Heute vor 500 Jahren: Vasco Nunez de Balboa „entdeckt“ den Pazifik
Balboas Bluthunde töten Eingeborene, die wegen Homosexualität zum Tode verur ...
Balboas Bluthunde töten Eingeborene, die wegen Homosexualität zum Tode verurteilt worden warenFoto-Quelle: Theodor de Bry, gemeinfrei

Er lieh seinen Namen nicht nur dem Boxer Rocky Balboa aus den Rocky Filmen, auch die nationale Währung von Panama, der Balboa, wurde nach ihm benannt - Vasco Nunez de Balboa. Dabei war der Eroberer und Konquistador alles andere als ein Vorbild zur Lebensführung. Im Jahr 1500 kam er im Alter von 25 Jahren nach Amerika, um sein Glück zu suchen. Schnell war er hoch verschuldet und musste als blinder Passagier vor seinen Gläubigern fliehen.

Als das Schiff weit genug vom Hafen entfernt war, gab er sich zu erkennen, stiftete die Mannschaft zur Meuterei an und wurde zum neuen Anführer. Seinen Leuten folgten ihm an die Ostküste des heutigen Panamas, wo angeblich Gold und Reichtümer zu finden seien. Gegenüber den Eingeborenen vor Ort zeigten sich die Europäer von einer unglaublichen Rohheit. Es ist überliefert, dass Balboa Indios, die gleichgeschlechtliche Sexualität praktizierten, von seinen Bluthunden bei lebendigem Leib zerfleischen ließ.

Der "große See" im Westen
Tatsächlich erfuhr Balboa dort durch Indios aber auch von einem „großen See“ im Westen, bei dem Gold zu finden sei. Von ihrer Gier getrieben, startete am 1. September 1513 eine Expedition in die unbekannte Wildnis. Die Männer um Balboa kamen nur langsam voran und wurden immer wieder von Indios angegriffen. Die Verwundeten, die nicht mehr transportfähig waren, wurden im Dschungel zurück gelassen. Als die Expedition einmal zu so einem Ort zurückkehrte, an dem sie Verwundete untergebracht hatten, mussten sie voll Grauen erkennen, dass die zurückgelassenen Gefährten von Ameisen bei lebendigem Leib aufgefressen worden waren.

Am 25. September 1513 erreichten die Konquistadoren schließlich einen Berg, von dem aus man den „großen See“ sehen konnte. Balboa stieg zunächst alleine auf den Berg. Diesen großen Moment als Entdecker wollte er mit keinem anderen teilen. Gegen 11:00 Uhr war es dann soweit und Balboa erblickte als erster Europäer den Pazifik – den er sofort für die Krone Spaniens in Besitz nahm. Die geografische Entdeckung rückte jedoch bald in den Hintergrund, als die Männer an der Küste Gold und Perlen fanden. Der Reichtum hatte allerdings seinen Preis. Von 190 Soldaten, die aufgebrochen waren, kehrten nur 69 zurück.

Und auch Balboa selbst konnte seinen Erfolg nicht genießen. Er wurde zunächst wegen seiner Meuterei verurteilt, dann aber begnadigt. Doch in einer Atmosphäre von Goldgier und Gewalt fiel er wenig später einer Verschwörung zum Opfer und wurde im Januar 1519 in Panama enthauptet.


Stefan Zweig setzte Balboa in seinem Buch „Sternstunden der Menschheit“ in der Geschichte „Flucht in die Unsterblichkeit“ ein literarisches Denkmal.

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wize.life-Nutzer
Solche Männer gab es jedem Jahrhundert
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