Neue Demenz-Studie: Stark salzhaltige Kost schädigt das Gehirn dauerhaft

Der hohe Salzkonsum in den westlichen Industrienationen erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nicht nur das: In Studien zeigten sich auch demenzartige Folgen. Eine neue Untersuchung mit Mäusen deutet darauf hin, dass die Folgen anders als bisher angenommen bleibend sind.

Zu viel Salz ist ungesund - auch Demenz wird gefördert
Zu viel Salz ist ungesund - auch Demenz wird gefördertFoto-Quelle: Bruno Glätsch/pixabay

Mäuse, die auf eine extrem salzhaltige Kost gesetzt werden, erkranken nach einigen Wochen an einer Demenz. Bisher wurde angenommen, dass dies auf Durchblutungsstörungen zurückzuführen und somit reversibel ist. Eine neue Studie, die im Fachblatt "Nature" veröffentlicht wurde, führt die Demenz allerdings auf eine wohl irreversible Schädigung der so genannten Tau-Proteine zurück, wie das "aerzteblatt.de" berichtet.

Kennzeichen für Alzheimer und andere Formen der Demenz

Tau-Proteine sind ein Bestandteil des so genannten Zytoskeletts von Nervenzellen im Gehirn, das für die Zellstabilität und -form verantwortlich ist. Bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson verändert sich das Protein, es kommt zu Ablagerungen, das Eiweiß wird funktionsunfähig. Unklar ist allerdings, was Ursache und was Wirkung ist.

Forscher hielten Schäden früher für reversibel

Anfang 2018 einem Jahr zeigten Forscher um Costantino Iadecola vom Weill Cornell Medicine College in New York in einer Studie, dass sich bei Mäusen unter einer Hochsalzdiät, die das 8- bis 16-fache der normalen Zufuhr vorsah, binnen 8 Wochen der Blutfluss um 20 bis 30 Prozent verringert. Mit den Durchblutungsstörungen förderten demenzähnliche Symptome zutage: Die Mäuse hatten zunehmend Probleme, Objekte zu erkennen oder ihr Nest zu bauen.

Die Forscher gingen damals davon aus, dass bei einer Salzreduktion die Schäden wieder aufgehoben würden, offenbar allerdings ohne dies zu testen.

Schäden offenbar bleibend

Den aktuellen Ergebnissen zufolge hinterlässt die Hochsalzdiät im Gehirn bleibende Schäden: In den Nervenzellen kam es zu einer übermäßigen Phosphorylierung der Tau-Proteine, wodurch das Zytoskelett geschädigt wurde.

Schäden hängen durchaus mit Durchblutungsstörung zusammen

Nähere Untersuchungen ergaben "aerzteblatt.de" zufolge, dass diese wohl bleibenden Schäden mit der Durchblutungsstörung zusammenhängen: Das viele Salz stört die Bildung von Stickoxiden in der Innenauskleidung der Zellen. Dadurch sei nicht nur die Elastik der Blutgefäße gestört: Stickstoffoxide seien im Gehirn offenbar auch wichtig für den Erhalt der Nervenzellen.

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4 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Komisch ich habe ein so gutes Gedächtnis und kenne Viele mit scharfem Denken und Behalten. Dabei essen ich und diese Menschen sehr salzhaltig.
wize.life-Nutzer
wize.life-Nutzer Ab wann ist es denn zu viel Salz und was meinst du bei dir mit sehr salzhaltig? Meinst du eher viel Fleisch (und Käse), viel Fast-Food oder doch eher Fertigprodukte?
wize.life-Nutzer
Ich esse sehr gerne geräucherten Fisch, Sardellenpaste,Matjes, dann Oiven, Kapern und Eingelegtes, aber auch Brezeln, salzstangen, gesalzene Erdnüsse. bin mit Salz aufgewachsen. Das Meerwasser was ich Jahrzehnte täglich im Sommer geschluckt hab könnte scheinbar Demenz auslösen.
wize.life-Nutzer
wize.life-Nutzer Es gibt Verzehrempfehlungen für Salz. Kannst ja mal schauen ob du da weit drüber liegst. Wenn du z. B. viel Sport machst ist Salz weniger schlimm als wenn du den ganzen Tag auf dem Sofa sitzt.
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