Häusliche Gewalt: Mit einem Codewort können Frauen Hilfe holen

Angesichts der anhaltenden Quarantäne wächst die Sorge, dass auch häusliche Gewalt zunehmen könnte. Meist richtet sie sich gegen Frauen und Kinder. In manchen Ländern gibt es bereits ein Codewort, mit dem Frauen bei Apothekern auf ihre Misere aufmerksam machen – das könnte auch in Deutschland Schule machen.

Häusliche Gewalt nimmt in Quarantäne-Zeiten zu
Häusliche Gewalt nimmt in Quarantäne-Zeiten zuFoto-Quelle: pixabay

In China sind die Notrufe wegen häuslicher Gewalt während der Coronavirus-Quarantäne auf das Dreifache angestiegen. Wenngleich Menschen hier auch für Sport und Spaziergänge noch erlaubt sind, warnen unter anderem Frauennotrufe und das Bundesfamilienministerium vor einer starken Zunahme.

Codewort für Apothekenbesuche

In Frankreich schnellten laut Polizei die Zahlen schon acht Tage nach Beginn der Quarantäne nach oben – gleichzeitig nahmen die Notruf-Zahlen ab. Wie passt das zusammen? Eine Rolle spielt wohl, dass der Peiniger nun ebenfalls ständig zu Hause ist. Deswegen startete die Staatssekretärin für die Gleichstellung der Geschlechter, Marlène Schiappa, Ende März ein Codewort-Offensive: Wenn Frauen in Apotheken "masque 19", übersetzt "Maske19" sagen, seien sie von häuslicher Gewalt betroffen, die Apotheken sollen die Polizei informieren. Sie wurden entsprechend informiert.

Die Aktion machte offenbar in Spanien bereits Schule, wo der Code entsprechend "máscara 19" lautet.

"Maske19" in Deutschland?

In Deutschland könnte "Maske 19" ebenfalls als Code verwendet werden – wobei es bisher keine offizielle Kampagne gibt. Familienministerin Franziska Giffey verweist in einer Pressemitteilung auf das Hilfetelefon gegen Gewalt von Frauen (Tel. 08000/116 016 oder www.hilfetelefon.de), das rund um die Uhr besetzt ist.

Zudem könnten derzeit leerstehende Hotels für Frauen, die vor Gewalt fliehen, geöffnet werden, falls Frauenhäuser zu voll sind. Der Bund stelle den Ländern mehr Mittel bereit.

1 Kommentar

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wize.life-Nutzer
1974 hab ich die ersten Schläge von meinem Ehemann bekommen.., ich war da schon schwanger..., auf offener Strasse Ohrfeigen....., als meine Tochter 1975 zur Welt kam, war ich nicht nur seelisch sondern auch körperlich geschunden..., mir half damals niemand... - mir hat auch später niemand geholfen... - meine Mutter meinte damals: das ist doch nicht so schlimm.., das kriegst doch wieder in die Reihe....., und und und....
ich finde es toll, dass es wenigstens dieses Hilfetelefon heute gibt - was hätte ich damals darum gegeben, um Hilfe bitten zu können.

Deshalb danke und super.... Frau Giffey
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