Gesundheitsrisiko Waschmaschine - Das hilft am besten gegen Bakterien

Waschmaschinen sollen die Kleidung sauber machen, doch die Geräte sind auch Bakterien-Schleudern, wie Forscher jetzt in einer Studie nachweisen. Insgesamt 229 verschiedene Bakterien-Arten sind hier zu Hause. Einige können zu gesundheitlichen Problemen führen. Wie man sich gegen die Keime schützt, erfahren Sie hier.

Keimschleuder Waschmaschine - sie bietet den perfekten Lebensraum für Bakter ...
Keimschleuder Waschmaschine - sie bietet den perfekten Lebensraum für BakterienFoto-Quelle: Pixabay

Waschmaschinen bieten die idealen Lebensbedingungen für Keime: Es ist schön warm und feucht, genau wie sie es lieben. Und so vermehren sich die Bakterien munter.

Mikrobiologen von der Hochschule Furtwangen haben sich Waschmaschinen mit Blick auf die Bakterien genauer angeschaut und insgesamt 50 Proben aus 13 Waschmaschinen analysiert.

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Insgesamt wurden in den 13 Maschinen, die normalerweise in Haushalten im Einsatz sind, 229 verschiedene Arten von Bakterien identifiziert, wie die Wissenschaftler in ihrer Studie beschreiben, die jetzt in der Fachzeitschrift "Microorganisms" erschienen ist.

Viele der am häufigsten nachgewiesenen Bakterien sind den Wissenschaftlern zufolge "potenziell krankmachend". Dies gilt vor allem für ältere und immungeschwächte Menschen.

Bullaugendichtungen

In fast jeder untersuchten Waschmaschine - in 9 von 13 - fanden die Forscher das Bakterium "Moraxella osloensis". Es ist für den muffigen Geruch verantwortlich, den man manchmal an Maschinen und Wäsche wahrnimmt. "Die Stinker sitzen im Bullauge", so bringt es die Hochschule Furtwangen auf den Punkt.

Moraxella findet sich auf der menschlichen Haut und gelangt vermutlich über dreckige Wäsche in die Maschine.

Gesundheitsrisiko für Neugeborene, Schwangere, Ältere

Für gesunde Menschen ist das Bakterium harmlos. "Bei Neugeborenen, Schwangeren, älteren und immungeschwächten Menschen können diese Bakterien allerdings zu Infektionen führen", schreiben die Forscher in ihrer Studie.

Das Bakterium sei "hart im Nehmen" und halte die wechselnden Umweltbedingungen bestens aus, sagt Professor Markus Egert. Um das taffe "Moraxella osloensis" zu vertreiben, sollten Verbraucher die Dichtung regelmäßig reinigen. Außerdem sollte die Waschmaschinentür nach dem Gebrauch geöffnet bleiben, damit Luft zirkulieren und die Maschine trocknen kann.

Waschmittelfach/Einspülkammer

Hier wiesen die Wissenschaftler unter anderem das Wasser-Bakterium "Brevundimonas vesicularis" nach. Auch dieses Bakterium ist für gesunde Menschen ungefährlich, kann aber - wie "Moraxella osloensis" - bei immungeschwächten Menschen eine Infektion verursachen.

Einfache Reinigung - so geht's

"Brevundimonas vesicularis" war bei weitem nicht der einzige Keim in der Einspülkammer: Dieser Teil der Maschine war derjenige, in dem bei den Proben die größte Vielfalt an Bakterien festgestellt wurde.

Auch das Waschmittelfach sollte regelmäßig gesäubert werden. Am einfachsten funktioniert dies, indem man die komplette Schublade aushakt und in der Spülmaschine reinigt, am besten auf höchster Stufe.

Pumpensumpfbehälter

Im Pumpensumpfbehälter, also dem Saugstutzen um die Pumpe herum, finden sich nach dem Einspülfach die meisten Bakterien. Vor allem solche der Gattung Pseudomonas wurden hier nachgewiesen. Diese Bakterien können bei immungeschwächten Menschen zu Infektionen der Atemwege führen, aber auch zu Lungenentzündungen.

Wäschefasern

"Acinetobacter johnsonii" wurde in allen untersuchten Maschinen nachgewiesen, allerdings in unterschiedlicher Menge. Das Bakterium gilt als potenziell krankheitserregend und wurde vor allem in der Bullaugen-Dichtung gefunden, aber auch in Wäschefasern. Wie "Moraxella osloensis" gehört es zu den Mikroben auf der menschlichen Haut.

Sparprogramm fördert Keimwachstum

Die Studie kommt dabei zu weiteren überraschenden Ergebnissen:
So sind das derzeit aus ökologischen Gründen sehr angesagte Waschen bei niedrigen Temperaturen, Wassersparprogramme und der Einsatz Bleiche-freier Flüssigwaschmittel zumindest mit Blick auf die Bakterien eher kontraproduktiv: Dadurch werde das Keimwachstum noch begünstigt, schreiben die Forscher in ihrer Studie.

Mehr heiße Waschgänge, mehr Bakterien

Das gilt auch für eine andere Praxis: Heiße Waschgänge bei Temperaturen über 60 Grad. Hier zeigte die Analyse der Forscher: Eine höhere Anzahl von heißen Waschgängen pro Monat erhöht die Bakterien-Vielfalt und fördert das Keimwachstum in der Einspülkammer.

Dennoch rät Studienleiter Markus Egert nach wie vor: "Waschen bei 60°C und heißer ist für die Wäschehygiene nach wie vor das Beste."

Ob und wie heiße Waschgänge das Keimwachstum an bestimmten Stellen in der Maschine fördern, das müssen demnach weitere Studien zeigen.

"Die Waschmaschine", da ist sich der Mikrobiologie-Professor Egert sicher, "hält sicherlich noch viele mikrobiologische Überraschungen bereit".

Im Video: Keim-Alarm! Wetten, dass auch Sie Ihre Hände falsch waschen

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