Passfotos könnten bald nur noch im Amt entstehen

Berlin. Biometrische Passbilder - etwa für den Personalausweis und den Reisepass - könnten in Zukunft nur noch von der zuständigen Behörde gemacht werden. Das sieht ein Gesetzentwurf des Bundesinnenministeriums vor. Grund für die Änderung ist die Gefahr von Manipulationen.

Passfotos könnten bald nur noch im Amt entstehen
Passfotos könnten bald nur noch im Amt entstehenFoto-Quelle: Pixabay

Nach Ansicht des Ministeriums besteht der Bedarf, die Dokumente fälschungssicher zu machen, damit deutsche Staatsangehörige künftig problemlos ins Ausland reisen können, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Deshalb soll das Lichtbild "in Gegenwart eines Mitarbeiters" aufzunehmen sein, wie es im Entwurf heißt.

Anlass für die Neuregelung ist laut Ministerium die Gefahr von Bildmanipulationen durch sogenanntes "Morphing". Bei dieser Art von Fälschung werden mehrere Fotos zum Bild eines einzigen Gesichts "verschmolzen". Personen, deren Gesichtszüge in diesem Bild enthalten sind, könnten den Pass möglicherweise auch nutzen.

Handelsverbände fürchten hohe Verluste

Kritik am Gesetzentwurf kommt von Interessenvertretern, die hohe Umsatzeinbrüche fürchten. In einem Brief wandten sich deshalb die Vorstände des Handelsverbands Deutschland (HDE) und des Bundesverbands Technik des Einzelhandels (BVT) am Montag an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU).

"Da die Fotohändler mit der Erstellung der Passbilder nicht nur den höchsten Deckungsbeitrag erzielen, sondern dieser Service auch maßgeblich für Kundenfrequenz in den Geschäften sorgt, würde dieser Plan Millionenumsätze im Handel vernichten", heißt es in dem Schreiben laut "dpa".

Neuregelung könnte 2022 in Kraft treten

Bis Ende des Monats haben betroffene Verbände Zeit, sich zu dem Vorhaben zu äußern. Sollte die Regierung das Gesetz danach beschließen und das Parlament ihm in den kommenden Monaten zustimmen, könnte die Neuregelung nach einer einer Übergangszeit von zwei Jahren im Sommer 2022 in Kraft treten.

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4 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Ist Morphing nicht nur dann ein Problem, wenn man das Gesicht digital auswerten will? Ein normaler Polizeibeamter wird doch wohl erkennen ob das Bild echt ist oder nicht, oder?
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wize.life-Nutzer
Finde ich absolut gut. Bei mir in Brasilien werden nicht nur Pässe und Identitätsausweise sondern auch Führerscheine mit behördlich erstellten Fotos an die Bürger abgegeben. Brasilien hat damit den Fälschungen von behödlichen Dokumenten ein Riegel vorgeschoben.
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wize.life-Nutzer
Hallo Leute
Wäre man 2015 ebenfalls so genai gewesen, hätte man sich manches ersparen können.
Leider wieder mal ein Beweis:
Beim eigenen Volk nimmt man es ganz genau (sind ja auch alles Gauner)
Bei Gästen nimmt man es nicht so ganz genau (deshalb auch die Schwierigkeiten bei der Ausweisung )
Gruß
Karl-Heinz
der alte Sack
wize.life-Nutzer
Du kannst doch die armen bedrohten Menschen nicht ausweisen nur weil sie ihre Papiere verloren haben und nicht mehr wissen wann und wo sie gebohren sind. Die haben keine gefälschten Fotos im Pass, die gingen doch auch verloren auf der Flucht. Gefälschte Fotos haben nur wir kriminellen Deutsche. Mir persönlich ist vollkommen egal wer mich Ablichtet. Meinetwegen kann mich der Innenminister selbst malen. Falsche Papiere wird es immer geben, die gibt es aber nicht im Passamt. Vielleicht sollte man das mal unseren Luftpumpen sagen.
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