Spektakuläre Crashtests: Neuwagen sind nicht sicherer als Unfallwagen
Fazit von fünf Crashtests mit einem Auto: Ein fachgerecht reparierter Kleinw ...
Fazit von fünf Crashtests mit einem Auto: Ein fachgerecht reparierter Kleinwagen ist auch nach einem Strukturschaden so sicher und reparaturfreundlich wie ein Neufahrzeug.Foto-Quelle: Allianz/seniorbook

„In einem Kleinwagen fühle ich mich nicht so sicher wie in einer großen Limousine“, nicht wenige denken so. Auch fürchten sie, dass nach einem vorangegangenen Unfall die Crashstruktur der vorgeschädigten Karosserie nicht den Schutz bietet wie ein unfallfreier Wagen. Diese Fragen wollte das Technikzentrum der Allianz beantworten. Außerdem wollte der Autoversicherer wissen, welche Schäden bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten an einer Karosserie entstehen und wie hoch die Reparaturkosten ausfallen.

Fünf Crashtests für den Up

Testkandidat für die aufwendigen Versuche war der kleinste Personenwagen im VW-Konzern, der Up. Er wird auch als Mii und Citigo von der spanischen Tochter Seat und dem tschechischem Unternehmen Skoda angeboten.

Dafür wurde der Kleinwagen im AZT mit acht, zwölf, 15 und 20 Kilometern pro Stunde mit der Front gegen eine starre Barriere gefahren. Nach jedem der vier Crashtests wurde das Fahrzeug jeweils in der institutseigenen Werkstatt nach Herstellervorgaben mit Volkswagen-Originalteilen fachgerecht repariert.

Die Herausforderung mit Tempo 64 km/h

Der nächste Test war ungleich anspruchsvoller. Nach diesen kleineren Auffahrunfällen wurde das reparierte Fahrzeug mit den vier Vorschäden einem High-Speed-Crashtest im Frontbereich ausgesetzt. Es herrschten die gleichen Bedingungen wie sie der standardisierte EuroNCAP fordert. Die Aufprallgeschwindigkeit betrug 64 Kilometer pro Stunde. Anschließend wurden die Werte mit denen eines Neufahrzeugs verglichen. Das Ergebnis aller Tests zeigt: Ein fachgerecht reparierter Kleinwagen ist auch nach einem Strukturschaden so sicher und reparaturfreundlich wie ein Neufahrzeug.

Das Fazit der Experten der Allianz und von Volkswagen: Bei fachgerechter Reparatur bleibt die Sicherheit von Fahrzeugen auch nach mittelschweren Schäden in vollem Umfang erhalten – vorausgesetzt, dass sich die Werkstätten an die Herstellervorgaben gehalten haben und Ersatzteile in Qualität der Originalteile verwendeten.

Die Testserie des Versicherers zeigt, dass die Reparaturkosten am Fahrzeug bis zu einer Aufprallgeschwindigkeit von 15 Kilometer pro Stunde (dieser Test entspricht einer Kollision auf ein stehendes Mittelklasse-Fahrzeug bei einer Geschwindigkeit von ca. 20 bis 25 km/h) mit weniger als 1500 Euro auf niedrigem Niveau bleiben.

Die Notbremse verhindert oder mildert Unfälle

Bei 20 km/h, dies entspricht in etwa einer Aufprallgeschwindigkeit von 30 bis 35 km/h bei einer Fahrzeug-Fahrzeug-Kollision, steigen sowohl der Schadenumfang als auch die Reparaturkosten deutlich an. "Hier setzen moderne City Notbremssysteme an, wie sie auch für Kleinwagen erhältlich sind. Sie können einen Auffahrunfall ganz verhindern oder die Aufprallgeschwindigkeit deutlich mindern können. "Notbremsassistenten senken sowohl die Häufigkeit von Auffahrunfällen als auch deren Kosten in allen Fahrzeugklassen, speziell auch im Kleinwagensegment“, sagt Christoph Lauterwasser, Leiter des Technikzentrums der Allianz. "Durch die geringere Aufprallgeschwindigkeit erhöht sich der Insassenschutz, und das Risiko von Verletzungen der Halswirbelsäule wird bei den unfallbeteiligten Fahrzeuginsassen vermindert."

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