Corona-Regeln: Was zu Ostern erlaubt ist - und was nicht

Gesundheitsminister Jens Spahn hat Lockerungen bei den Ausgangsbeschränkungen für die Zeit nach Ostern in Aussicht gestellt, ohne Details zu nennen. Doch kleinere Anpassungen und Lockerungen gibt es in einigen Bundesländern bereits jetzt zu den Feiertagen.

Allein oder mit der Familie spazieren zu gehen - das ist trotz Corona an Ost ...
Allein oder mit der Familie spazieren zu gehen - das ist trotz Corona an Ostern erlaubtFoto-Quelle: Pixabay

Grundsätzlich gilt nach wie vor: Bis zum 19. April wollen Bund und Länder an den Corona-Regelungen festhalten. Am Dienstag nach Ostern will das Corona-Kabinett aber besprechen, ob und wo Lockerungen künftig möglich sind, am Mittwoch folgt eine Abstimmungsrunde mit den Ländern.

Positiv stimmt Politiker und Experten, dass sich Covid-19 langsamer verbreitet.

Ungeachtet dessen haben einige Bundesländer bereits manche Regeln leicht gelockert. Hier der Überblick, was zu Ostern erlaubt ist und was nicht - zunächst bei den Ländern mit Änderungen.

Mecklenburg-Vorpommern

Noch rechtzeitig am Donnerstag hat das Oberverwaltungsgericht Greifswald am Donnerstag überraschend das von der Landesregierung verfügte österliche Reiseverbot auf Ostseeinseln und weitere beliebte Ausflugsziele für die heimische Bevölkerung gekippt. Somit sind nun Tagesausflüge zu den Inseln, zur Küste und in die Seenplatte erlaubt. Nicht berührt davon ist das Einreiseverbot für Touristen aus anderen Bundesländern. Ansonsten gilt in S-H:

Treffen: Familienangehörige der Kernfamilie dürfen sich treffen – somit Ehepartner, eingetragene Lebenspartner, Lebensgefährten, Kinder, Eltern und Großeltern, auch über Landesgrenzen dürfen sie anreisen. Im öffentlichen Raum gilt das Kontaktverbot für mehr als zwei Personen (außer sie leben zusammen). Ausflüge sind (nun in ganz Schleswig-Holstein) erlaubt.

Schleswig-Holstein

Treffen: Am weitesten geht bei der Lockerung der Kontaktbeschränkungen wohl das nördlichste Bundesland – in der Darlegung der Regierung handelt es sich lediglich um eine Präzisierung: Nach der überarbeiteten Verordnung dürfen sich jetzt bis zu zehn Familienangehörige treffen - auch wenn sie nicht in einem gemeinsamen Haushalt leben. Dazu gehören Ehepartner, eingetragene Lebenspartner, Lebensgefährten, Geschiedenen, Geschwistern sowie Verwandte in gerader Linie wie Großeltern und Enkel. Erlaubt ist auch, dass die Verwandten nach Schleswig-Holstein einreisen. Dabei müsse der Mindestabstand von 1,50 Meter von Mensch zu Menschen eingehalten werden, heißt es. Doch das ist in der Wohnung schwer nicht zu kontrollieren. Ausnahmen: Die Kreise Nordfriesland und Ostholstein erlauben generell keinen Besuch auf den Inseln und Halligen. Und: Gesundheitsminister Heiner Garg appelliert, auf die Zusammenkünfte freiwillig zu verzichten.

Ausflüge: Innerhalb von Schleswig-Holstein sind Tagesausflüge ("keine Tagesreisen") erlaubt – nicht aber auf die Inseln, Halligen und Warften (außer Nordstrand). Achtung Wassersportler: Ausflüge nach Dänemark sind auch auf dem Wasserweg verboten, die Seegrenze darf nicht übertreten werden.

Niedersachsen

Treffen: Niedersachsen hat in der Karwoche das strikte Besuchsverbot von Menschen, die nicht zum eigenen Haushalt gehören, gelockert. Seit Mittwoch ist der entsprechende Zusatz getilgt, es bleibt die schwammigere Regel: Kontakte zu anderen Menschen, die nicht zum eigenen Hausstand gehören, sind auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Was heißt das? Der Krisenstab sei zu dem Schluss gekommen, dass es ungerecht sei, eine Grenze bei zum Beispiel zwei Kindern zu setzen, die über Ostern zu Besuch kommen. Daher setze man "auf die Einsicht in das rechte Maß", erläuterte Leiterin der Gesundheitsabteilung im Sozialministerium, Claudia Schröder. Dazu gilt der Appell, auf Großelternbesuch zu verzichten.

Ausflüge: Tagesausflüge sind unter Einhaltung der bundesweiten Zwei-Personen-Kontaktregel grundsätzlich erlaubt. Einige Landkreise sind für Touristen allerdings gesperrt, weshalb ratsam ist, die Zugänglichkeit des avisierten Zieles zuvor zu prüfen. Das Ansteuern der Zweitwohnung zu touristischen Zwecken ist verboten. Im Harz gilt: Ziele in Sachsen-Anhalt sind verboten. Auch Ostsee-Inseln sind tabu.

Bayern

In Bayern hat sich offiziell nichts geändert, in der Handhabung gibt es eine kleine Anpassung: Inzwischen ist von oberster Stelle (Innenminister) erlaubt worden, auf Bänken oder Picknickdecken im Freien bei Einhaltung der Abstandsregeln die Sonne zu genießen und ein Buch zu lesen. Zuvor hatte die Polizei dies bisweilen unterbunden, da das Bewegungsgebot galt. Ansonsten ist nach wie vor gültig:

Treffen: Egal ob drinnen oder draußen: Man darf sich nur in Begleitung der Mitbewohner bewegen. Wohnt die Familie woanders, ist ein Besuch tabu. Ausnahmen gelten, wenn man sich um hilfsbedürftige Menschen kümmert, dazu zählt auch das Einkaufen für Ältere. Zudem dürfen Kinder getrennt lebender Eltern beide Elternteile besuchen.

Ausflüge: Nach draußen darf nur, wer einen triftigen Grund wie Arztbesuch und Einkaufen hat – oder wer spazieren gehen und Sport machen will. Regionale Eingrenzungen gibt es nicht. Allerdings appelliert Innenminister Joachim Herrmann, nicht an beliebte Ausflugsorte zu fahren und nicht in die Berge zu gehen (auch wegen Verletzungsgefahr und Gefährdung der Bergwacht) – hier sind Parkplätze teilweise gesperrt.

Die Regelungen in den weiteren Bundesländern im Überblick (alphabetisch)


Für alle Länder gilt: Zu Dritten müssen 1,5 Meter Abstand im öffentlichen Raum gewahrt werden. Ausnahmen bei Ausgangsbeschränkungen und Kontaktregeln gelten grundsätzlich für die Begleitung Sterbender und Beerdigungen in engstem Familienkreis.

Baden-Württemberg

Treffen: Wenngleich Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) appelliert, auf einen Besuch bei Verwandten oder Freunden zu verzichten, sind Besuche in Maßen erlaubt: Außerhalb des öffentlichen Raums sind Treffen von bis zu fünf Personen gestattet. Ausnahmen gelten für Menschen, die zusammenleben oder in gerader Linie miteinander verwandt sind wie Eltern, Kinder, Großeltern.

Ausflüge: Spazieren, Radfahren, Motorradfahren, Sonnen – alles ist erlaubt, solange die Kontaktregeln eingehalten werden. Die besagen, dass man abseits von Familie und Mitbewohnern maximal zu zweit unterwegs sein darf. Von Ausflügen in beliebte Regionen wird allerdings abgeraten, da Menschenansammlungen befürchtet werden. Teilweise sind Parkplätze gesperrt oder verkleinert worden.

Berlin/Brandenburg

Treffen: Zu Hause darf kein Besuch empfangen werden. Wohnt die Familie woanders, gibt es kein gemeinsames Ostern. Ausnahmen gelten allein für Lebensgefährten und hilfsbedürftige Menschen, um die man sich kümmert. Sie dürfen aufgesucht werden. Zudem dürfen Kinder getrennt lebender Eltern beide Elternteile besuchen. Im offenen Raum ist die Begleitung einer zweiten Person sowie der Mitbewohner erlaubt.

Ausflüge: Gegen einen Spaziergang mit der besten Freundin ist insofern nichts einzuwenden. Auch sportliche Aktivitäten wie Wandern oder Radfahren sind bei Wahrung des Abstands erlaubt. Ausflüge sind generell nicht verboten, doch es wird appelliert, darauf zu verzichten. Langes Verweilen an einem Platz ist verboten, stattdessen ist Bewegung angesagt. In Berlin dürfen Ostereier im Park versteckt werden – bei Wahrung der Abstandsregeln. In Brandenburg wird gebeten, davon abzusehen. Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin hatte vorübergehend die Tore geschlossen – mit Karfreitag fällt das Einreiseverbot für Touristen. Trotzdem wird gebeten, von Ausflügen abzusehen.

Hansestädte Bremen und Hamburg

Treffen: Es gelten an sich die bundesweiten Kontaktregeln, nach denen mehr als zwei Menschen Zeit außerhalb verbringen dürfen, außer sie leben im selben Haushalt. Zu Hause darf es Familienfeiern geben, zu denen Partner, Kinder, Eltern und Großeltern auch über Landesgrenzen einreisen dürfen. In Bremen sind Treffen im Hausinneren nach einem Bericht von "butenunbinnen" auch unter Freunden nicht ausgeschlossen. Die Formel "auf ein absolut nötiges Minimum reduzieren" ist dehnbar. Gleichzeitig gelten Appelle, Treffen gut abzuwägen.

Ausflüge: Nach den bundesweiten Kontaktregeln sind Ausflüge erlaubt, Übernachtungen sind nicht.

NRW/Rheinland-Pfalz

Treffen: In den eigenen vier Wänden sind Kontakte zu Menschen, die nicht zum Haushalt gehören, auch hier auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren – womit Treffen mit Familie oder engen Freunden per se nicht verboten sind, aber auch nicht erwünscht. Im öffentlichen Raum gilt die Zwei-Personen-Regel.

Ausflüge: Die Reise zur privaten Ferienwohnung ist erlaubt. Die Bürger sind aber angehalten, auf touristische Reisen zu verzichten – auch ins Ausland: Die Grenzen in die Niederlande und nach Belgien sind noch offen.

Saarland

Treffen: Menschen, die nicht zum eigenen Hausstand gehören, dürfen nicht besucht oder empfangen werden. Ausnahmen gelten nur für Lebenspartner (oder Handwerker für dringende Reparaturen).

Ausflüge: Die Wohnung verlassen darf man nur mit triftigem Grund, zu dem auch Sport, Bewegung und - kurios - Motorradfahren gehören. Unternehmungen draußen dürfen maximal zu zweit geschehen – oder mit Menschen aus dem eigenen Haushalt. Reisen ins Saarland ohne triftigen Grund sind verboten, und auch hinaus.

Sachsen

Treffen: Über die Bundesregelung hinaus dürfen im Freistaat keine Verwandten zu Hause oder am Zweitwohnsitz empfangen werden. Ausnahmen gelten für Lebenspartner. Im öffentlichen Raum ist nur der Ausgang mit Mitbewohnern gestattet – eine Gruppe darf maximal aus fünf Menschen bestehen.

Ausflüge: Das Verlassen des Hauses ohne triftigen Grund ist untersagt. Zu triftigen Gründen gehören auch Sport und Sparziergänge, allerdings keine Motorradtouren. Zudem sollen die Betätigungen im Umfeld des Wohnbereichs stattfinden. Ausflüge in die weitere Umgebung sind verboten. Zur weiteren Umgebung gehört auch bereits die Sächsische Schweiz oder das Erzgebirge von Dresden aus – außer es gibt eine Zweitwohnung dort.

Sachsen-Anhalt

Treffen: In den eigenen vier Wänden darf sich die Familie treffen, auch wenn diese aus einem anderen Bundesland anreist. Größere Familienfeiern sollen allerdings vermieden werden. Außerhalb der Wohnung gilt die Zwei-Personen-Kontaktregelung.

Ausflüge: Touristische Ausflüge sind in Sachsen-Anhalt verboten, auch die Fahrt zum Zweitsitz. Weiter sind die Bürger angehalten, sich auf Radtouren oder Spaziergänge (maximal mit den Mitbewohnern oder einer weiteren Person) in naher Umgebung zu beschränken, wobei kein fester Radius festgelegt wird. Verboten sind weiter Picknick und Grillen in der Öffentlichkeit – egal mit wie vielen Menschen.

Thüringen

Kontakt: Es gelten die bundesweiten Regelungen ohne weitere Einschränkungen: Kontakte zu anderen außerhalb des Haushaltes sind auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Damit sind gegenseitige Besuche nicht per se verboten (nur Besuche im Seniorenheim), aber auch nicht erwünscht. Im öffentlichen Raum darf man sich zu zweit bewegen und darüber hinaus mit Angehörigen des Haushalts.

Ausflüge: Ausflüge sind unter Einhaltung der Kontaktregeln erlaubt, auch die Nutzung des Zweitwohnsitzes.

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