Hund leckt Besitzer übers Gesicht - wenig später ist er tot

Für Hundebesitzer gibt es nichts Schöneres: Wenn der Vierbeiner vor Freude an Herrchen oder Frauchen hochspringt - und mit der Zunge über deren Gesicht leckt. Für den Hund ein Zeichen von Zuneigung. Doch für Menschen kann diese Liebesbekundung auch gefährlich sein. Im Fall eines 63 Jahre alten Mannes aus Bremen führte der "Hundekuss" gar zum Tod.

Hund leckt Besitzer übers Gesicht - wenig später ist er tot
Hund leckt Besitzer übers Gesicht - wenig später ist er totFoto-Quelle: Pixabay (Symbolbild)

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Bakterien im Speichel des Hundes hatten bei ihm eine schwere Infektion ausgelöst. Trotz umfangreicher Behandlung auf der Intensivstation habe sich sein Zustand zunehmend verschlechtert, berichten die behandelnden Ärzte jetzt im Fachmagazin "European Journal of Case Reports in Internal Medicine". 16 Tage später starb er demnach an multiplem Organversagen.

Ausgelöst hatte die tödliche Erkrankung das Bakterium "Capnocytophaga canimorsus", das vom Hund auf den bis dahin gesunden Mann übertragen worden war.

Im Video:

Bakterien im Speichel: Mann stirbt nach Hundeschmatzer


Ein solcher Fall und ein solch dramatischer Verlauf sei äußerst selten, so die Ärzte. Wenn überhaupt, werde das Bakterium, das in den in den Mundhöhlen von Hunden und Katzen vorkommen kann, zumeist durch einen Biss auf Menschen übertragen.

Der 63-Jährige aus Norddeutschland war von seinem Hund - ein anderes Haustier besaß er nicht - aber nicht gebissen, sondern nur Wochen zuvor mit der Zunge abgeleckt worden.

Sein Zustand verschlechterte sich rapide

Bei ihm hatte die Erkrankung vergleichsweise harmlos begonnen: Er litt an Fieber und zunehmender Atemnot. Es kamen Einblutungen in seinem Gesicht und an seinen Armen dazu.

Im Roten Kreuz Krankenhaus in Bremen diagnostizierten die Ärzte eine schwere Blutvergiftung, einen Nierenschaden und Leberversagen.


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Binnen 30 Stunden habe sich der Zustand des Mannes rapide verschlechtert, berichten die Ärzte: Er erlitt einen Herzstillstand. Zwar konnte er wiederbelebt werden, doch das Gewebe in seinem Körper starb ab. Schließlich erlitt er eine schwere Hirnschädigung.

Das raten Ärzte den Besitzern von Haustieren

16 Tage nachdem die ärztliche Behandlung im Krankenhaus begonnen hatte, starb der Hundebesitzer.

Auch wenn eine solche durch das Bakterium Capnocytophaga canimorsus ausgelöste Erkrankung extrem selten ist, raten die Bremer Ärzte: "Besitzer von Haustieren sollten selbst bei banalen grippeähnlichen Symptomen unbedingt einen Arzt aufsuchen, wenn die Symptome einen ungewöhnlichen Verlauf nehmen."

1 Kommentar

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wize.life-Nutzer
Ich stelle mir immer vor, daß Tiere beim "Gassi gehen" an allem herumschnuppern. Auch an Dreck und Scheiße. Da wimmelt es von Bakterien. Hinterher wird mit dem Tier geschmust, Erwachsene und Kinder lassen sich ablecken. Pfui Teufel.
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