Gesund und fit altern - Ernährung, Bewegung, Familie entscheidend

Das Alter macht sich oft durch Wehwehchen wie diese bemerkbar: Die Gelenke werden steifer, die Puste geht schneller aus, die Kraft auch. Statt sich darüber zu grämen, sollte man dies als Weckruf sehen - um aktiv zu werden. Denn man kann einiges dafür tun, um im Alter möglichst fit, mobil und selbstständig zu bleiben.

Besser spät mit Sport anfangen als nie
Besser spät mit Sport anfangen als nieFoto-Quelle: jd-photodesign - Fotolia

Erste Anzeichen des Alterns seien "ein perfekter Anlass für Vorsorge", schreibt das Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber" in seiner aktuellen Ausgabe.

Um möglichst gesund und fit zu bleiben, dafür könne jeder selbst sehr viel tun. Indem man ein paar Tipps beherzige.

Zugegeben: Diese Tipps sind vielfach bekannt. Doch es hilft, sie sich wieder einmal bewusst zu machen. Vor allem zu Beginn des neuen Jahres, wenn man energiegeladen und optimistisch seine Vorsätze für 2020 angehen mag.

Mehr Bewegung

Alternsforscher kommen immer wieder zu dem Ergebnis: Bewegung ist das A und O für ein gesundes Leben im Alter. Regelmäßige Bewegung schützt Herz und Gefäße, ist gut für Ausdauer und Gelenke.

Selbst wer keine Lust auf Sport hat - oder aufgrund von Krankheiten und körperlichen Einschränkungen keinen mehr treiben kann - hat die Möglichkeit, mehr Schwung in sein Leben zu bringen. Durch regelmäßige Spaziergänge etwa. Selbst geringe Aktivitäten helfen.


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Manchmal hilft es, den inneren Schweinehund auszutricksen: Etwa, indem man für kürzere Wege auf das Auto verzichtet und stattdessen läuft oder das Rad nimmt. Statt des Aufzugs die Treppe. Im Bus kann man eine Haltestelle früher aussteigen und den Rest des Weges zu Fuß zurücklegen. In der Arbeitspause einmal um den Block gehen.

Ganz klein anfangen

Um nicht sofort entmutigt zu werden, hilft diese banale Wahrheit: Selbst kleine Schritte können einen großen Unterschied machen.

Wer sich lange nicht mehr bewegt oder Sport getrieben hat, bei dem braucht es eben erstmal eine Weile, um in Schwung und in Routine zu kommen. Der wird nicht aus dem Stand 10 Kilometer laufen. Der schafft vielleicht erstmal nur einige wenige Minuten auf dem Rad. Das ist völlig normal.

Das Allerwichtigste ist: Überhaupt anzufangen.

Vielleicht erstmal nur mit einer einzigen Kniebeuge. Denn eine Kniebeuge am Tag ist immer noch besser als GAR keine. Klingt bocksimpel. Und ist es auch.

Das steckt hinter dem so einfachen wie überzeugenden Konzept des amerikanischen Motivationstrainers Stephen Guise. Der rät dazu, erstmal nur eine Liegestütze zu machen, eine einzige. Und sich mit der Zeit dem eigenen Tempo gemäß zu steigern.

Die Methode gilt natürlich nicht nur für Liegestütze - sondern jede Form von Bewegung. Erstmal nur für ein Stockwerk die Treppe zu nehmen, ist besser, als den gesamten Weg mit dem Aufzug zu fahren. Eine Minute auf dem Trimmrad ist gesünder als eine Minute auf dem Sofa. Aus einer Minute können dann ja, irgendwann, gerne mehr werden.

Soziale Kontakte

"Einsamkeit ist Gift für Körper und Seele", schreiben die Experten im "Senioren Ratgeber". Wichtig sei es, Menschen in seinem Leben zu haben, auf die man sich verlassen kann. Freunde, Familie. Es müssen gar nicht viele sein. Hauptsache, man kann auf sie bauen.

Ein Schritt aus der Einsamkeit können auch Besuchsdienste sein, die etwa das Deutsche Rote Kreuz (DRK) anbietet. Dabei kommen ehrenamtliche Mitarbeiter auf Wunsch zu Menschen, die nur wenige Kontakte haben. Gehen zusammen spazieren, unterhalten sich, helfen bei kleinen Problemen im Alltag.

Das ist natürlich auch umgekehrt ein guter Weg, um unter Leute zu kommen: Senioren können ihrerseits beim Besuchsdienst mitmachen.

Ehrenamtliches Engagement ist überhaupt eine gute Möglichkeit, um mobil und agil zu bleiben. Nicht ohne Grund gilt es als "Liebling der Altersforschung". Eine sinnvolle Aufgabe zu haben, fördere nicht nur die Lebensqualität, heißt es im "Senioren Ratgeber", sondern rege auch den Kopf an "und bringt Senioren raus".

Ernährung

Durch die richtige Ernährung lassen sich "Alterungsprozesse positiv beeinflussen", davon ist Ernährungswissenschaftler und Alternsforscher Luigi Fontana überzeugt. Der Professor an der Universität Sydney rät zu kalorienreduzierter Ernährung, die sich positiv auf Stoffwechsel und Blutwerte auswirke und das Risiko für Schlaganfall oder Herzkrankheiten minimiere.

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Vorsorge

Für viele Menschen ist es jetzt, zu Anfang des neuen Jahres, ein schönes Ritual: Den neuen, noch blitzblanken Kalender für 2020 mit wichtigen Terminen zu füllen. Dabei sollten Ältere die Vorsorge nicht vergessen, so der "Senioren Ratgeber" und rät dabei vor allem daran zu denken: Impfungen, Ohren-Check, Sehtest.

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20 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Nicht nur eine gesunde Lebensweise, sondern als Christ berufe ich mich auch auf Psalm 92,15: "Und wenn sie auch alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein...". Besuchsdienste gibt es übrigens auch bei Kirchengemeinden.
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Tanzen fordert den ganzen Körper und das Gehirn
In diesem Sinne happy quick quick slow...
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Frauen ab 60Ein den Knien,
mal im Kreuz,
mal im Kopf

Gelesen auf / in einer Geburtstagskarte bei einer Bekannten zum 60. Geburtstag.
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wize.life-Nutzer
Das Problem ist nur, ich hab das mir der Bewegung und dem Sport reduziert bekommen von den Doktors, ich hätte übertrieben. Und was soll ich sagen, so gemütlich macht richtig Spaß. Und älter fühl ich mich auch nicht als vorher, nur schmerzfreier und weniger unter Druck von wegen " du musst".
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wize.life-Nutzer
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne...
wie geht es weiter, von wem ist es, wie heisst es?
vorab danke für den hinweis.
wize.life-Nutzer
Ist von Herrmann Hesse und Du kannst die Zeilen in dem Gedicht "Stufen" finden!
wize.life-Nutzer
Stufen
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, *
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden,
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
wize.life-Nutzer
das mit dem 'Vogel, den man einholen kann, statt der Liebe...' gefällt mir gut.
wize.life-Nutzer
Danke!
an Heidi Woods!
Hier wurde ein Kommentar durch den Ersteller entfernt.
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Michael Achtzehnhundertachtundvierzig, gern geschehen.
Das Gedicht gefällt mir selber sehr gut!
wize.life-Nutzer
klasse!
...und danke!
wize.life-Nutzer
Zitate von Hermann Hesse
"Man muß das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen."
Hermann Hesse


"Man braucht vor niemand Angst zu haben. Wenn man jemanden fürchtet, dann kommt es daher, daß man diesem Jemand Macht über sich eingeräumt hat."
Hermann Hesse, Demian


"Man hat nur Angst, wenn man mit sich selber nicht einig ist."
Hermann Hesse, Demian


"Recht als wolle es ihn mit der Nase darauf stoßen, hatte sein Glück ihm diese prächtige Figur in seinen Weg gestellt, daß er sich an sie halte. Aber der Mensch ist zu nichts schwerer zu bringen als zu seinem Glück."
Hermann Hesse, Der Weltverbesserer


"Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es in jedem Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht."
Hermann Hesse, Das Glasperlenspiel


"Die Welt zu durchschauen, sie zu verachten, mag großer Denker Sache sein. Mir aber liegt einzig daran, die Welt lieben zu können, sie und mich und alle Wesen mit Liebe und Bewunderung und Ehrfurcht betrachten zu können."
Hermann Hesse
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Nochmal Zitate

Heim kommt man nie. Aber wo befreundete Wege zusammenlaufen, da sieht die ganze Welt für eine Stunde wie Heimat aus. «
Hermann Hesse, Demian. Die Geschichte einer Jugend (1919)
»Die meisten Menschen sind wie ein fallendes Blatt, das weht und dreht sich durch die Luft, und schwankt, und taumelt zu Boden. Andre aber, wenige, sind wie Sterne, die gehen eine feste Bahn, kein Wind erreicht sie, in sich selber haben sie ihr Gesetz und ihre Bahn.«
Hermann Hesse, Siddharta (1922)
»Es ist nicht unsere Aufgabe, einander näherzukommen, sowenig wie Sonne und Mond zueinanderkommen oder Meer und Land. Wir zwei, lieber Freund, sind Sonne und Mond, sind Meer und Land. Unser Ziel ist nicht, ineinander überzugehen, sondern einander zu erkennen und einer im andern das sehen und ehren zu lernen, was er ist: des andern Gegenstück und Ergänzung.«
Hermann Hesse, Narziß und Goldmund (1930)
»Du sollst dich auch gar nicht nach einer vollkommenen Lehre sehnen, Freund, sondern nach Vervollkommnung deiner selbst. Die Ganzheit ist in dir, nicht in den Begriffen und Büchern. Die Wahrheit wird gelebt, nicht doziert.«
Hermann Hesse, Das Glasperlenspiel (1943)
»Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.«
Hermann Hesse, Das Glasperlenspiel (1943)
»Wie jede Blüte welkt und jede Jugend

Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,

Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend

Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe

Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,

Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern

In andre, neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,

An keinem wie an einer Heimat hängen,

Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,

Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise

Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,

Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,

Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde

Uns neuen Räumen jung entgegensenden,

Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!«
Hermann Hesse, Stufen (1941)
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