FDP-Politiker Jimmy Schulz tot - Großer Kämpfer erliegt Krebsleiden
Jimmy Schulz: Ein großer Kämpfer ist gestorben
Jimmy Schulz: Ein großer Kämpfer ist gestorbenFoto-Quelle: Deutscher Bundestag / Achim Melde

Jimmy Schulz ist tot. Der FDP-Bundestagsabgeordnete aus Oberbayern war an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt. An diesem Montag erlag der 51-jährige Vater von drei Kindern seinem Leiden. Die Trauer ist unendlich. FDP-Chef Christian Lindner kondoliert.

"Unser Freund Jimmy Schulz war ein Netzpolitiker der ersten Stunde und ein großer Freiheitskämpfer", schreibt Linder auf Twitter. "Seinen langen Kampf gegen seine schwere Krankheit hat er jetzt verloren. Wir trauern mit seiner Familie und werden ihn nicht vergessen."

Auch Schulz' Mitarbeiter zeigen sich tief betroffen:

Kurz nach der Bundestagswahl 2017 erfuhr Jimmy Schulz von seiner schweren Erkrankung. Im Juni diesen Jahres machte er diese in einem bewegenden Interview mit dem "Spiegel" öffentlich. Darin sagte der FDP-Politiker wörtlich: "Es ist in Ordnung, dass ich sterbe."

Bauchspeicheldrüsenkrebs besonders aggressiv

Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) gilt als besonders aggressiver Krebs. Die Prognosen sind im Vergleich zu anderen Krebsarten schlecht. Die Überlebenschancen liegen bei zwei Prozent. Schulz sagte dem Nachrichtenmagazin damals: "Zu diesen zwei Prozent gehöre ich nicht."

"Ich bin dankbar für jeden Tag"

Doch der dreifache Familienvater kämpfte. "Ich bin dankbar für jeden Tag", sagte er dem "Spiegel". Er liebe das Leben, so Schulz. "Aber ich habe keine Angst vor dem Tod."

Die Krankheit hatte ihn auch äußerlich verändert. Früher wog er 90 Kilogramm, zum Zeitpunkt des Interviews nur noch 48. Selbst Parteifreunde würden ihn nicht immer auf den ersten Blick erkennen, sagte er.

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Fotoshooting in Aying

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"Schulz geht langsam und leicht gebückt, er hat kaum noch Muskeln. Zum Sitzen braucht er ein Kissen, damit es nicht wehtut" - so beschrieb der "Spiegel" das Interview mit dem Politiker. "Nach der Begrüßung muss er sich die Hände desinfizieren, jede Infektion ist für ihn lebensgefährlich."

Trotz Krankheit weitergearbeitet

Der FDP-Politiker nahm trotzdem weiter per Videoschalte an Sitzungen seiner Fraktion im Bundestag teil, war Vorsitzender im Ausschuss Digitale Agenda.

"Die Ärzte haben gesagt, hören Sie doch mal auf zu arbeiten, machen Sie endlich, was ihnen Spaß macht. Aber Politik macht mir ja Spaß, ich lebe meinen Traum", sagte Schulz.

Nachdem das Interview erschienen war, posteten seine Mitarbeiter auf Facebook: "Wir sind unendlich stolz auf unseren Chef und jeden Tag inspiriert von seinem Mut und seiner Motivation."

Nun leider die traurige Nachricht.

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