Corona: Willkommen in der Risikogruppe, Alter!

Unser Autor hat Begegnungen mit jungen Menschen immer als bereichernd empfunden. Corona trübt nun das Verhältnis zwischen Jung und Alt - und dass er selbst jetzt zu den Älteren und damit zur "Risikogruppe" gehört, macht ihm das Leben auch nicht leichter. Eine Kolumne von Hermann Weiß

Hermann Weiß will nicht, dass Jüngere gegen Ältere und umgekehrt in der Coro ...
Hermann Weiß will nicht, dass Jüngere gegen Ältere und umgekehrt in der Coronakrise ausgespielt werden

Immer wieder schön, jungen Menschen zu begegnen! Also, ich find’ das schön. Umgekehrt weiß ich nicht so recht.

Ich sag’ mal so: Zur prinzipiellen Skepsis der Jüngeren den Älteren gegenüber - eine Einstellung, die ich voll okay finde, die ich von mir selber kenne und mit der ich gut gefahren bin, bis ich an den Blicken der Jüngeren gemerkt habe, dass ich jetzt zum anderen Team gehöre - kommt grade noch was anderes.

Eine Mischung aus Höflichkeit, Unsicherheit und - diesem doofen Nähe-Distanz-Problem.

Bis vor Kurzem zum Beispiel hätte ich eine Situation im Supermarkt, wie sie mir neulich passiert ist, noch elegant aufgelöst. Ich hätte sie nicht gesucht, also nicht direkt, aber man weiß ja: Supermärkte sind flirty places und deshalb wäre ich auch nicht zu Tode erschrocken.

Jetzt, in diesen Corona-Tagen, erlebe ich dieselbe Situation - dass eine junge Frau und ich vor dem Regal mit Cereals fast ineinander rauschen - ganz anders, nämlich so, dass die Frau kurz panisch wird.

Sie scannt mich und ich kann sehen, was sie denkt. Du: Mann. Du: älter. Macht nach allem, was man zu Krankheitsverläufen bei Covid-19 weiß, doppeltes Risiko für dich! Sie entschuldigt sich. Ich sag’ "kein Problem" - und schieb’ schnell weiter.

Das Bedauern der Jüngeren

Aber: Ich hab’ natürlich ein Problem damit, mit 62 wie Sauerrahm unter Milchprodukte automatisch in die Abteilung "Risikogruppe" einsortiert und von Jüngeren nur noch bedauert oder gemieden zu werden und das auch noch zu meinem angeblichen Vorteil.

Ist doch unsexy, denk’ ich mir.

Alter! Sagt dagegen mein vernünftigeres Ich. Willst du dich beschweren und wenn ja, worüber? Tja.

Einerseits hat es da in letzter Zeit die eine oder andere Debatte gegeben, die ich erst mal verdauen muss - zum Beispiel die, ob man ältere Leute nicht besser isoliert und Jüngere sich einfach austoben lässt, so dass man auch das öffentliche Leben wieder hochfahren könnte.

Andererseits, sagen Experten, ist das praktisch nicht machbar, weil man nämlich, um wirklich alle Risikogruppen zu erfassen, knapp die Hälfte aller Deutschen zu Hause einsperren müsste: die 60-90-Jährigen plus die Leute mit Vorerkrankungen plus die Millionen Raucher, weil Rauchen bei Covid-19 als Vorerkrankung gilt.

Sieht so aus, als ob wir uns weiter arrangieren müssten, die Älteren mit den Jüngeren und die Jüngeren mit den Älteren, denk’ ich mir, und mal mir die Zukunft sofort eine Spur rosiger.

Zurück in die Zukunft

Vielleicht werden wir ja irgendwann, wenn wir auf diese Zeit zurückschauen, sagen, dass uns das als Gesellschaft weitergebracht hat?

Und wenn nicht, bleibt uns immer noch Paris, nein, Quatsch, aber der eine oder andere Moment, an den ich mich erinnern werde wie den mit dem Rasta-Mädchen und ihrem Freund.

Sie kamen mir eng umschlungen im ansonsten fast menschenleeren Park entgegen. Als das Mädchen mich sieht, verzieht es den Mund zu einer Grimasse, die entfernt an das Emoji mit den entblößten Zahnreihen erinnert. Das Ganze kommt mir vor wie eine Geisterbeschwörung im Vorübergehen. Ohne Worte. Und ohne dass jemand das Gespenst, um das es geht, beim Namen nennen müsste.

Best Voodoo Moment of the Year!

Gut fand ich auch die Begegnung mit dem Zigarettenmädchen. Das Mädchen, Typ: Studentin, geht mir auf der Brücke nicht aus dem Weg. 1,50 Meter oder zwei Meter Sicherheitsabstand interessieren sie nicht - "wenn das jemanden interessieren sollte, dann dich", signalisiert sie mir schon von Weitem, nur mit ihrer Körpersprache.

Der Gipfel aber ist, wie sie beim Näherkommen ohne Hast, aber auch nicht übertrieben genussvoll an ihrer Zigarette zieht und den Rauch von sich in Richtung Fluss bläst und mir dabei in die Augen schaut: Da macht es bei mir "klick". Rauchen ist Müll und bleibt Müll, ob mit oder ohne Corona. Aber genau wie diese junge Frau hätte ich mich in ihrem Alter, unter den gegebenen Umständen, auch verhalten können.

Von Natur aus furchtlos!

Das nimmt mich einen irrationalen Moment lang komplett für sie ein.

Corona-News am laufenden Band

Als ich nach Hause komme und die auf dem Smartphone aufgelaufenen Corona-News abarbeite, stolpere ich über zwei, drei Texte, die ich spontan zum Kotzen finde. So was wie: "Schadet Corona Fridays for Future?"

Manche Medien geben sich gerade große Mühe, die Jüngeren gegen die Älteren auszuspielen, finde ich.

Ich hoffe, dass ihnen das nicht gelingt.

194 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Heute bei Facebook gelesen = Die ganz einfache Corona-Lösung =
Alle Menschen, die Angst + Panik wegen dem Coronavirus haben, mögen weiter in Quarantäne bleiben, Mundschutz tragen und sich impfen lassen. Für alle anderen gilt: Lebt Eure Leben, geht raus, habt Spaß an Eurer Arbeit und feiert das Leben.
Das ist Freiheit !!!
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wize.life-Nutzer
Ich wurde von einem ehemaligen Hitlerjungen - der diese seine Fehlentscheidung stark bereute - dazu erzogen, zu unterscheiden zwischen

Wissenschaftlern - das sind jene Menschen wie ein Herr Wieber. Wenn er sich äußerst, öffentlich, dann kann ich seine Aussage ebenso von einem Kollegen aus Wuhan und jenem der John-Hopkins-University nachlesen. Gibt ja kostenlose Übersetzer online. Herr Wieber ist nicht darauf angewiesen, dass seine Titel genannt werden. Sein Handeln verleiht ihm eh entsprechende Titel. Er gehört jener Gruppe von Menschen an, die auf ihrem jeweiligen Fachgebiet nach neuem Wissen suchen um es der Menschheit zur Verfügung stellen zu können. Und deren neu gefundenes Wissen gilt so lange, bis das Gegenteil nicht nur nachgewiessen, sondern in einem standardisierten Prozess bewiesen ist. Letzter Satz ist ein wesentlicher Bestandteil von Wissenschaft, den die Gesellschaft gerne ausblendet.

Fachmenschen - das sind jene Menschen, die auf eine Frage sinngemäß und auf reichlich gleiche Weise reagieren. Es spielt hier keine Rolle, ob es sich um einen Juristen oder einen Schreiner handelt. Wer sein Handwerk versteht, der kann eine Frage eben nur fachkompetent beantworten.

Esperten - das sind Titelträger. Sie sind auf ihre Titel angewiesen. Oft haben sie nicht mehr. Und das kann dann nachgewiesen werden. Oft sehr leicht. Wir sitzen ja alle vor der größten Bibliothek der Menschheitsgeschichte, kommen sehr bequem und kostenlos an die Möglichkeiten, den Gegenbeweis führen zu können.

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Ich bin über 60, rauche.

Als dieser ganze Unsinn anfing mit dem Expertengeschwafel, da fuhr ich mit der Straßenbahn. Hier und da habe ich halt mittlerweile so meine Hustenanfälle. Kommt davon, wenn jahrzehntelang geraucht wird. Seit ich die habe habe ich mir angewöhnt, ein Tuch dabei zu haben um es mir vors Gesicht zu halten. Denn wenn ich schon mal huste, dann bitte auch richtig. Das führt gerne mal zu ordentlichem Auswurf. Was ja Absicht ist.

Ich setzte mich hinter eine Frau, die einen Schal um ihre Atemwege gelegt hatte. Dann bekam ich einen kleinen Hustenanfall. Sie sah zu mir hin, sah mich und drehte sich beruhigt um. Wie viele andere, die in der Bahn waren.

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Ich gehöre keiner Risikogruppe an. Denn der Begriff ist im Zusammenhang mit Covid-19 nicht haltbar. Sagt Wissenschaft. Wird von der Fachwelt zunehmend bestätigt.

Warum gehöre ich keiner Risikogruppe an?

Weil der Begriff im Zusammenhang mit dieser stark ansteckenden Erkrankung eher gefährlich als nützlich ist.

Tatsache ist:

Zu Beginn des Ausbruchs wurden junge Menschen so gut wie gar nicht auf Covid-19 getestet, die verstarben. Gesunde junge Menschen bis kleine Kinder.
Was nicht getestet wurde wurde nicht nachgewiesen.

Warum wurde nicht getestet?

Schlampigkeit bezogen auf Hirnleistung ist ein Grund. Um es mal auf den Punkt zu bringen.

Ein anderer: Es gab viel zu wenige Testmöglichkeiten.

Warum gab es viel zu wenige Testmöglichkeiten?

Weil es nun mal Zeit braucht, einen entsprechenden Test für eine neue Geschichte zu entwickeln. Und Geld.

Da aber die Pharmaindustrie schon vor Jahren öffentlich erklärte, der Coronastamm sei ihr in der Erforschung zu teuer geworden, sie halte sich nun raus oder Politik trage die Kosten. Da aber darauf Politik erklärte, es sei nicht effektiv genug, da Steuergelder zu investieren in angemessener Höhe, es sei viel wichtiger, die Folgen des Treibens unfähiger Experten durch Steuergelder zu tragen.
Da sich der Souverän, also Machtinhaber in vielen Staaten - auch Deutschland - nicht dafür interessiert, was in seinem Namen und auf seine Kosten geschieht

brauchte es eben etwas länger als nötig, bis eine entsprechende Testmöglichkeit entwickelt war.

Und dann musste erst mal ein Betrieb gefunden werden der bereit war, so einen Test herzustellen.

Der Markt ist diesbezüglich noch lange nicht gedeckt. Um es mal marktwirtschaftlich auszudrücken. Es fehlt also weiterhin vorne und hinten an Testmöglichkeiten. Aber es sind immerhin schon genug da, damit hier und da eben auch junge Tote auf Covid-19 hin getestet werden können.

Was Politik aber längst nicht selbstverständlich bereit ist zu finanzieren.

Da wo Politik dazu bereit ist wird dann eben auch bei jungen Menschen Covid-19 nachgewiesen. Gesunden jungen Menschen. Gut genährt, sportlich und so fort.

Ich muss mich also nicht als besonders abstempeln lassen. Ich darf es mir wert sein Vorschrift Nr. 63 auch diesbezüglich ernst zu nehmen:

Nimm dich nicht so wichtig.


Denn viel, viel wichtiger sind ganz andere Themen. Zum Beispiel, dass wir ganz selbstverständlich von Pflegepersonal im ganzen Land erwarteten, dass sie ohne Bremsen mit einem schwer beladenen LKW auf der gut befahrenen Autobahn unterwegs waren und sind. Das Bild ist stimmig. Ein Armutszeugnis für unser ganzes Land.

Mich hätte dazu kein Mensch nötigen können. Ich wäre vorher ins Gefängnis gegangen.
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wize.life-Nutzer
Ich bin jeden Tag in der ambulanten Pflege unterwegs und mit 57 gehöre ich wohl auch zur Risikogruppe , dass gilt natürlich nicht für Pflegepersonal und Ärzte 😏
Ich beobachte einfach das die Leute insgesamt vorsichtiger agieren und zum Glück Abstand halten so wie ich es außer im Dienst es natürlich auch tue . Das ist gut und sinnvoll der Herr Autor jammert auf hohem Niveau und hat offensichtlich eine kleine Alterskrise 😉
wize.life-Nutzer
Da stimme ich dir mal voll und ganz zu, wize.life-Nutzer 👍
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wize.life-Nutzer
Ich selbst finde das toll. In 8 Monaten ist Schluss mit arbeiten. Und ich sehe wie unglaublich leichtsinnig jüngere Leute mit dem Leben umgehen Rauchen kiffen saufen als ob das Leben nie zu Ende geht. Ich bin zufrieden und was jüngere Leute machen ich habe auch viel Blödsinn gemacht aber ich denke die älteren Generation da ging es mehr um arbeiten arbeiten arbeiten
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wize.life-Nutzer
Der Autor hat scheinbar ein wenig Probleme mit dem Älter werden., Es ist nun einmal so dass man nicht ewig jung bleibt. In der heutigen Situation hat die Eingruppierung in die Risikogruppe nichts damiut zu tun dass die Jüngeren gegen die Älteren ausgespielt werden. Es ist einfach eine Voirsichtsmaßnahme nichts Anderes. Erwiesener maßen sind nun mal Menschen die die 40/50 überschritten haben scheinbar anfälliger gegen das Virus. Der Autor könnte sich auch darüber freuen dass er sein Alter erreicht hat und es ihm gut geht -hoffentlich immer.
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wize.life-Nutzer
Es ist einfach und unkompliziert mit dem Finger auf Andere zu zeigen, anstatt seinen inneren Schweinehund zu überwinden.
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wize.life-Nutzer
Mit inzwischen über 60 Jahren gehöre ich ja theoretisch auch in die Risikogruppe. Nur für meinen Berufsstand - Ärztin - gilt das nicht. Ich darf munter weiter arbeiten, sogar Pflichtdienste in der zentralen Notfallpraxis leisten, wo es weder Mund-Nasenschutzmasken noch sonstige Schutzkleidung gibt. Nur noch wenige Jahre bis zum sog. Ruhestand, aber auch das wird ja nix, wenn sich die Politik einfallen lässt, medizinisches Personal notfalls zwangsweise zu rekrutieren und zum Dienst verpflichten. Corona ist ja sicherlich nicht das Ende der Fahnenstange, mal schauen, welchen Viren es im nächsten Jahr einfällt zu mutieren und sich an der Menschheit zu zu laben. Noro hatten wir schon länger nicht mehr
Ach übrigens: mein hoffentlich noch gesunder Verstand hilft mir, in dieser "Krise" ruhig und gelassen zu bleiben. Woran ich kaputt gehe, sind die ständigen medialen Aufreisser, mit Verwendung von Vokabeln wie ".... kämpfen an der Front......." und anderen, die täglich wechselnden widersprüchlichen Aussagen aus der Politik, und die Frage, ob und wenn ja, wo ich nach Ostern noch Klopapier bekomme
wize.life-Nutzer
Danke für den wertvollen Kommentar und die darin enthaltenen Hinweise, dass es mit Panikmache kaum weiter geht. Doch was werden die Zuständigen wie WHO, Pharma und Gates weiter entscheiden was sie mit uns "Alten" machen wollen?
Sagte Gates nicht etwas in der Art: wir sind zuviele Menschen auf dem Planeten?
Ich wünsche einen starken Willen zum Weitermachen und Frohsinn, dass es noch viele Menschen gibt, die ihr Gehirn einschalten bei der "Pandemie" und einmal über den sogenannten Tellerrand hinaus blicken.
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wize.life-Nutzer
Jeder macht andere Erfahrungen. Der eine mit jüngeren. Der andere mit älteren. Ich habe wegen meinem Alter mit überhaupt niemanden ein Problem. Ich arbeite. Ich halte Abstand. Ich wasche meine Hände. Ich besuche meine Enkel und Freunde nicht. Punkt. Ist ja nicht für immer. Ich bin vorsichtig und verfalle nicht in Panik. Gerade jetzt sehe ich mal wieder wie viele blöde und rücksichtslose Leute es gibt .
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wize.life-Nutzer
Ich habe kein Stress.
Weder mit Jung noch sonst irgedjemand. Mundschutz trage ich nicht. Dafür trage ich meist ein Lächeln im Gesicht....
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wize.life-Nutzer
Dass meine Söhne fast täglich mich beschwören, zuhause zu bleiben und die Maske zu tragen ?!ist OK, aber die empörten Blicke der mittleren Generation sehe, wenn ich zu meiner älteren Schwester den kleinen Umweg nehme , um frische Luft und Bewegung zu haben, sind mir rätselhaft 🤔
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