Verwechslung: Münchner Klinik erklärt Corona-Patientin für tot

Zwei Tage lebte eine Frau in dem Glauben, ihre Schwester sei in einer Münchner Klinik an Covid-19 gestorben. Auch der elfjährige Sohn der Schwester trauerte um seine Mutter. Dann kam der Anruf aus dem Krankenhaus: Es handelte sich um eine Verwechslung.

Eine Klinik hat aus Versehen die falsche Frau für tot erklärt
Eine Klinik hat aus Versehen die falsche Frau für tot erklärtFoto-Quelle: pixabay

Für den Sohn der angeblich Verstorbenen war bereits eine Welt zusammengebrochen. "Es gibt ja nichts Schlimmeres für ein Kind als so eine Nachricht", sagte die Tante des Elfjährigen, Andrea, im Gespräch mit Bayern3-Moderator Sebastian Winkler.

Arbeitgeber war schon informiert

Das Sterbebüro der Klinik habe sie über den Tod unterrichtet. Als sie zwei Tage später in die Klinik fuhr, um die persönlichen Sachen ihrer Schwester abzuholen, waren bereits weitere Angehörige wie auch der Arbeitgeber informiert und ein Bestattungsinstitut kontaktiert worden.

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"Bitte regen Sie sich jetzt nicht auf"

Portemonnaie, Wohnungsschlüssel, ein Foto des Neffen und weiteres habe schon in einer Tüte bereitgestanden. Als sie danach bei einem Supermarkt parkte, klingelte ihr Handy. Es war nochmal die Klinik. "Das Gespräch ging dann los mit den Worten: Bitte regen Sie sich jetzt nicht auf", erzählte die Frau laut br.de. "Setzen Sie sich am besten. Es gab da eine Verwechslung. Ihre Schwester ist gar nicht verstorben. Es geht ihr gut soweit."

Welch Achterbahnfahrt der Gefühle. "Das ist natürlich schon extrem gewesen, vor allem für meinen Neffen", sagte sie.

"Menschlicher Fehler im Verwaltungsablauf"

Irgendwo zwischen Station und Sterbebüro müsse es einen Kommunikationsproblem gegeben haben, schätzt Andrea, die selbst in einer Münchner Klinik arbeitet. Die Dame im Sterbebüro sei davon ausgegangen, dass sie schon vom Arzt unterrichtet worden sei, was nicht der Fall war.

Die Klinik spricht von einem "menschlichen Fehler im Verwaltungsablauf". Inzwischen stehe der behandelnde Chefarzt mit den Angehörigen in Kontakt, "interne Abläufe wurden umgehend geändert, um das künftig auszuschließen."

Vor allem froh

Andreas Fazit lautet: "Wo Menschen arbeiten, da passieren Fehler." Sie ist vor allem froh, dass die Schwester noch lebt und auf dem Weg der Besserung ist.

Quelle:
br.de

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