Geschichten aus der Praxis: Ei oder nicht Ei? Das ist die Frage!

In der Osterzeit gehören sie einfach dazu. Ob vom Hasen geliefert oder selbst bemalt: Bunte Eier braucht das Land! Bei vielen von uns mischt sich in die Osterlaune allerdings eine gute Portion schlechtes Gewissen. Eier sind schließlich wahre Cholesterienbomben - und immer wieder skandalbehaftet. Sollten wir da nicht besser verzichten?

Auch diese Diskussion hat schon Tradition. Abgesehen von zahlreichen Skandalen, bei denen aufgrund falscher Haltung und Fütterung der Hühner Dioxin und anderweitige Giftstoffe darin gefunden werden, weisen ernstzunehmende und selbsternannte Gesundheitsapostel immer wieder auf den zweifelhaften Ruf des Eis hin. Es gilt als gesundheitsschädlichen Cholesterinbombe. Und wird darüber hinaus verantwortlich gemacht für allfällige Salmonelleninfektionen. Zudem weiß zumindest der gemeine Städter längst nicht immer, wo sein Ei herkommt- und ein Produkt aus einer tierqälerischen Legebatterie möchten wir nicht kaufen und schon gar nicht essen. An all dem ist tatsächlich etwas Wahres dran. Aber bevor man dem Ei endgültig einen negativen Stempel aufdrückt, hat es eine genauere Betrachtung verdient.

Ein Ei gleicht dem anderen? Nicht unbedingt.

Ei ist eben gerade nicht gleich Ei. Neben den verschiedenen Gewichts- und Güteklassen unterscheidet man Bio- und Freilandeier und solche aus Bodenhaltung. Die entsetzliche Käfighaltung in Legebatterien ist zum Glück seit 2009 in Deutschland verboten. Wirklich glücklich sind die meisten Hühner zwar leider noch immer nicht. Aber zumindest sind alle Eier im deutschen Einzelhandel mit einem Buchstaben- Zahlencode bedruckt, aus dem exakt hervor geht, aus welchem Betrieb jedes Ei stammt- wenn man sich die Mühe machen möchte. Ich persönlich kaufe, wenn ich kann, Eier direkt vom Bauern, wo ich fröhliche Hühner auf dem Hof herumpicken sehe- da weiß ich, was ich esse.

Übrigens: Braune Eier unterscheiden sich außer in der Schalenfarbe nicht von weißen.

In der harten Schale steckt – ja, was eigentlich?

Die häufigste Antwort auf diese Frage lautet: „Cholesterin!“ Und wirklich: In jedem Hühnerei stecken durchschnittlich 277 Milligramm Cholesterin. Das ist eine ganze Menge. Zum Vergleich: Selbst 100 Gramm vollfetter Gorgonzola enthalten nur 100 Milligramm! Aber was ist eigentlich Cholesterin und wieso ist es so schädlich?

Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz. Sie ist für den Aufbau und die Funktion der Körperzellen unentbehrlich ist und wird als Grundgerüst für verschiedene Hormone, für Gallensäuren oder Vitamin D gebraucht . Grundsätzlich ist Cholesterin also ein wichtiger, ja lebenswichtiger Stoff. Allerdings bildet unser Körper auch selbst Cholesterin, vor allem in der Leber. Je nachdem, wie viel davon wir über die Nahrung aufnehmen, desto weniger wird vom Körper selbst produziert. So weit so einleuchtend.

Wenn jedoch der körpereigene Steuermechanismus nicht mehr richtig funktioniert, oder wenn wir schlicht zu viel Cholesterin zu uns nehmen- deutlich mehr als die etwa 300 Milligramm, die wir täglich benötigen - kommt es zu einem Ungleichgewicht. DerCholesterinspiegel im Blut steigt, was Arterienverkalkung begünstigen und zu Herz- und Kreislauferkrankungen führen kann.

Also doch Hände weg von den Eiern? Nicht unbedingt. Denn so ein Ei kann mehr! Neben Cholesterin enthalten die Hühnerprodukte viel wertvolles Eiweiß, die Vitamine A, D, E und K, verschiedene B-Vitamine sowie Mineralstoffe wie Kalzium und Eisen- alles Dinge, die wir sehr gerne in unserer Nahrung sehen - und essen.

Immerhin verbrauchen wir in Deutschland jährlich etwa 17 Milliarden Eier. Gekocht, gebraten, als Panade beim Schnitzel, als Omelette, als Suppeneinlage oder Kuchenzutat: Eier sind aus unserer Ernährung so schnell sicher nicht wegzudenken. Und das ist auch gut so. Allerdings sollte man bei der Zubereitung von Eiergerichten einige Dinge beachten, sonst kann es zum bösen Erwachen kommen.

Stichwort Salmonellen

Eier können mit Salmonellen belastet sein, weit verbreiteten Darmkeimen, die nicht selten im Verdauungstrakt von Hühnern und auf deren Haut und Federn vorkommen. Im Inneren der Eier sitzen sie nicht, können aber beim Aufschlagen der Schale ins Innere gelangen.

Salmonellen machen uns nicht krank, wenn wir sie nur berühren- aber wenn sie über unsere Hände oder unsere Nahrung in den Magen- Darm- Trakt gelangen, verursachen sie schwere Infektionen, Fieber, Erbrechen und Durchfälle.

Hygiene ist daher das oberste Gebot, wenn man mit Eiern arbeitet. Gerichte aus Eiern sollten durchgegart sein und nach dem Berühren der Schale sollten die Hände und das Arbeitsmaterial gründlich und heiß gesäubert werden. Das mögen die Salmonellen nämlich gar nicht, wohingegen sie sich bei Raumtemperatur, ja sogar im Kühlschrank vermehren und auch im Tiefkühlfach überlebensfähig sind.

Zu besonderer Vorsicht rate ich in diesem Zusammenhang beim Ausblasen von Eiern, was ja jetzt an Ostern wieder ansteht. Dabei sollte man unbedingt ein „Werkzeug“, beispielsweise einen Strohhalm verwenden und das Ei nicht mit den Lippen umschließen. Das Innenleben, als Rührei oder Pfannenkuchen, ist hingegen bedenkenlos essbar.
Als Beilage empfehle ich Spinat.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen frohe Ostertage mit vielen bunten Ostereiern.

Weitere Infos und eine kleine Cholesterintabelle finden Sie hier, mehr Geschichten aus der Praxis auf diesen Seiten. .

4 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Bei einem jährlichen Verbrauch von 17 Milliarden Eiern liegt es auf der Hand, dass sie nicht alle von "glücklichen" Hühnern stammen können.
Und was heißt schon "glückliche Hühner"?
Die wenigsten Menschen sind sich bewusst, dass die Hühner nur ständig Eier legen, um ihre Art zu erhalten, sie tun es nicht, um unseren Frühstückstisch zu bereichern,
sondern weil ihnen die ungeborenen Kinder geraubt werden.
Für mich eine Frage der Ethik und Empathie.
Ich esse keine Eier.
wize.life-Nutzer
Ja Inge, das mache ich schon lange. Paniertes mag ich eh nicht, geht aber auch ohne, wenn man möchte. Für Kucken nehme ich etwas NO EGG Pulver, Rührei geht auch vegan, ich nehme ein fantastische Salz dazu, Kala Namak, das schmeckt nach Ei, ansosten auf Tofubasis mit Sojacuisine.

Jürgen eins solltest Du nicht vergessen, die Haltung der Tiere war ein völlig andere als sie heute ist. Für mich steht der gesundheitliche Faktor erst an zweiter Stelle, das Mitleid mit den Tieren ist vorangig.

Schaut es Euch mal an:
http://www.youtube.com/watch?v=c4LK0qtY-b8
wize.life-Nutzer
Ja Inge, hab ich auch gedacht, als ich das zum ersten Mal gegessen habe, aber wenn Du ein Stück Fleisch ißt, ungewürzt, schmeckt das auch nicht.
Es kommt auf die Zubereitung an. Ich könnte, wenn ich wollte alles das essen was ich auch früher gegessen habe, vom Hamburger über Gulasch, Currywürstchen Schnitzel ....gibt es alles aus Soja oder Seitan oder Lupineneiweiß, so abwechslungsreich hab ich noch nie in meinem Leben gegessen.

Schau mal:
http://www.youtube.com/watch?v=AqH_UALuEXM

http://www.youtube.com/watch?v=aH6RpZDeuPQ

Du kannst zum Binden auf ein wenig Sojapulver nehmen, ist wahrscheinlich nix anderes als NO EGG
wize.life-Nutzer
Hallo Waltraud, ich hab hier mal einen Link, der Dir vielleicht weiter hilft. Seitlich findest Du jede Menge weitere Videos. Wenn Du magst, kann ich Dir auch Links geben, wo Du fertige Sachen bestellen kannst.
http://www.youtube.com/watch?v=Kmy_03di1W0

Falls Du weitere Fragen hast....jederzeit gerne. Ich freue mich.
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