Studie: Milch in der Glasflasche hat schlechte Öko-Bilanz

Wer Milch in Glasflaschen kauft, denkt meist, etwas Gutes für die Umwelt zu tun. Schließlich müssen die Flaschen nicht recycelt oder verbrannt werden, sondern nur gereinigt und aufgefüllt. Doch laut einer Studie, über die „Welt“ berichtet, schneidet Milch in Glasflaschen bei der Öko-Bilanz schlechter als die Variante im Karton.

Milch in der Glasflasche schadet der Umwelt oft mehr als im Karton
Milch in der Glasflasche schadet der Umwelt oft mehr als im KartonFoto-Quelle: Pixabay (Symbolbild)

Der Grund hierfür liegt daran, dass die Flaschen in Schnitt mehrere hundert Kilometer zurücklegen müssen, bis sie den Endverbraucher erreichen, behaupten die Autoren der Studie. Demnach wird eine Ein-Liter-Flasche im Schnitt 1442 Kilometer quer durch Deutschland transportiert, wenn man Hin- und Rücktransport berücksichtigt. Für die Umwelt sei dies verheerend.

„Ein Mehrwegsystem bei Milch eignet sich nur, wenn es regional begrenzt ist“, sagt Benedikt Kauertz, Studienleiter beim Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU) aus Heidelberg. Wenn Flaschen aber beispielsweise vom Schwarzwald an die Ostsee transportiert werden und zurückgefahren werden müssen, sei das aus ökobilanzieller Sicht ungünstig.

  • Lesen Sie auch: Darmkrebsgefahr bei Kindern durch Kuhmilch und Rindfleisch

  • Getränkekarton „grünste“ Variante

    Am besten schneidet bei der Getränkeart Milch den Forschern zufolge der gewöhnliche Karton. Mit einem durchschnittlichen Transportweg von 390 Kilometern ist er Spitzenreiter. Deutlich schlechter, aber immerhin besser als Glasflaschen, schneiden Plastikflaschen mit einem durchschnittlichen Transportweg von 624 Kilometern.

    Transportweg nicht der einzige Faktor

    Für die Bewertung der verschiedenen Behälter wurde aber nicht nur der Transportweg berücksichtigt. Auch Faktoren wie Herstellung, Entsorgung und Recycling floßen mit in die Analyse hinein. Außerdem gibt es der Studie zufolge auch Kritikpunkte am Karton, etwa beim Verschluss, der nach wie vor aus Kunststoff hergestellt wird.

    Ergebnisse gelten nur für Milch und Saft

    Wie die Kauertz betont, gelten die Ergebnisse der Analyse nur für die Getränke Milch und Saft. Hier hat der 1,5-Liter-Karton den kleinsten Fußabdruck. Dem folgen der Ein-Liter-Karton und die Ein-Liter-Mehrwegglasflasche, die Kauertz zufolge gleichwertig sind. Am schlechtesten schneiden Plastikflaschen ab, da sie aufgrund ihrer Zusammensetzung nicht recycelt werden können.

    IM VIDEO | Hat Kakerlaken-Milch das Zeug zum Superfood?


    (feb)

    2 Kommentare

    Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
    wize.life-Nutzer
    Leider wurde gar nicht die Ökobilanz der Kuh betrachtet. Die Tierzucht führt zu 15% des Klimawandels. Sehr viele Klimaschadstoffe produzieren Wiederkäuer wie Kühe. Auch wurde gar nicht thematisiert, dass der Mensch gar kein Kalb ist. Der Mensch ist das einzige Säugetier das glaubt nach dem Abstillen noch Muttermilch trinken zu müssen und dann auch noch von der Kuh und nicht vom Schwein, Katze, Pferd, Elefant oder vom Menschen. Unabhängig von der Umwelt, Ethik und eigenen Gesundheit ist es vollkommen unnatürlich und falsch. Niemand braucht Kuhmilch. Durch tierisches Fett, tierisches Eiweiß und IGF-1 führt es nur zu unnötigen Übergewicht.
    wize.life-Nutzer
    Du mußt sie ja nicht trinken.
    Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.