Auf der Flucht
Flucht
FluchtFoto-Quelle: tagesschau.de

Es gibt unzählige Gründe, warum man auf der Flucht sein kann und mindestens ebenso Viele, die Flüchtlinge verurteilen, weil sie sich erdreisten, aus dem eigenen Land zu verschwinden, weil sie mit Tod, Folter und anderen Unannehmlichkeiten rechnen müssten. Langsames Verhungern ist ja auch nicht so toll, weil die Infrastruktur aufgrund von Krieg und Unruhen nicht mehr existiert Ganz schön dreist, was sich da Einige erlauben, indem sie die Schuld für Alles Denjenigen zuschieben, die für eigene Unzulänglichkeiten nun einmal gar nichts können.

Aber es gibt auch andere Gründe für Flucht aus dem eigenen Land und Diejenigen, die am Lautesten schreien, sind interessanterweise auch Dieselben, die dem eigenen Land den Rücken kehren. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob diese Flucht kurzfristig oder auf Dauer ausgelegt wird. Am Beliebtesten ist wohl die Flucht vor dem Wetter, denn auch Urlaub ist eine Art Flucht. Gleich danach folgen Flucht aus wirtschaftlichen und Steuergründen, oder im Schlimmsten Fall Flucht vor der Justiz im eigenen Land.

Interessant, dass diese Art von Flucht weniger verurteilt wird als Flucht vor ernst zunehmenden Katastrophen - zumindest, wenn es um eigene Leute geht. Sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge sind ja ein absolutes NoGo in unserer Gesellschaft. Soll doch Jeder selbst erst einmal ein Wirtschaftswunder auf die Beine stellen auf dem sich Deutschland seit Jahrzehnten ausruht und der Meinung ist, dass niemand vom großen Kuchen naschen darf. Einerseits verständlich, denn insgeheim weiß jeder, dass dieser Kuchen real schon lange nicht mehr existiert.

Dumm ist nur, dass der Deutsche nach wie vor in der Welt "den starken Mann" spielen will und alle schon aufgrund der angeblichen Wirtschaftsleistung eine deutsche Führungsrolle in allen Belangen anerkennen müsste. Besonders Europa hat nach der Pfeife Deutschlands zu tanzen, doch ein deutsches Europa wird nicht gebraucht und ist auch nicht erwünscht. Und es hat schon eine gewisse Tragik, dass die Vorteile eines europäischen Deutschlands nicht einmal wahrgenommen werden. Deutschland hat sich zum Rosinenpicker entwickelt und praktiziert damit genau das, was Volk und Verantwortliche Anderen vorwerfen.

Wenn ein Deutscher auf die Kanaren zieht, weil die Mehrwertsteuer nur 7% beträgt (ehemals 4%), so ist das in Ordnung. Wenn aber ein Bulgare mehr als 250 € im Monat verdienen will und deshalb nach Deutschlang geht, weil der Verdienst höher ist, gilt das schon fast als Staatsverbrechen. Dabei ist es ein Versagen des Staates, keine entsprechenden Normen festzulegen.

Wer in Spanien bspw. über kein nachweisbares Einkommen verfügt, das über dem Mindestsatz von 6000 € jährlich liegt und eine Krankenversicherung vorweisen kann, muss das Land wieder verlassen und die Aufenthaltsgenehmigung wird entzogen. Damit ist man möglicherweise auch eine Art Wirtschaftsflüchtling, weil man finanzielle Vorteile nutzt, muss aber dennoch die erforderlichen Voraussetzungen mitbringen.

Aber auch da gibt es deutsche Anarchisten, die sich die Rosinen rauspicken, illegal im Land sind, weil sie sich weigern, sich regulär anzumelden, sich zu integrieren und nur zu gerne die Vorteile des deutschen Sozialsystems nutzen, obwohl sie keine Kosten tragen müssen, die dem deutschen Standard entsprechen. Durchschnittliche Mieten zwischen 200 € und 400 € oder Stromkosten von etwa 50 € alle zwei Monate wird man in Deutschland nicht finden. Also klare Wirtschaftsflüchtlinge.

Wären das Einzelfälle, würde ich es gar nicht erwähnen, aber es SIND nun einmal keine Einzelfälle. Es sind Viele, die beide Systeme ausnutzen, andererseits aber gegen Flüchtlinge in Deutschland hetzen und alles Fremde ablehnen. Und auch sie leben in einer Art Parallelgesellschaft - integrationsunwillig und offenbar risikofreudig, denn die Möglichkeit abgeschoben zu werden, ist hoch - auch als EU Bürger.

Es kann Jeder seine Ansichten vertreten, aber mit zweierlei Maß messen ist ein NoGo - und besonders, wenn man selbst im Glashaus sitzt, sollten die Steine bleiben wo sie sind...

4 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Du weißt doch, dass es für Deutsche einen Unterschied macht, ob ein Deutscher etwas macht oder ein Bürger eines anderen Landes

Kennst du nicht den Satz "aber das ist doch was gaaaaaanz anderes" wenn man z.B schreibt, dass schon Millionen von Deutschen aus politischen, religiösen und wirtschaftlichen Gründen geflüchtet und ausgewandert sind in den letzen 200 Jahren
wize.life-Nutzer
Natürlich ist das etwas gaaaanz Anderes Aber irgendwie sehe ich das nicht ein.
wize.life-Nutzer
Ich auch nicht
wize.life-Nutzer
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