Festnahme am Frankfurter Flughafen: IS-Anhängerin nach Einreise verhaftet

Eingriff am Frankfurter Flughafen: Die Bundesanwaltschaft hat am Freitagabend eine Frau bei ihrer Einreise nach Deutschland festnehmen lassen. Der Verdächtigen wird vorgeworfen Mitglied der terroristischen Vereinigung "Islamischer Staat (IS)" zu sein.

Festnahme am Frankfurter Flughafen: IS-Anhängerin nach Einreise verhaftet
Festnahme am Frankfurter Flughafen: IS-Anhängerin nach Einreise verhaftetFoto-Quelle: Pixabay

Wie die Bundesanwaltschaft in einer Pressemitteilung verriet, handelt es sich bei der Festgenommenen um die deutsche Staatsbürgerin Nasim A., die im Jahr 2014 nach Syrien auswanderte, um dort im Herrschaftsgebiet des "IS" zu leben.

Laut Informationen von Focus Online, soll sie nun mit einem Linienflug am Frankfurter Flughafen angekommen sein, nachdem sie von türkischen Behörden des Landes verwiesen worden war. Mit ihr und einer weiteren abgeschobenen Frau, sollen sich auch Beamte des Bundeskriminalamts an Bord befunden haben.

Türkei schiebt ausländische IS-Anhänger ab

Die Regierung in Ankara hatte vergangene Woche angekündigt gefangengenommene IS-Anhänger ausländischer Staatsbürgerschaft in ihre "europäischen Heimatländer" zurückzuführen. Die Türkei sei "kein Hotel für IS-Mitglieder", so Innenminister Süleyman Soylu. "Das sind Eure Bürger. Wir schicken sie Euch zurück".

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Beschuldigte zog 2014 ins Herrschaftsgebiet des "IS"

Nasim A. wird zur Last gelegt, Ende des Jahres 2014 nach Syrien gereist zu sein, um sich der terroristischen Vereinigung IS anzuschließen. Spätestens Anfang 2015 habe sie laut Bundesanwaltschaft einen IS-Terroristen nach islamischem Ritus geheiratet. Mit diesem zog sie anschließend in den Irak, wo sie sich bis ins Jahr 2016 in der Stadt Tal Afar aufhielt.

Der "IS" soll dem Ehepaar dort ein Haus zur Verfügung gestellt haben. Das Wohnhaus hatte der "IS" in seine Gewalt gebracht, nachdem die rechtmäßigen Bewohner entweder vor der Terrororganisation geflohen oder von ihr vertrieben, inhaftiert oder getötet worden waren.

100 US-Dollar monatlich vom "IS" - Stets mit Sturmgewehr bewaffnet

Nasim A. erhielt schließlich ein Gehalt von 100 US-Dollar monatlich, dass sie sich um den Haushalt kümmerte und ihr Ehemann somit "uneingeschränkt der terroristischen Vereinigung zur Verfügung stehen konnte".

Sie selber soll ebenfalls in Besitz eines vollautomatischen Sturmgewehrs vom Typ "Kalaschnikow" gewesen sein, das sie mit sich führte, wenn sie das Haus verließ.

Später sei Nasim A. mit ihrem Ehemann nach Syrien umgesiedelt, wo sie sich wiederum - wie vom "IS" vorgesehen - um die Haushaltsführung und die Belange der Familie kümmerte. Anfang des Jahres 2019 konnte die Beschuldigte von kurdischen Milizen in Gewahrsam genommen werden. Sie kam anschließend im Flüchtlingslager "al-Haul" unter.

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