Mordfall Lübcke: Hauptverdächtiger bestreitet tödlichen Schuss

Der Hauptverdächtige im Mordfall Lübcke, Stephan E., hat seine Aussage geändert und bestreitet jetzt, den tödlichen Schuss auf den Kasseler Regierungspräsidenten abgegeben zu haben. Das erklärte sein Anwalt Frank Hannig am Mittwoch in Kassel.

Der 65-jährige CDU-Politiker Lübcke war im Juni mit einer tödlichen Schusswunde im Kopf auf der Terrasse seines Wohnhauses in dem Dorf Wolfhagen-Istha gefunden worden.

Neues Geständnis von E. belastet Neonazi Markus H.

Sein Geständnis, alleiniger Täter gewesen zu sein, hatte Stephan E. bereits vor Monaten zurückgezogen. Am Mittwoch folgte sein neues Geständnis in Kassel . Im Anschluss an die Vernehmung durch einen Ermittlungsrichter berichtete sein Anwalt in einer Pressekonferenz über den Inhalt.

Wie "tagesschau.de" berichtet, belastet E. nun den 43-jährigen Neonazi Markus H., an dem Mord direkt beteiligt gewesen zu sein.

Männer wollten Lübcke angeblich nur einschüchtern

Beide seien in der Tatnacht zum Haus von Walter Lübcke gefahren, um den Politiker mit der Waffe einzuschüchtern, nicht um ihn zu töten.

Plötzlich habe sich ein Schuss gelöst

Auf der Terrasse habe es eine verbale Auseinandersetzung mit Lübcke gegeben. Dann habe sich ein "Schuss gelöst", so der Anwalt. Die Tatwaffe soll dabei der Mittäter Markus H. in der Hand gehalten haben.

Zu den Vorwürfen, Markus H. sei am Tatort gewesen und habe geschossen, wollte dessen Anwalt wegen des laufenden Verfahrens keine Stellung nehmen.

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Stephan E. widerruft Geständnis

1 Kommentar

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wize.life-Nutzer
Der Täter versucht den üblichen Trick. Wenn das Gericht nicht nachweisen kann wer denn den tötlichen Schuss abgegeben hat, wird auch keiner wegen Mordes verurteilt. Was nachher bleibt ist maximal Körperverletzung mit Todesfolge.
Dabei wäre hier ein Urteil für einen gemeinsam begangenen Mord richtiger. Dann bekämen beide Lebenslänglich.
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