Flugzeugabsturz: 737-Max-Flieger nicht mit Warnfunktion ausgestattet - Boeing verlangte Aufpreis

Weil Boeing einen Aufpreis für zwei Sicherheitsfunktionen verlangt, waren sie nicht in den Cockpits der beiden kürzlich abgestürzten Boeing 737 Max eingebaut, wie die "New York Times" berichtet.

Demnach fehlte in den Maschinen von Lion Air und Ethiopian Airlines eine Warnleuchte sowie die Information, wie viel Auftrieb ein Flügel bekommt.

Müssen nach zwei Abstürzen binnen weniger Monate am Boden bleiben: Boeing 73 ...
Müssen nach zwei Abstürzen binnen weniger Monate am Boden bleiben: Boeing 737 Max-MaschinenFoto-Quelle: Glomex

Die Warnleuchte schlägt Alarm, falls die Auftrieb-Sensoren an beiden Flügeln unterschiedliche Werte registrierten, so die Zeitung.

Diese hätten die Piloten womöglich auf Fehler im neuen Kurskorrektur-System MCAS hinweisen können. Weil Boeing für diese Sicherheitsfunktionen einen Aufpreis verlangt, seien die Unglücksmaschinen damit nicht ausgestattet gewesen.

Boeing will jetzt nachrüsten

Jetzt will Boeing nachrüsten und plane, die Boeing 737 Max standardmäßig mit einer der beiden Sicherheitsfunktionen - einem zusätzlichen Warnlicht - auszustatten, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Dies sei Teil der Anstrengungen des Unternehmens, die Maschinen wieder flugfähig zu machen. Demnächst will Boeing in den USA auch das angekündigte Software-Update für die 737-Max-Flieger vorstellen.

Im Video:

Neue Details zum Absturz der Boeing 737

Bislang ist unklar, was genau die Ursache für die Abstürze der Ethiopian Airlines-Maschine am 10. März mit 157 Toten und der Lion-Air-Maschine im Oktober mit 189 Toten war. Beide stürzten kurz nach dem Start ab.

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Ermittler prüfen, inwieweit das neue MCAS-System dafür verantwortlich gewesen sein könnte. Um Strömungsabrisse vorzubeugen, drückt das System die Nase des Fliegers nach unten - das passiert aber auch dann, wenn das System falsche Daten von den Sensoren empfängt.

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