Broken-Heart-Syndrom: Frau (60) isst zuviel Wasabi - und bekommt enorme Herzprobleme

Die Symptome ähneln denen eines Infarkts: Das Herz krampft sich zusammen, Betroffene haben Schmerzen in der Brust und leiden an Luftnot.

Ursache für ein Broken-Heart-Syndrom sind aber nicht etwa verschlossene Blutgefäße wie beim Herzinfarkt. Sondern Stresshormone, die den Körper überschwemmen, ausgelöst durch extreme Emotionen oder physischen Stress.

Grün und scharf: Eine Frau hat Wasabi mit Avocado verwechselt und eine große ...
Grün und scharf: Eine Frau hat Wasabi mit Avocado verwechselt und eine große Menge der Paste gegessen. Daraufhin entwickelte sie ein Broken-Heart-Syndrom.Foto-Quelle: Pixabay

Große Schärfe kann zu Herzproblemen führen

Auch große Schärfe kann zu einer solchen Pumpfunktionsstörung des Herzmuskels führen, wie israelische Wissenschaftler jetzt erstmals am Fall einer 60 Jahre alten Frau zeigen, deren Fall sie im Fachmagazin „BMJ Case Report“ beschreiben.

Die Frau entwickelte bei einer Hochzeitsfeier Symptome, die denen eines Herzinfarkts ähneln - nachdem sie versehentlich eine große Menge scharfen Wasabis gegessen hatte, in der Annahme, es handele sich um Avocadocreme.

Sie spürte einen Druck auf der Brust und in den Armen, fühlte sich unwohl und ging zum Arzt.

Für die Mediziner war der Fall klar: Wegen der enormen Schärfe und großen Menge an Wasabi, auch japanischer Meerrettich genannt, hatte die Frau eine Tako-Tsubo-Kardiomyopathie erlitten, also ein Broken-Heart-Syndrom.

Vier Wochen lang war ihr Herz geschwächt, pumpte zu wenig Blut in ihren Körper. Sie bekam Medikamente wie Betablocker und ACE-Hemmer, war zur Behandlung in einer Reha.

Nach gut einem Monat war sie wieder gesund.

Wasabi ist gesund - in Maßen

Der Fall ändere nichts daran, dass Wasabi gesund ist, betonen die Wissenschaftler in ihrer Studie. Es sei gut für die Nerven, habe eine antioxidative Wirkung, könne möglicherweise vor Krebs schützen.

Die Frau habe schlichtweg einfach zu viel davon gegessen.

Erstmals konnte dadurch gezeigt werden, dass auch Schärfe zu einem Broken-Heart-Syndrom führen kann, schreiben die Mediziner in ihrer Untersuchung.

Liebeskummer führt zu "gebrochenem Herzen"

Andere Ursachen dafür können etwas Liebeskummer oder andere Formen schwerer seelischer Trauer sein. Das kann nicht nur zu Problemen mit dem Herzen führen, sondern womöglich auch das Risiko für Krebserkrankungen erhöhen.

Hinweise darauf haben jetzt Schweizer Forscher gefunden.

Nach einer aktuellen Studie des Universitätsspitals Zürich (USZ) ist einer von sechs Menschen, die am Broken-Heart-Syndrom leiden, auch an Krebs erkrankt. Die Forscher um den Kardiologen Christian Templin sehen darin einen Zusammenhang.

Brustkrebs besonders häufig

Die häufigste Krebsart, die entdeckt wurde, ist Brustkrebs, gefolgt von Tumoren im Magen-Darm-Trakt, in den Atemwegen, an den inneren Geschlechtsorgangen und an der Haut oder anderen Bereichen, wie das Gesundheitsportal „www.medinside.ch“. Betroffene haben zudem eine geringere Wahrscheinlichkeit als andere Krebspatienten, fünf Jahre nach dem Auftreten der Krankheit zu überleben.

Broken-Heart-Syndrom führt zu Luftnot und Brustschmerzen

Bei dem Syndrom des gebrochenen Herzens, auch Takotsubo-Syndrom genannt, kommt es zu einer Pumpfunktionsstörung des Herzmuskels. Besonders häufig tritt die Erkrankung bei Frauen nach der Menopause auf. Sie kann wenige Wochen genauso wie Monate andauern.
Für die Studie werteten die Mediziner Daten von 1604 am Syndrom erkrankten Menschen aus dem von Templin aufgebauten Internationalen Takotsubo-Register aus. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im „Journal of the American Heart Association“.

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Öfter physische Auslöser

267 Patienten der Patienten waren demnach an Krebs erkrankt – ihr Durchschnittsalter liegt bei 69,5 Jahren, 87,6 Prozent sind weiblich. Die Krebspatienten waren im Schnitt älter als die anderen Erkrankten, und sie wiesen den Angaben zufolge häufiger physische als emotionale Auslöser für das Broken-Heart-Syndrom auf als Patienten ohne Krebserkrankung. Zu den physischen Auslösern zählen beispielsweise medizinische Eingriffe oder physische Traumata.

Patienten sollten auf Tumore gescannt werden

Die Fachleute empfehlen, Patienten mit dem Syndrom des gebrochenen Herzens auch auf eine Krebserkrankung hin zu untersuchen.

Weiter seien noch weitere Forschungen nötig, um die Verbindung zwischen Krebs und dem Syndrom besser zu verstehen.

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