Coronavirus: Klinikum Wolfsburg verhängt Aufnahmestopp

Das neue Coronavirus hat die Welt im Griff. Inzwischen haben die USA die meisten bestätigten Infektionen, doch auch in Europa bereitet die Krankheit weiterhin Sorgen. In Deutschland sind laut der US-amerikanischen Johns Hopkins University mehr als 52.000 Menschen aktuell mit dem Erreger infiziert. Die Zahl der Todesfälle ist auf 541 gestiegen.

Hier sammeln wir die neuesten Informationen zum Coronavirus im Ticker:

Coronavirus-Ticker: Klinikum Wolfsburg verhängt Aufnahmestopp
Coronavirus-Ticker: Klinikum Wolfsburg verhängt AufnahmestoppFoto-Quelle: Imago / UIG

8.20 Uhr: Klinikum verhängt Aufnahmestopp: Corona-Verdacht bei Mitarbeitern

Das Klinikum Wolfsburg hat am Sonntag einen Aufnahmestopp verhängt. Dort sind nach einem Bericht des "Spiegel" mehrere Mitarbeiter positiv auf das neue Coronavirus getestet worden. Bis auf wenige Ausnahmen werden keine Patienten mehr aufgenommen, auch das Besuchsverbot soll ausgeweitet werden.

Laut Stadt sollen nun die Schutzmaßnahmen verschärft werden. Das gesamte Personal müsse ab sofort "im Vollschutz" arbeiten, auch würden die Patienten so verteilt, dass nur noch ein Patient pro Zimmer liegt. Vom Ausnahmestopp ausgenommen seien die Notaufnahme der Kinderklinik und der Kreißsaal.

Wolfsburg ist schwer von der Epidemie betroffen. In einem Alters- und Pflegeheim sind aktuell 72 der 165 Bewohner mit dem Virus infiziert, 15 Senioren sind bereits gestorben. Da Besucher das Heim nicht betreten dürfen, konnten Angehörige die Toten nicht noch einmal sehen.

30. März, 7.40 Uhr: USA verlängern Richtlinien bis 30. April - Trump: "100.000 Tote"

Die Vereinigten Staaten haben ihre Maßnahmen zur Bekämpfung des neuen Coronavirus bis zum 30. April verlängert. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Einschränkungen des sozialen Lebens, sondern lediglich um Richtlinien zur sozialen Distanzierung. Diese waren vor zwei Woche in Kraft getreten.

Wenn es den USA gelinge, die Zahl der Todesfälle auf 100.000 zu begrenzen, dann hätten alle "einen guten Job" gemacht, sagte Präsident Donald Trump am Sonntag. Das sei eine "furchtbare Zahl", jedoch besser als die vom Londoner Imperial College prognostizierten 2,2 Millionen Tote - allerdings ohne Maßnahmen.

Trumps Aussage basiert offenbar auf Vorhersagen der renommierten Forschungseinrichtung Massachusetts Institute of Technology (MIT). Dort gehen die Wissenschaftler derzeit von 80.000 bis 160.000 Toten aus. Im Extremfall könnte diese Zahl jedoch auf mehr als 200.000 steigen.


+++ Sonntag, 29. März, 23 Uhr: US-Forscher: 2 Meter Abstand sind nicht genug +++

1,5 Meter Abstand zwischen zwei Personen, besser 2. Das forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel, als sie vor einer Woche die Anti-Corona-Maßnahmen flächendeckend einführte. Doch US-Wissenschaftler sind davon überzeugt, dass der Abstand viermal größer sein müsste, um ein wirksamer Schutz vor einer Infektion zu sein.

In einer Studie des Massachusetts Institute of Technology heißt es laut "Telegraph": "„Die beim Niesen ausgestoßenen Viruströpfchen können sich in einer feuchtwarmen Umgebung mit einer Geschwindigkeit von zehn bis 30 Metern pro Sekunde fortbewegen. Dadurch entsteht eine Wolke, die sich über eine Länge von etwa sieben bis acht Metern erstrecken kann.“

Die Tröpfchen können sich außerdem über mehrere Stunden in der Luft halten und durch Lüftungssysteme in Supermärkten oder öffentlichen Verkehrsmitteln auch leicht ihre Richtung ändern.

In einem Video, das im "The Journal of the American Medical Association" veröffentlicht wurde, zeigen die Studienautoren, weshalb der Sicherheitsabstand sehr viel größer sein müsste.

Die Meinung der US-Forscher teilen aber nicht alle Experten. Laut Prof. Christian Drosten von der Berliner Charité wird das Virus "ausgehustet und steht als grobes bis mittelgroßes tröpfiges Aerosol in der Luft. Und das fällt relativ schnell zu Boden", so der Virologe im NDR-Podcast.

"Das ist nicht so, dass so ein Virus als Wolke in der Luft steht und stundenlang bleibt und sich auch noch in den Nachbarraum verteilt."

+++ Sonntag, 29. März, 17.25 Uhr: 15 Tote in Wolfsburger Pflegeheim +++

Das Drama im Wolfsburger Hanns-Lilje-Heim für Demenzkranke geht weiter. Seit Wochenbeginn starben in der niedersächsischen Pflegeeinrichtung 15 Menschen. Insgesamt haben sich 72 der 165 Bewohner mit dem Coronavirus infiziert.

Am Sonntag starben nach Angaben der Stadt drei Männer im Alter von 80, 86 und 88 Jahren. Die Heimleitung hatte laut "Bild" nach den ersten Todesfällen infizierte von gesunden Bewohnern getrennt, um die Infektionskette zu unterbrechen.

Auch in einem Heim in Halle (Sachsen-Anhalt) wurden 13 Bewohner infiziert, eine Person starb am Sonntag.

+++ Sonntag, 29. März, 17 Uhr: Pro7 pausiert mit "The Masked Singer" +++

Zwei Corona-Erkrankungen im Team zwinge die Pro7-Show "The Masked Singer" zur Pause. Erst am 14. April soll die Musikshow fortgesetzt werden, gab der Sender am Sonntag bekannt.

"Wir hatten keine andere Wahl, als 'The Masked Singer' pausieren zu lassen. Sicherheit und Wohl der Crew und der Künstler unter den Masken haben oberste Priorität", so Senderchef Daniel Rosemann.

Zudem wurden umgehend alle Maßnahmen eingeleitet, die den gesetzlichen Vorschriften und den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden im Umgang mit dem Virus folgen. "The Masked Singer" wurde bislang immer dienstags 20.15 Uhr ausgestrahl.

+++ Sonntag, 29. März, 9.30 Uhr: RKI-Chef Wieler rechnet mit italienischen Verhältnissen in Deutschland +++

Während erste Politiker und Wirtschaftsexperten schon nach Lockerung der Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote rufen, fürchtet der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, dass das deutsche Gesundheitssystem in den kommenden Wochen an seine Grenzen stoßen könne. Das heißt: Italienische Verhältnisse sind auch bei uns denkbar.

"Wir können nicht ausschließen, dass wir hierzulande ebenfalls mehr Patienten als Beatmungsplätze haben", so Wieler in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Wir müssen jedenfalls damit rechnen, dass die Kapazitäten nicht ausreichen, ganz klar."

Ob es tatsächlich dazu komme, sei Spekulation. Auch ein anderes Szenario sei denkbar. Etwa, dass die Kliniken es schaffen, bis Ostern auf ihre maximale Kapazität hochfahren, die Maßnahmen einen Erfolg haben und die Kurve schließlich abflacht. Welchen Weg wir einschlagen, könne man frühestens Ostern absehen.

Wieler warnt in jedem Fall davor, die Anti-Corona-Maßnahmen zu früh zu lockern. "Aus medizinischer Sicht möchte ich, dass wir alle die räumliche Distanzierung möglichst lange durchhalten." Viele Leute hätten jedoch noch nicht verinnerlicht, dass diese Krankheit völlig neu sei und auch Experten täglich dazulernen.

Bislang ist vor allem die Sterberate in Deutschland im internationalen Vergleich verhältnismäßig gering. Wieler betont jedoch, dass das nur eine Momentaufnahme ist. "Zunächst waren in Deutschland vornehmlich Menschen betroffen, die nicht zu den Risikogruppen zählen, denn viele Übertragungsketten standen in Verbindung zum Beispiel mit Skiurlauben. Wenn mehr Übertragungen in Altenheimen oder Krankenhäusern stattfinden, steht zu befürchten, dass der Anteil steigt."


16.00 Uhr: Nach 2 Monaten: Isolation von Wuhan beendet

Nach zwei Monaten Quarantäne beginnt in Wuhan ein neues Kapitel. Die Isolation der 11-Millionen-Einwohner-Stadt ist offiziell beendet, die Einreise wieder erlaubt.

11.40 Uhr: Bundeskanzlerin verschickt Nachricht aus Quarantäne

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat aus ihrer häuslichen Quarantäne eine Botschaft an die Bürger veröffentlicht. In einem Audio-Podcast bittet Merkel die Menschen um mehr Geduld in der Corona-Krise.

Niemand kann sagen, wie lange diese schwere Zeit anhält

"Niemand kann heute mit gutem Gewissen sagen, er wisse, wie lange diese schwere Zeit anhält", sagte die Bundeskanzlerin. "Ich muss Sie bitten, seien Sie geduldig."

Samstag, 28. März, 8.15 Uhr: Maßnahmen sollen in Deutschland mindestens bis zum 20. April anhalten

Während die John Hopkins Universität die Zahl der Coronafälle in Deutschland mittlerweile auf 50.871 Patienten beziffert, verkündet Kanzleramtschef Helge Braun, dass bis zum 20. April keine Lockerung der Corona-Maßnahmen zu erwarten sei. Gegenüber dem "Tagesspiegel" erklärte der CDU-Politiker: "Wir reden jetzt bis zum 20. April nicht über irgendwelche Erleichterungen."

17.43 Uhr: Italien meldet 1000 Corona-Tote an einem Tag

Italien hat an einem einzigen Tag knapp 1000 Tote im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet - so viele wie an keinem Tag zuvor. Die Zahl der Todesfälle seit Ausbruch des Virus stieg auf insgesamt 9134, teilte der Zivilschutz am Freitag mit.

17 Uhr: Polizist ins Gesicht gespuckt

Was ist nur los? Wie die Berliner Polizei berichtet, ist einem Beamten bei einem Einsatz im Mauerpark ins Gesicht gespuckt worden. Die Polizei war vor Ort, zumal dort Personen gegen das Kontaktverbot verstoßen haben.

13.45 Uhr: 848 Bewohner von Asylbewerberunterkunft in Quarantäne

Die Zentrale Anlaufstelle (ZASt) für Asylbewerber des Landes Sachsen-Anhalt in Halberstadt steht ab sofort aufgrund eines Corona-Positivbefundes für zwei Wochen unter Quarantäne, teilte das Landesverwaltungsamt mit. Demnach sind 848 Bewohner von den Maßnahmen betroffen. Neuzugänge werden in Ausweichobjekten untergebracht.

"Die Zugangszahlen bewegen sich momentan auf einem sehr niedrigen Niveau", heißt es. Angesichts der europaweit erfolgten Grenzschließungen sind bis auf Weiteres weitere Rückgänge zu erwarten. Die positiv getestete Person befindet sich derzeit in Halle (Saale) in Quarantäne.

12.23 Uhr: Britischer Premier Johnson infiziert

Der britische Premierminister Boris Johnson ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Politiker selbst in einer Video-Botschaft auf Twitter mit. Er habe milde Symptome und sei nun in Quarantäne, sagte er. Er werde aber dennoch seine Aufgaben als Premierminister weiter wahrnehmen.

11.25 Uhr: Bundesrat segnet Hilfspaket ab

Der Bundesrat hat das umfassende Hilfspaket gegen die Corona-Krise beschlossen. Es enthält Maßnahmen zur Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen, zur Unterstützung von Krankenhäusern sowie zur Sicherung von Lebensunterhalt und Wohnung der Bürger. Der Bundestag hatte das Hilfspaket in einer historischen Sitzung am Mittwoch auf den Weg gebracht.

10.40 Uhr: Abitur-Prüfungen in NRW werden verschoben

In Nordrhein-Westfalen werden die Abitur-Prüfungen um drei Wochen verschoben, teilte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Freitag mit. Die Prüfungen für die 88.000 angehenden Abiturienten sollen erst am 12. Mai beginnen - und nicht wie ursprünglich geplant direkt nach den Osterferien am 2. April.

Auch die Abschlussprüfungen an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen sowie an bestehenden G9-Gymnasien, Weiterbildungskollegs und in den Schulversuchen Primus- und Gemeinschaftsschule werden auf den 12. Mai verschoben.

10.30 Uhr: Essenspakete für Alte

Die türkische Millionenmetropole Istanbul wird in der Corona-Krise alte Menschen ohne Einkommen sechs Wochen lang mit Lebensmittellieferungen unterstützen, kündigte Gouverneur Ali Yerlikaya am Freitag. Ab Montag sollen alle, die über 65 Jahre alt und bedürftig sind, Essenspakete erhalten. Davon profitieren sollen rund 50.000 Menschen. In der Türkei gilt seit Sonntag eine Ausgangssperre für Menschen ab 65 Jahren und chronisch Kranke. In dem Land werden aktuell 3629 Corona-Fälle gezählt. 75 Menschen sind an der durch das Virus ausgelösten Krankheit Covid-19 gestoben.

10.20 Uhr 80.000 Euro für Atemschutzmasken überwiesen

Der Inhaber einer Import-Export-Firma aus Bayern hat bei einer polnischen Firma Atemschutzmasken für 160.000 Euro bestellt, die Hälfte davon vorab überwiesen. Die Ware erhielt der Unternehmer nicht und erstattete Anzeige bei der Polizei. Die ganze Geschichte Lesen Sie hier.

Mehr über das Coronavirus lesen Sie hier: Angst vor Kollaps in NRW - USA mit meisten Infizierten

14 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Unser tägliches Trump-Bashing gib uns heute,warum müssen wir uns immer intensiv um andere Länder kümmern,haben wir selbst nicht genug zu tun ??
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wize.life-Nutzer
Gibt es nichts wichtigeres in deinem LEBEN.??
Für mich ist es wichtiger gesund zu bleiben egal wie lange es dauert.
wize.life-Nutzer
Daumen hoch !!! / Wenns vorbei ist singe ich auch,im Keller!
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wize.life-Nutzer
Ich hoffe, dass wir im Mai wieder Chorprobe haben.
wize.life-Nutzer
dieser Wunsch ähnelt zigtausender Wünschen, daß ab Mai wieder Fußball gespielt werden kann...jeder hat so sein Hobby,nicht wahr!?
wize.life-Nutzer
Mein Enkel spielt auch FUßBALL aber die Gesundheit ist doch wichtiger, oder ??
wize.life-Nutzer
Auf jeden Fall ist die Gesundheit wichtiger. Aber es wird nicht besser, wenn man uns noch länger auf Eis setzt. Wenn die Pocken im Land wären oder die Tollwut dann kräht kein Hahn danach. Jeden Tag sterben Menschen und nicht alle sterben an Coronavirus. Es ist zwar sehr traurig, aber das Leben geht weiter
wize.life-Nutzer
Gegen Pocken und Tollwut kann man sich impfen lassen, gegen Corona noch nicht!
wize.life-Nutzer
Wie recht Du hast !!! Schönen gesunden Sonntagabend noch !
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