Sterbehilfe-Verbot gekippt - Gericht: "Recht auf selbstbestimmtes Sterben"

Es gibt ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben - das hat das Bundesverfassungsgericht am Mittwoch geurteilt und damit das Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe gekippt. Das 2015 eingeführte Verbot verstößt nach Auffassung der Richter gegen das Grundgesetz.

Sterbehilfe-Paragraph 217 ist laut Bundesverfassungsgericht nicht mit Grundg ...
Sterbehilfe-Paragraph 217 ist laut Bundesverfassungsgericht nicht mit Grundgesetz vereinbarFoto-Quelle: Pixabay

Es gebe ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben, sagte Bundesverfassungsgerichts-Präsident Andreas Voßkuhle, bei der Urteilsverkündung am Mittwoch in Karlsruhe.

Gericht: Freiheit, sich das Leben zu nehmen

Das schließe die Freiheit ein, sich das Leben zu nehmen und dabei Angebote von Dritten in Anspruch zu nehmen. Der neue Strafrechtsparagraf 217 mache das weitgehend unmöglich.

Deshalb erklärte das höchste deutsche Gericht Paragraf 217 im Strafgesetzbuch nach Klagen von schwerkranken Menschen, Sterbehelfern und Ärzten für nichtig.

Die Entscheidung des Einzelnen, "seinem Leben entsprechend seinem Verständnis von Lebensqualität und Sinnhaftigkeit der eigenen Existenz ein Ende zu setzen, ist im Ausgangspunkt als Akt autonomer Selbstbestimmung von Staat und Gesellschaft zu respektieren", heißt es in dem Urteil.

Paragraf 217 stellt die "geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung" unter Strafe. Bei Verstößen drohen bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe. Straffrei bleiben Angehörige und "Nahestehende", die beim Suizid unterstützen.

Bundesregierung muss neues Gesetz vorlegen

Mit dem Paragrafen wollte der Gesetzgeber verhindern, dass Suizidhilfe-Vereine, die sich für ihre Dienste meist bezahlen lassen, gesellschaftsfähig werden und ihre Angebote ausweiten.

Nach dem Karlsruher Urteil ist jetzt die Bundesregierung in der Pflicht, ein neues Gesetz auf den Weg zu bringen, das dem Richterspruch standhält.

Gesetzgeber darf Suizidhilfe regulieren

Aus dem am Mittwoch veröffentlichten Urteil folge nicht, dass es dem Gesetzgeber untersagt sei, "die Suizidhilfe zu regulieren", so die Richter.

Es müsse aber sichergestellt sein, dass "dem Recht des Einzelnen, sein Leben selbstbestimmt zu beenden, hinreichend Raum zur Entfaltung und Umsetzung verbleibt".

Solange es kein neues Gesetz gibt, gilt Paragraf 217.

29 Kommentare

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Gesetzgeber darf Suizidhilfe regulieren

Aus dem am Mittwoch veröffentlichten Urteil folge nicht, dass es dem Gesetzgeber untersagt sei, "die Suizidhilfe zu regulieren", so die Richter.

Es müsse aber sichergestellt sein, dass "dem Recht des Einzelnen, sein Leben selbstbestimmt zu beenden, hinreichend Raum zur Entfaltung und Umsetzung verbleibt".

Solange es kein neues Gesetz gibt, gilt Paragraf 217.
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Finde ich absolut klasse und in Ordnung, denn mein leben gehört mir und darüber hat kein dritter zu entscheiden.
Es wurde Zeit das wir hier enflich mal auf den grünen Zweig kommen was das angeht!
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So ist es gut !
Es ist mein Leben und niemand auf der Welt hat darüber zu bestimmen.
Wenn ich zb. schwer erkranke und ICH der Meinung bin........JETZT ist der Zeitpunkt zu gehen dann werde ich das umsetzten. Punkt
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Ich, der ich das Leben in allen seinen Facetten liebe:
Ich frage mich, ob eine (Zwangs-)Einweisung in eine Klinik bei Eigengefährdung nach diesem Urteil weiterhin erfolgen darf?
Oder anders formuliert: Wenn ich meinte mich von der Brücke stürzen zu wollen....? hält mich dann jetzt wirklich niemand mehr davon ab?

Irgendetwas bei diesen Gedanken macht mir Angst.
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Wenn es soweit käme darf und soll mich Keiner auch dran hindern,Dann will ich auch sterben. Und das ist auch mein Recht!
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Stop -
Es geht hier endlich um ein geregelt selbsbestimmtes Lebens-ENDE, eines jedem einzelnen zu legalisieren. Damit ist nicht von der Brücke stürzen, nicht vor ein Zug werfen oder ähnliches gemeint - das andere Menschen gefährden kann, gemeint.
Desshalb muss der Begriff "geordnetes Ende" richtig verstanden werden.
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Aus ethischen Gründen halte ich ein Recht auf Freitod, für zweifelhaft. Aber wenn, dann bitte für alle...soviel Konsequenz müsste um der Gerechtigkeit willen sein!
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Ich habe einen Hirntumor,einen Herzstillstand und Magenkrebs überlebt. Ich glaube jetzt kann ich selbst bestimmen wann ich gehe.
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Ich sage wir mußten leiden bist zum letzten Atem zug nun ist das auch Gott sei dank ?
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Ich bin erleichtert!
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Ich auch!
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Das wurde höchste Zeit.
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Es ist und soll mein Recht sein selber zu bestimmen, wann ich was mit meinem Leben mache.
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Mir fällt ein riesen Stein vom Herzen. Jetzt sehe ich dem Sterben etwas gelassener entgegen .
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Stimmt Franzi, es gibt aber trotzdem genug Ärzte, die einem helfen werden. Nicht verkehrt, so etwas rechtzeitig mit dem Arzt deines Vertrauens das abzuklären. Es gibt Paliativmediziner, die einen auch unterstützen würden. Hoffen wir, dass wir es nicht benötigen. Mich beruhigt das aber ungemein, dass ich die Möglichkeit habe. In diesem Sinne alles Gute
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Es gilt nun für Ärzte und Medikamente dem entsprechende Gesetzesänderungen zu formulieren.
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Positiv denken
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Wenn ich so alt sein wollte-sollte wie meine Mutter , musssss ich noch 25 Jahre leben...................Naiaiaiaiainnnn.....
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Dann sind meine Kinder 80plus
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