Expertin warnt: Bei Frauen wird Diabetes oft zu spät entdeckt

Bei Frauen wird Diabetes später entdeckt als bei Männern – deshalb macht die Krankheit ihnen auch öfter zu schaffen, obwohl Männer häufig zuckerkrank sind. Grund für dieses Missverhältnis ist nach Angaben einer Expertin, dass sich die Diagnostik den Bedürfnissen von Männern orientiert.

Frauen werden bei Diabetes-Diagnose und Therapie benachteiligt
Frauen werden bei Diabetes-Diagnose und Therapie benachteiligtFoto-Quelle: Myriam Zilles / pixabay

Zur ersten Diabetes-Diagnose nehmen Ärzte den Nüchtern-Blutzuckerwert am Morgen, wie Julia Szendrösi, Diabetologin an der Universitätsklinik Düsseldorf, in der Zeitschrift Diabetes Ratgeber erläutert. Bei Frauen, die bereits Diabetes haben, sei dieser Wert allerdings noch normal. Anders als bei Männern steige er erst nach dem Essen deutlich an.

Gefahr von Folgekrankheiten wächst

Sie rät insbesondere Frauen, die ein erhöhtes Diabetes-Risiko haben, selbst auf ihren Blutzucker zu und erste mögliche Anzeichen der Krankheit achten, wie "rp-online" berichtet.

Durch die späte Entdeckung steige die Gefahr von Folgekrankheiten - dazu zählen Sehstörungen und Nierenschädigungen bis hin zu Schlaganfall und Herzinfarkt.

Medikamente verursachen bei Frauen stärkere Nebenwirkungen

Szendrödi kritisiert zudem, dass Diabetes bei Frauen so behandelt werde wie bei Männern. Das sei allerdings problematisch, weil entsprechende Medikamente bei Frauen häufiger Nebenwirkungen verursachen.

Betroffenen Frauen sollten deshalb unbedingt mit dem Arzt über solche Probleme sprechen: Oft helfe bereits, die Dosis zu verringern oder das Medikament zu wechseln.

Das sind mögliche Merkmale:

  • häufiger Harndrang
  • plötzliche Gewichtszunahme genauso wie ungewollter Gewichtsverlust
  • starkes Durstgefühl
  • juckende Haut
  • Leistungsminderung, Müdigkeit

Das sind Diabetes-Risikofaktoren

Risikopatientinnen für Diabetes sind beispielsweise Frauen, die selbst Schwangerschaftsdiabetes hatten oder Verwandte mit Diabetes Typ 2 haben. Weitere Risikofaktoren (unabhängig vom Geschlecht): Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und Bluthochdruck.

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