Warum eigentlich… muss es immer Fahrrad sein?
Elektroroller können zur Lösung von Verkehrsproblemen sehr gut beitragen
Elektroroller können zur Lösung von Verkehrsproblemen sehr gut beitragenFoto-Quelle: BMW/seniorbook

CO2-Einsparung, Verkehrskollaps, überlasteter Nahverkehr all diese Probleme und noch mehr sollen durch den verstärkten Umstieg aufs Fahrrad gelöst werden – am besten mit rigorosen Einschränkungen für die Autofahrer. Warum das Schwarz-Weiß-Denken, warum Feindschaften aufbauen? Ich fahre wieder Motorroller – so wie in den Jahren als Schüler und Student

Gerade habe ich im Deutschlandradio wieder ein Mal eine lange Diskussion gehört, wie den Fahrradfahrern in den Ballungsgebieten mehr Raum geschaffen wird, der Autoverkehr zurückgedrängt und der öffentliche von Bus und Tram entlastet werden soll. Es sollen „Autobahnen“ für Radler gebaut, Fahrbahnen für Velos reserviert und große Teile des innerstädtischen Verkehrs aufs Fahrrad gelenkt werden. Die Argumentationskette in der eineinhalbstündigen Sendung der „Länderzeit“ aus Köln war klar unter den Diskutanten klar: Rad fahren ist gesund, verursacht kein CO2, beansprucht kaum Platz und ist der Königsweg schlechthin.

Schweißnass zu Arzt radeln?

Mir geht dieses Messianische schon lange gegen den Strich – obwohl oder gerade weil ich ein leidenschaftlicher Radfahrer bin. Ich will nicht Alles mit dem Fahrrad erledigen. Wer einen Termin bei Gericht hat oder beim Arzt, wird ja auch kaum schweißnass oder regentropfend dort erscheinen wollen. Die Einkäufe lassen sich kaum mit dem Fahrrad erledigen und wo findet man denn noch in Innenstadtlagen die viel besuchten Diskounter?

Bitte keine Bevormundung

Aber da wird theoretisiert, geschimpft und gefordert und schnell verlieren Interessensvertreter die Bodenhaftung. Dabei bemerken sie nicht, wie sich die von ihnen so gerne bevormundeten Menschen – alles nur im besten Sinne für sie! – schon längst ihre eigenen Konsequenzen gezogen haben. Denn sie wissen ganz genau wie sie ihre Mobilität organisieren. Auch das Auto gehört dazu. Am Wochenende zum Beispiel, um Ausflüge zu machen oder Großeinkäufe zu tätigen. Bus und Bahnen werden ebenso benutzt wie das Fahrrad. Der Zweck bestimmt die Nutzung. So liebe ich es, mit dem Motorroller in der Stadt unterwegs zu sein. Zwar leide ich auch unter den Zwängen, die den Autofahrern oktroyiert werden, aber nicht so stark – wie etwa durch horrende Parkplatzgebühren oder provozierter Ampelstau. Gleichzeitig kann ich sogar im Anzug Termine wahrnehmen und ernte bei meinen Gesprächspartnern Sympathien.

Der Staatspräsident Hollande mit Scooter zur Geliebten

In den südlichen Ländern wie Frankreich (Sie erinnern sich noch an das Foto des Staatspräsidenten Hollande mit Helm und Scooter auf dem Weg zu neuen Liebe?) oder Italien sind Motorroller das Gefährt besterdings. Sie beherrschen den Stadtverkehr ebenso wie in China. Nur hier fahren sie elektrisch – leise und lokal abgasfrei. Elektro-Scooter, die wären doch eine groß angelegte Initiative wert, um Verkehrsströme zu verlagern und CO2 einzusparen.

Aber nein, es muss immer die teure Großlösung mit einer Million Elektroautos her, von denen wir eins sicher wissen, sie entlasten nicht die Ballungsräume und schaffen noch nicht einmal einen größeren Wochenendausflug ohne schlapp zu machen.

4 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Warum es Fahrrad sein soll...
Weil Fahrräder nicht STINKEN und viel umweltfreundlicher sind !!!!!!!

Viele Menschen bewegen sich zu wenig , Nehmt das Fahrrad und nicht den Roller.
wize.life-Nutzer
Bin heute 56km geradelt und dies nur halbtags. Nun ja, zur Arbeit darf es auch die Bahn sein wenn diese 24 km entfernt ist..
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wize.life-Nutzer
ja, alles relativierend - so auch mit der elektrischen Energie. Das weiße Gold kommt zwar aus der Steckdose, ist aber im Mix der Stromerzeugung doch noch stärker CO2-belastet, als der 2,5 - 3 Liter-Verbrauch eines Rollers.
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wize.life-Nutzer
Ja, es ist alles relativ, das stimmt aber so kommt man auch nicht weiter.Die Smogbelastung in den Städten sollte nicht mit Sprüchen wie "Auf mein Auto will ich nicht verzichten" abgewürgt werden.Was fehlt ist der Wille zur Vernuft,die Einsicht
das es nicht weh tut öffentliche Verkehrsmittel zu nehmen und man sogar mit dem E-Bike ohne SCHWEIßGERUCH überall hingelangt.Auto ja, aber bitte in der Garage
lassen und nur rausholen wenn man auf Brautschau ist.
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