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Justizirrtum: Frau nach 40 Jahren aus dem Gefängnis entlassen

Janet D. wurde in den 70er-Jahren als Kind von einer Nachbarin entführt und jahrelang missbraucht. Bei einem Unfall kam die Tochter ihrer Peinigerin ums Leben und Janet wurde deswegen zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt. Jetzt konnten Anwälte ihre Freilassung durchsetzen – nach rund 40 Jahren Haft durfte sie das Gefängnis in Kalifornien verlassen.

Justizirrtum in den USA: Frau nach 40 Jahren aus dem Gefängnis entlassen
Justizirrtum in den USA: Frau nach 40 Jahren aus dem Gefängnis entlassen

Im Video | Justizirrtum: Frau nach vier Jahrzehnten aus dem Gefängnis entlassen

Es war im Jahr 1981, als die damals 18-jährige US-Amerikanerin Janet D. wegen Brandstiftung und Mordes verurteilt wurde - zu unrecht, wie Anwälte und Jura-Studenten der Vereinigung "Loyola Project for the Innocent" erklärten. Die Juristen konnten nun Janets Freilassung nach fast 40 Jahren Haft bewirken, da diese offenbar schon vor 22 Jahren für eine Bewährung hätte in Frage kommen müssen. Jetzt arbeiten die Anwälte daran, auch das Urteil annulieren zu lassen, berichtet der US-Sender abc7.

Als Teenager von Nachbarin entführt

Den Anwälten zufolge war Janet erst 10 Jahre alt, als ihre Nachbarin begann, sie sexuell zu belästigen. Als sie 14 wurde habe die Frau sie dann entführt und vier Jahre lang in ihrem Haus in Kalifornien festgehalten und missbraucht.

Kind stirbt bei Feuer-Exorzismus

Ihre Peinigerin habe ihr zudem eingeredet, dass sie von einem Dämonen besessen sei. Eines Tages soll sie die Teenagerin bei einem Exorzismus-Ritual dazu gezwungen haben, sich selbst anzuzünden. Aus Angst habe Janet damals gehorcht und sich selbst in Brand gesteckt. Dabei erlitt sie schwere Brandwunden. Zudem schlug das Feuer aus und verschlang die achtjährige Tochter der Entführerin. Das Kind verstarb.

Nach dem Vorfall wurde Janet D., obwohl sie selbst Opfer war, zu lebenslanger Haft verurteilt.

Jetzt betritt die mittlerweile 58-jährige Frau zum ersten Mal seit mehreren Jahrzehnten freien Boden. "Es fühlt sich so gut an. Ich hätte nie gedacht, dass ich dieses Gefühl haben würde. Ich bin so dankbar", sagte sie unter Applaus und Jubel der anwesenden Juristen des Loyola Projects.

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