Corona-Vorbeugung: So kann jeder seine Immun-Abwehr durch Ayurveda stärken

Die ayurvedische Medizin verfügt im Verbund mit der modernen Medizin über eine Vielzahl von Möglichkeiten, die bei optimaler Nutzung der ayurvedischen Möglichkeiten bei einer COVID-19 Infektion zumindest zu einem milden Verlauf führen. Der Münchener Ayurveda-Arzt Dr. Ulrich Bauhofer, Dozent der Deutschen Ayurveda-Akademie und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ayurveda e.V. beschreibt sein Immun-Booster Kit, das er zur Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte zusammengestellt hat.

Dr. Ulrich Bauhofer, Dozent der Deutschen Ayurveda-Akademie und Präsident de ...
Dr. Ulrich Bauhofer, Dozent der Deutschen Ayurveda-Akademie und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ayurveda e.V. gibt Tipps zur Vorbegung gegen das Corona-Virus.Foto-Quelle: Dr. Ulrich Bauhofer

Bei all’ den Empfehlungen, die über die Medien auf uns einprasseln, kommt ständig zu kurz, was wir selber zur Stärkung unseres Immunsystems tun können. Die ayurvedische Medizin verfügt im Verbund mit der modernen Medizin über eine Vielzahl von Strategien, deren Einsatz jeder angesichts der Bedrohung durch Covid-19 für sich überprüfen sollte. Denn bei optimaler Nutzung der ayurvedischen Möglichkeiten würde eine Infektion zumindest zu einem milden Verlauf führen, sagt Dr. Ulrich Bauhofer, Dozent der Deutschen Ayurveda-Akademie und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ayurveda e.V.. Seine Tipps und Empfehlungen führt er im Interview aus.

Warum ist aus ihrer Sicht ein waches Immunsystem der beste Schutzschirm gegen das Corona-Virus?
„Der Erreger ist nichts, das Terrain ist alles“, hat schon der Biochemiker Louis Pasteur, der Vater der heutigen Impfmedizin gewusst. Und wir können einiges tun, um dieses Terrain gegen das Virus zu wappnen. So gibt es eine Fülle von ayurvedischen Heilpflanzen, die das Immunsystem stärken. In den Präparaten Amrit Kalash MA 4 oder Ayur-Immun sind sie so kombiniert, dass sie sich in ihrer Wirkung intensivieren. Vitamin D erzeugt ein körpereigenes Antibiotikum. Jede Zelle hat einen Vitamin D Rezeptor. Man sollte täglich 50 Einheiten pro kg Körpergewicht zu sich nehmen, z.B. bei 70 kg 3500 Einheiten. Auch Vitamin C ist zur Zeit unerlässlich. Es ist wichtig für eine ganze Reihe antiviraler Prozesse im Körper. Ohne Vitamin C gibt es keine effektive Barrierefunktion von Haut und Schleimhäuten. Ebenso Zink. Es ist aktiv an der Bildung von Abwehrzellen beteiligt. Selbst wenn ein Erreger bereits im System ist, hilft Zink bei der Bekämpfung. Weiterhin ist dieses Spurenelement essentiell für die Neutralisation freier Radikale.

Wie weit lässt sich das Immunsystem durch die Ernährung stärken?

In der ayurvedischen Medizin spielt vor allem die Verdauung eine wichtige Rolle. Man sollte daher auf eine qualitativ hochwertige Ernährung achten, den Verdauungstrakt nicht überlasten und für eine tägliche Darmentleerung Sorge tragen. 70 Prozent des Immunsystems arbeiten im Darm. Mit Intervallfasten, der 16/8 Regel (nach der letzten abendlichen Mahlzeit 16 Stunden bis zur nächsten Mahlzeit warten) entlastet man den Verdauungstrakt und stärkt die Abwehrkräfte. Ebenso mit leichtem Frühstück und frühem, warmem Abendessen ohne Fleisch und Rohkost, mit einer mittäglichen Hauptmahlzeit und viel Gemüse. Auch Gewürze wie Kurkuma, Ingwer, Thymian, Oregano, Pfeffer, Nelken oder Lorbeer unterstützen die Immunfunktionen.

Warum sollte man vermehrt heiß trinken?
Das Virus braucht etwa drei Tage, um in der Lunge anzukommen. Wer alle 15-30 Minuten heißes Wasser, Kräutertee oder Zitronenwasser mit Honig trinkt, spült die Viren aus dem Rachenraum in den Magen, wo sie die von den Schleimhäuten gebildete Magensäure zerstört. Das Wasser sollte aber zehn Minuten lang gekocht werden. Das Verdauungsfeuer – im ayurvedischen „Agni“ genannt – wird durch die Zufuhr von Wärme im heißen Wasser angeheizt. Wassermoleküle sind „intelligent“. Sie übertragen Informationen, die in sie imprägniert sind. Durch das längere Kochen speichert das Wasser die Information „Wärme-Energie“ und überträgt sie auf den Körper, der mit einer Erhöhung von Agni reagiert. Dadurch wird die Verdauungskraft verbessert. Durch das Kochen werden die Wassermoleküle, die im unbehandelten Wasser in großen „Clustern“ (Klumpen, Bündeln; die Red.) zusammenhängen, voneinander getrennt – und die im Wasser gelösten Stoffe wie Kalk kristallisieren aus oder verdampfen. Man erhält durch längeres Kochen also gereinigtes, sehr dünnflüssiges Wasser, das leichter in sehr dünne Zwischenräume im Körper eindringen und Stoffwechselschlacken abtransportieren kann. In diesem Wasser sind auch Vitalstoffe leichter löslich und werden so besser an ihren Wirkort in den Zellen transportiert., da es dann ein andere Feinstofflichkeit annimmt.

Wie wichtig ist es, auch trotz der Versammlungsbeschränkungen, nach draußen zu gehen?

Meine Empfehlung lautet: Gehen Sie täglich an die frische Luft! Coronaviren übertragen sich in überfüllten Räumen, nicht unter freiem Himmel. Vor allem das Licht ist wichtig: Zum einen stärkt die Sonne unseren Vitamin-D-Haushalt. In der Wohnung hat man ca. 500 Lux zur Verfügung, unter freiem Himmel mittags bis zu 50.000 Lux – bei täglicher Steigerung mit fortschreitendem Sommer. Licht macht gesund. Dazu gehört dann auch moderate Bewegung, nach Möglichkeit zumindest 3-4 mal pro Woche. Ich empfehle, sich typgerecht zu bewegen. Ein Pitta-Powertyp sollte sich anders sportlich betätigen als ein sensibler Vata-Typ. Regen Sie Ihren Kreislauf und Ihre Durchblutung an, atmen Sie tief durch, und senken Sie so die Konzentration von Entzündungsmarkern im Organismus. Wer sich auspowert, bis zur Erschöpfung, schwächt sein Immunsystem.

Und wenn man aus körperlichen Gründen nicht so oft vor die Türe kommt?
Da sollte man auf jeden Fall regelmäßig gut lüften damit die Schleimhäute nicht austrocknen und anfälliger für Viren und Bakterien werden. Wichtig auch: Integrieren Sie Schleimhautpflege in Ihre Morgenroutine. Dazu gehören z.B. 5-10 minütiges Öl-Ziehen mit einem Schluck Sesamöl (danach ausspucken) sowie einen Tropfen Sesamöl in jedes Nasenloch, um Mund-, Rachen- und Atemwege zu reinigen sowie das Zahnfleisch zu stärken. Schleimhäute sollen feucht und geschmeidig sein. Trocknen sie aus, können sich Viren leicht einnisten. Hilfreich ist auch die körperliche Abhärtung, die daheim möglich ist: Sebastian Kneipp heilte sich selbst mit heiß-kalten Waschungen von Tuberkulose. Warum? Starke Wechseltemperaturen regen den Körper so an, dass er das Abwehren von Krankheitserregern trainiert. Auch der Arzt und Physiker Dr. Bernhard Uehleke von der Charité in Berlin empfiehlt: „Mit einem Zeitaufwand von 1 Minute lässt sich der Körper vor Infektionen schützen und sogar gegen Stress abhärten“.

Wie weit die Immunabwehr auch eine Frage der inneren Einstellung?
„Es ist der Geist, der den Körper baut“, wusste schon Friedrich Schiller. Angst und Panik schwächen unsere Abwehrkräfte. Freude, Optimismus, gute Laune, Begeisterung, Lachen stärken sie. Sicher ist uns im Moment nicht zum Lachen zumute. Dennoch sollten wir daran arbeiten, unsere Zuversicht zu behalten. Darum ist gerade in Zeiten der Krise mentale Stärke besonders wichtig.

Was können wir denn für Souveränität, innere Ruhe, Stressresistenz, Resilienz und eine optimistische Haltung tun?
Da hilft der Weg nach Innen: Meditation ist dafür das beste Mittel und sollte jetzt regelmäßig angewendet werden. Ich bin ein großer Fan der Transzendentalen Meditation (TM), über deren Auswirkung auf das Herz-Kreislaufsystem ich promoviert habe. Nichts gibt tiefere Ruhe. TM ist leicht zu erlernen und auszuüben, ist wissenschaftlich hervorragend dokumentiert und entstammt der jahrtausendealten Tradition des Yoga. Also: Wenn Sie jetzt nicht rausgehen können, gehen Sie nach innen! Und beschäftigen Sie sich soweit wie möglich mit positiven Dingen – nicht nur mit den Horrormeldungen dieser Tage. Sie drücken auf unsere Stimmung, unser Gemüt und auf unser Immunsystem. Schenken Sie den Menschen, denen Sie bei einem Spaziergang oder beim Einkaufen oder bei einer Videokonferenz begegnen, ein Lächeln. Sie bekommen es zurück.

Vielen Menschen raubt die Situation rund um Corona den Schlaf. Wie lässt sich das ändern?
Schlaf reinigt unseren Geist und aktiviert die Regenerationsprozesse in unserem Körper sowie die Kläranlage in unserem Gehirn, das glymphatische System. Wer über längere Zeit ein Schlafdefizit aufgebaut hat, sollte sich jetzt die Zeit nehmen, um es auszugleichen: Vor dem Einschlafen ein Buch lesen, statt bis an die Bettkante Fernsehen zu schauen. Früh zu Bett gehen und so lange schlafen, bis man von alleine aufwacht, ohne einen Wecker zu stellen. Vor allem der Schlaf vor Mitternacht zählt doppelt!

Wie bewerten Sie als Ayurveda-Arzt die Folgen von Corona jenseits der medizinischen Sicht?
Es gibt da diese andere, durchaus positive Seite: COVID-19 könnte zu dem führen, was Friedrich Nietzsche die „Umkehrung aller Werte“ nannte. Der Lockdown, den fast alle Länder auf dem Planeten eingeleitet haben, auch wenn er sich allmählich nun lockert, wird unser Leben für geraume Zeit verändern. Doch nicht nur im Negativen. Denn er beruhigt und entschleunigt es und senkt unseren Stresspegel, er führt Familien zusammenführen und lässt uns in unserem Zuhause wieder ankommen. Er hat den CO2-Ausstoß gedrosselt und dabei unser Klima entlastet, und ist den Weltmeeren und den Tieren zur Hilfe gekommen. Außerdem hat er die Arbeitswelt zu innovativen Wegen gezwungen. Wir werden globale Strategien nun mehr denn je hinterfragen und ganz neu denken. Das wichtigste aber ist, er wird unsere Mitmenschlichkeit, Empathie, Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe in eine andere Dimension heben. Wir werden uns auf neue oder vielleicht alte Werte besinnen. Darin liegt die besondere Chance, die diese Pandemie für uns Menschen bereit hält, während die Erde Luft holen kann.

3 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Schlicht und einfach: Scharlatanerie.
wize.life-Nutzer
nun, seine Produkte müssen doch verkauft werden. Werden bestimmt viele drauf reinfallen und immenses Geld für nichts ausgeben.
wize.life-Nutzer
Danke für den Kommentar, ein heftiger Vorwurf, der bestimmt auch justiziabel ist. Können Sie den bitte mit Fakten belegen Herr Stauder. Worin liegt die Scharlatanerie denn genau?
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