Corona-Alarm im Weißen Haus - Trump-Gast positiv getestet

Corona-Alarm im Weißen Haus: Ein Teilnehmer einer brasilianischen Delegation, die am Samstag mit US-Präsident Donald Trump in Mar-a-Lago in Florida zu Abend gegessen hat, wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Das berichtet die "New York Times". US-Vizepräsident Mike Pence soll ebenfalls dabei gewesen sein.

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Dieses Foto postete Fábio Wajngarten (r.) von dem Treffen in Mar-a-Lago. Direkt neben ihm: US-Präsident Donald Trump, Vizepräsident Mike Pence und der brasilianische Fernsehmoderator Alvaro GarneroFoto-Quelle: Instagram/Screenshot/Fábio Wajngarten

Bei dem Teilnehmer der Delegation von Präsident Jair Bolsonaro, der bei seiner Rückkehr positiv getestet wurde, soll es sich um Bolsonaros Pressesprecher Fábio Wajngarten handeln, schreibt die "New York Times" und bezieht sich auf die brasilianische Zeitung Estadao.

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Wajngarten war am Wochenende in unmittelbarer Nähe von Donald Trump - auf einem Foto, das der Pressesprecher auf Instagram postete, steht er direkt neben dem US-Präsidenten. Zuvor hatte er ihm eine Baseballkappe mit dem Aufdruck "Make Brazil Great again" überreicht.

Zuhause in Brasilien ließ sich Wajngarten testen, nachdem er grippeähnliche Symptomen verspürt hatte. Dabei stellte sich heraus, dass er mit dem Coronavirus infiziert ist. Derzeit warte Wajngarten auf die Ergebnisse eines zweiten Tests.

Die gesamte brasilianische Delegation inklusive Präsident Bolsonaro steht der Zeitung zufolge aktuell unter medizinischer Beobachtung.

Reisebeschränkungen für Europäer

In der Nacht zu Donnerstag hatte Trump die Reiseeinschränkungen wegen der Ausbreitung des Coronavirus auf Europa ausgeweitet. Reisende sollen vorerst 30 Tage lang nicht ins Land gelassen werden. Das gilt allerdings nur für Menschen vom Festland - nicht für Briten.


"Wir werden alle Reisen von Europa in die USA für die nächsten 30 Tage aussetzen", sagte Trump am Mittwochabend im Weißen Haus in einer Ansprache an die Nation.

Menschen aus UK ausgenommen

Ausgenommen sind lediglich Menschen aus Großbritannien und US-Amerikaner, die sich entsprechenden Tests unterzogen haben. Das Einreiseverbot soll am Freitag um Mitternacht (Ortszeit) in Kraft treten – somit um 4.59 Uhr MEZ am Samstag. Passagiere, deren Flug aus Europa vorher startet, dürfen noch einreisen.

Europäer hätten zu lax gehandelt

Der US-Präsident begründet den drastischen Schritt damit, dass die EU nicht Reisen aus China nach Europa zeitig genug gestoppt habe – wie es die USA gemacht hätten.

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Trump hatte bereits Ende Januar einen Einreisestopp für ausländische Reisende verfügt, die in den 14 Tagen zuvor in China gewesen waren. Dort soll das Coronavirus Sars-CoV-2 seinen Ursprung haben. Seit Ende Februar gilt eine entsprechende Regelung für den Iran.

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"Europa stellt ein einzigartiges Problem dar"

Kurz zuvor hatte der geschäftsführende Vize-Heimatschutzminister Ken Cuccinelli bei einer Anhörung im Kongress nach einem Bericht von "spiegel.de" gesagt, Reiseeinschränkungen für Europa würden erwogen. "Europa stellt ein einzigartiges Problem dar." Grund dafür sei, dass es im Schengen-Raum grenzüberschreitende Bewegungsfreiheit gebe. Daher stelle sich die Frage, "wie man Europa als Ganzes behandelt".

37 Tote in den USA

In den USA sind nach den Zahlen der John Hopkins Universität derzeit 1312 Menschen mit dem Coronavirus infiziert und nach Medienberichten 37 Menschen gestorben. Allerdings wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC bislang erst mehr als 11.000 Menschen auf das Virus getestet – die Dunkelziffer dürfte deshalb deutlich höher liegen. In Italien wurden der Universität zufolge bisher 12.462 Menschen infiziert und 827 gestorben.

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Krankenkassen sollen Coronavirus-Behandlungen übernehmen

Trumps Regierung verhandelt "spiegel.de" zufolge mit dem Kongress über ein Maßnahmenpaket zur Eindämmung der wirtschaftlichen Auswirkungen des Virus. In der Rede sind neben Lohnsteuererleichterungen demnach auch Hilfen für Menschen, die nach Stundenlohn bezahlt werden und bei einem Krankheitsausfall kein Gehalt mehr bekommen. Weiter sollen die Krankenkassen Kosten für Coronavirus-Behandlungen übernehmen - in den USA haben Millionen Menschen keine Versicherung.

Für Kleinunternehmer sind günstige Hilfskredite geplant, wenn sie wegen des Virus in finanzielle Not kommen, wie „sueddeutsche.de“ berichtet. Bald wolle Trump zudem den Notstand ausrufen, wodurch er schneller unbürokratisch Geld in die Bekämpfung der ökonomischen Folgen stecken kann.

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3 Kommentare

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wize.life-Nutzer
....ohne Worte .
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wize.life-Nutzer
Typisch Trump...als Erstes mal Schuldige suchen. In USA gibt es kein Konzept zum Corona Virus. Noch vor wenigen Tagen hat Trump Reden geschwungen, dass der Virus "nicht schlimm sei und bald vorbei gehe". Er gibt nach wie vor selber Jedem die Hand.
Das großartige Land ist nicht vorbereitet und nun muß er ablenken......ein Zyniker
wize.life-Nutzer
Was hatte er noch gesagt , wie er sich schützt ?
: " ich fasse mir nicht ins Gesicht . " 😏😏
https://web.de/magazine/panorama/don...ht-34489884
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