eine Öffnungszeit im Einzelhandel vom 0 bis 24 Uhr zu lassen? Es liegt doch immer am Ver- und Gebrauchsverhalten des Käufers! Die Post verwendet in den Städten doch schon E-Auto´s? Was also wäre in Ihren Augen die Alternative?
wize.life-Nutzer
Ich kritisiere nicht den Versandhandel an sich, sondern die kostenlose Rücksendemöglichkeit. Dadurch werden die Leute animiert, weniger ihr Hirn einzuschalten und einfach drauflos zu bestellen. Die vernünftigeren Besteller zahlen schließlich für die Mehrkosten mit.
wize.life-Nutzer
Werter Eugen,
leider Interessieren sich unsere EU-Politiker nicht für die Belange der Verbraucher, sonst hätten sie einmal alle Größen, angefangen bei den Schuhen bis hin zu den Kleidergrößen, harmonisiert. Das ist Arbeit, an die sie sich nicht herantrauen. Ich habe 2 bis 3 unterschiedliche Kleidergrößen, dennoch muß ich mitgehen um die Kleider anzuprobieren, weil sie immer wieder unterschiedlich ausfallen. Wieso?
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wize.life-Nutzer
Auf jeden Fall Rücksendegebühren verordnen. Was da auf der Straße rumgefahren wird ist fast nicht mehr auszuhalten. Ohne Gebühren muss ich als Verbraucher mir keine Gedanke über die Kosten machen und es sind leider sehr viele die aus diesem Grund auf Teufel komm raus bestellen, mit dem Argument:“ kostet ja nichts“.
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wize.life-Nutzer
EINE WIRKLICH GUTE SACHE
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wize.life-Nutzer
Bin ich 1000% dafür, bei viele Versandhäuser wie Klingel, Bader musst du als Kunde Versandgebühren bezahlen wenn du alle Artikel zurück schickst. Es ist wahnsinn was für eine Retourenflut unterwegs ist. Ich hab momentan bis zur 400 Pakete zum Verschicken dadrunter sind mindestens 350 Retourenpakete. Im Schnitt bringt der Retourenkunde bis zu 7 Pakete zu mir. Vergleich letztes Jahr waren es im Schnitt 2 Retourenpakete. Das ist ja nichts alles diese Pakete müssen auf der Post gelagert werden. Wir Postangestellte wissen schon nicht mehr wohin mit dem Zeug, weil die Kunden ja nicht zu hause sind um Ihr Paket entgegen zu nehmen.
wize.life-Nutzer
alles schön und gut, aber wer z.B. auf dem Land wohnt, wo es gar keine Geschäfte und nur schlechte oder keine Zug/Busverbindungen hat, wer krank ist oder was auch immer, der ist auf den Onlinehandel angewiesen. UND LEIDER LEIDER werden viele Artikel in einem falschen Licht aufgenommen, so dass es viel besser aussieht als es in Wahrheit ist. Viele Kleidungsstücke und auch Schuhe fallen größer oder kleiner aus, als die angegebenen Größe. Viele Kleider werden für Fotos zurechtgemacht und sehen in Natura völlig anders aus. Das ist von den Händlern so gemacht und dafür kann man kaum den Käufer bestrafen. Klar gibt es ein paar wenige schwarze Schafe, die auf Teufel komm raus bestellen. Aber müssen dafür wieder mal alle bestraft werden???? Es muss eine andere Lösung gefunden werden und vor allem sollte es den Händlern unter Strafe verboten werden, Gegenstände jedweder Art so darzustellen, dass sie besser/ anders rüberkommen, als sie wirklich sind.
wize.life-Nutzer
Stimmt! Und es fehlt die Angabe der Stoffqualität! Ist es ein Winterhemd, ist es eine Sommerhose? Es gibt doch genormte Angaben in Grannn pro Quadratmeter, die findet man nur sehr selten. Letzt hab ich 2 Wollpullover Herren! bestellt, die warn für Damen geschniit! Soll ich da etwa einen gefütterten BH drunter tragen, nur um die Rücksendung zu vermeiden? Und noch was: Die Händler wollen den Rücksendegrund gar nicht wissen, denn die anzugebenden Gründe sind meistens extrem unzutreffend. So wird das nix mit Paketfluteindämmung...
wize.life-Nutzer
JA UND ? DIESER KAUFGEILE MAINSTREAM - WER SICH DIESE RETOUR-GEBÜHREN NICHT LEISTEN KANN ,IST SOWIESO ZUM SCHEITERN VERURTEILT ! GEIZ-IST-GEIL -,.....ZUM KOTZEN !
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wize.life-Nutzer
Sehr gut. Vor allen Dingen für die kleinen Händler. Das würde die Retouren reduzieren. Auch für die Umwelt und den regionalen Geschäften.
wize.life-Nutzer
BRAVO
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wize.life-Nutzer
Wenn ich Ersatzteile, welche nur im Tausch zu bekomen sind, dann zahle ich drauf.
Da zäumt man wieder das Pferd von hinten auf. Hauptsache man hat eine Studie gemacht. Man sollte erst die Hersteller zwingen, das sie von ihrem, "nicht weiterverwerten Recht", keinen Gebrauch mehr machen. Auch eine vernünftige Größenangabe ist OK. Und dann sollte man weitergehen bevor man dem kleinen Mann wieder ins Portmonaise greift.
wize.life-Nutzer
KLEINER-MANN- DAS TRIFFT ZU ! BESCHÄMEND ! DIESE VERFLUCHTE KAUFHYSTERIE ZUM WAHNSINNIG WERDEN !
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wize.life-Nutzer
..Wenn ..ich etwas Kaufe Bekleidung muss ..ich es sehen ..und Anprobieren..bei anderen Artikeln Kosmetika ..wegen Unverträglichkeit..muss ..ich auf Retour gehen...dieser Kundenservice ....ist Notwendig...das ..ich ein Kostenloses Rückgaberecht habe...so schadet sich der Onlinehandel selber ...
Sehr unklug....
wize.life-Nutzer
Ich denke, dem Onlinehandel schadet ein wenig, aber dem Ortshandel und der Umwelt hilft ennorm, wenn es weniger bestellt und gekauft wird
wize.life-Nutzer
DANN GEHE DIREKT INS GESCHÄFT , GABY JG-DA KANNST DU DIREKT ALLES AN-UND AUSPROBIEREN - DIESE ELENDE BEQUEMLICHKEIT - ZM KOTZEN !
wize.life-Nutzer
Meine Kleidergröße ist leider hier höchst selten verfügbar und wenn, dann in Teenie-Läden. Soll ich da 200 km in die nächste Großstadt muit besserer Auswahl fahren?
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@Peter Walder nicht jeder hat passende Läden in seiner Umgebung. Oder auch die Zeit, viele Stunden in vollen Läden mit unfreundlichen, gestressten Mitarbeitern zu verbringen, und dann doch nichts passendes zu finden. Ich habe zB letztes Frühjahr nach einer Jacke für den nächsten Winter gesucht. Ich habe mehrere Wochen in den lokalen Läden gesucht, bis ich eine einigermaßen brauchbare gefunden habe (Material, Machart), bei der ich dann wenigstens nur die Ärmel kürzen lassen musste. Und ich wohne in einer Universitätsstadt mit 100000 Einwohnern, nicht im Dorf.
wize.life-Nutzer
Als Rentnerin mit Gr. 34 ist das auch kein Vergnügen.
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