Die Puhdys: Zum Erfolg mit fremden Federn
Die Puhdys: Zum Erfolg mit fremden Federn
Die Puhdys: Zum Erfolg mit fremden Federn

1973 steuerten die Puhdys die beiden Titel „Geh zu ihr" und „Wenn ein Mensch lebt" zum Soundtrack des Films „Die Legende von Paul und Paula" bei. Ursprünglich hatte man zwei englische Popsongs verwenden wollen, „Look Wot You Dun" von Slade und „Spicks and Specks" von den Bee Gees. Weil die Lizensen für die Verwendung aber den finanziellen Rahmen sprengten, entschloss man sich, billigere Plagiate auf Deutsch von einer DDR-Band anfertigen zu lassen.

Die Puhdys hatten in den 1960er-Jahren als Coverband von schwerer Rockmusik begonnen und schienen die richtigen Kandidaten für die Interpretierung der beiden Titel. Die Puhdys waren an der Abkupferei allerdings nicht beteiligt, sondern bekamen die Musik und Text von Peter Gotthard vorgelegt, der sich beim Texten unter anderem vom Alten Testament hatte inspirieren lassen. Als „Die Legende von Paul und Paula" ein Kinoerfolg wurde, waren auch die Pudhys mit einem Mal im ganzen Land bekannt.

Musikszene in der DDR

Einen ersten Achtungserfolg hatten die Puhdys bereits 1971 mit „Türen öffnen sich zur Stadt" erzielt. Pikanterweise war auch dieses Lied eine kaum kaschierte Kopie des Uriah Heep Titels „Gypsy". Den Text hatte ihnen Wolfgang Tilgner geschrieben, der Chefdramaturg am Berliner Friedrichstadtpalast. Von den Bandmitgliedern traute sich damals noch keiner zu, einen deutschen Liedtext zu schreiben.

Trotz der frappierenden Ähnlichkeit der Puhdys-Hits mit den Popsongs aus dem Westen, kam es allerdings zu keinen Urheberrechtsklagen. Zum einen ist nicht auszuschließen, dass man von der Musikszene in der DDR ohnehin kaum Notiz nahm und die Plagiate nie bekannt wurden. Zum anderen wäre eine Klage finanziell so aufwändig gewesen, dass sie sich bei den geringen Umsätzen in der DDR kaum rentiert hätte.

1974 erschien die LP „Puhdys 1" auf der sich sowohl „Türen öffnen sich zur Stadt", als auch „Geh zu ihr" sowie „Wenn ein Mensch lebt" finden.

(Bild: Einzelbild aus "Die Legende von Paul und Paula")

3 Kommentare

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Geschichte zum Zustandekommen der Filmmusik bei Paul und Paula http://www.youtube.com/watch?v=T8CBvMbfrgo
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Interviev mit Peter Eingehängt Mayer zur Geschichte der Puhdys http://www.youtube.com/watch?v=7CvVggvnRlU
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Gegendarstellung:
Die Puhdys existieren seit 1969. Sie spielten damals, auch Lieder der Stones und anderer Rockbands. Wegen der regiden Vorschriften zum Anteil westlicher Songs waren sie zeitig gezwungen auch eigene Lieder zu spielen. 1971 waren sie bereits so bekannt, das das Fernsehen der DDR nicht um sie herum kam (dafür sollten sie sich von ihren langen Haaren trennen, nicht gemacht, das war mutig!). Bei ihrem ersten Großauftritt 1973 in OstBerlin waren sie in der DDR bereits so beliebt, das sich die SED keine Auftrittsverbote mehr leisten konnte. Die Genehmigung des Films Paul und Paula 1973 durch das Kultusministerium (dabei ist mit Sicherheit auch die Plagiatssache geprüft worden) öffnete ihnen endgültig das Tor in die DDR-Medien und die Auftrittserlaubnis für den Westen. Seit 1992 entscheiden sie frei über ihre Musik und haben wiederum Erfolg, 15 neue Alben, 23 neue Singles, insges. in mehr als 40 Jahren ca. 300 eigene Songs, alle in deutsch
http://de.wikipedia.org/wiki/Puhdys
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