Um Minderjährige zu missbrauchen - Frau verkleidete sich als Junge

Die Polizei fürchtet, dass bis zu 50 minderjährige Mädchen zu Opfern von Gemma Watts geworden sein könnten. Die Frau verkleidete sich als Junge und verging sich dann an den Teenagern. Die Mädchen hatten bis zuletzt geglaubt, heterosexuelle Liebesbeziehungen zu haben.

Um Minderjährige zu missbrauchen - Frau verkleidete sich als Junge
Um Minderjährige zu missbrauchen - Frau verkleidete sich als JungeFoto-Quelle: Met Police

Wie die BBC meldet, gab sich die 21-jährige Gemma Watts aus dem Londoner Stadtteil Enfield im Internet als ein 16-jähriger namens "Jake Waton" aus. Mit ihren gefälschten Profilen auf Snapchat- und Instagram nahm sie dann Kontakt mit minderjährigen Mädchen im Alter von 13 bis 16 Jahren in ganz England auf. Dabei sprach sie Teenager-Slang, sendete schmeichelhafte Nachrichten und tauschte intime Fotos aus, bis sie schließlich persönlich zu ihren Opfern reiste. Zur Tarnung band sie ihren langen Haare zu einem Knoten zurück und trug eine Baseballkappe. Um ihren weiblichen Körper zu verschleiern, trug sie unter ihrem Kapuzen-Pullover einen Joggingbody und stopfte sich vermutlich eine Socke in die Hose.

Gemma Watts als Frau und als "Jake Waton"
Gemma Watts als Frau und als "Jake Waton"Foto-Quelle: Met Police

Gemma Watts Treiben flog erst auf, als eines der Mädchen 2018 ihrem Arzt in Hampshire offenbarte, dass sie in einer Beziehung zu einem älteren Jungen stand. Dieser informierte dann die Polizei, die der Täterin so auf die Schliche kam. Nach ihrer Vernehmung im Oktober 2018 wurde sie wieder auf freien Fuß gesetzt, nur um wenig später erneut festgenommen zu werden, als sie mit einem weiteren Opfer in einem Zug aufgegriffen wurde. Die Beamten dachten dabei zunächst, sie sei ein 16-jähriger Junge und brachten sie nach London, bevor sie ihre wahre Identität erkannten.

Suizid-Versuche bei den Opfern

Die Straftaten, die Gemma Watts eingestanden hat, betreffen eine 13-Jährige aus Plymouth, zwei 14-Jährige aus Surrey und Hampshire und eine 16-Jährige aus den West Midlands. An dem Fall ist vor allem bemerkenswert, dass die Tarnung auch durch intime Handlungen nicht aufflog. Bei einem der Mädchen übernachtete die Täterin über drei Monate lang regelmäßig und fasste sie dann an. In einem anderen Fall glaubte eine der Minderjährigen, sie würde Watts´Genitalien berühren, wobei es sich aber vermutlich um eine ausgestopfte Socke handelte. Sie war so überzeugend, dass sie als "Jake" sogar Zeit mit einigen Eltern der Mädchen verbrachte.

Als ihr falsches Spiel aufgedeckt wurde, brach für die Mädchen eine Welt zusammen. Sie hatten bis zuletzt geglaubt, eine heterosexuelle Beziehung mit einem männlichen Teenager zu haben. Ein 14-jähriges Mädchen sagte, ihr Herz sei explodiert, als sie von der Polizei die Wahrheit über Watts erfuhr. In einer vor Gericht verlesenen Erklärung sagte sie:

"Meine Welt hat aufgehört, ich habe tatsächlich aufgehört zu atmen. Ich habe ihn so sehr geliebt."

Zwei der Mädchen unternahmen aufgrund ihrer traumatischen Erfahrungen mehrere Selbstmordversuche.

Das Ausmaß der Verbrechen

Nachdem Gemma Watts im Juli 2019 zugab, dass sie als "Jake" mit ihren Opfern sexuell aktiv war, wurde sie wegen Penetration, Missbrauch von Kindern und Missbrauch von Jugendlichen zu acht Jahren Haft verurteilt. Die Richterin Susan Evans erklärte in ihrer Urteilsbegründung Watts habe junge Mädchen für ihre eigene Befriedigung ausgebeutet und wandte sich dann direkt an die Täterin:

"Ihre Jugend, wie Sie eindeutig wussten, machte sie naiver und machte es wahrscheinlicher, dass Sie mit Ihrer Täuschung davonkommen."

Unklar bleibt, wie viele Mädchen tatsächlich zu Opfern wurde. Die zuständige Ermittlerin Phillipa Kenwright geht von 20 bis 50 Fällen insgesamt aus. Ihr Kollege
Nicholas Plummer sieht den Fall als Weckruf für die Eltern:

"Dies ist ein wirklich schockierender Fall. Er erinnert uns daran, wie viel Zeit Täter für die Ausbeutung von Kindern investieren."

"Eltern und Betreuer sollten das Vertrauen haben, mit ihren Kindern über ihre Online-Aktivitäten zu sprechen."

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