In der Psychosomatischen Klinik
In der Psychosomatischen Klinik
In der Psychosomatischen Klinik

In der psychosomatischen Klinik
Angst essen Seele auf…
Ist ein geflügeltes Wort seit Fassbinders Film. Aber woher kommt die Angst? Es gibt viele Ursachen.
Angst erhöht den Blutdruck, der Körper schüttet Adrenalin aus und der Puls jagt hoch. Aus irgendeinem Grund habe ich seit einigen Wochen einen hohen Puls (80 bis 90), früher ca. 60. So signalisiert der hohe Puls mir eine Gefahr und Angst, die gar nicht gegeben ist.
Im Südschwarzwald am Hochrhein, nahe der Schweizer Grenze gibt es oben an einem Bergsee eine chice Psychosomatische Klinik. Im Foyer liegen Zeitungen aus und die schwarzen Ledersessel laden zum Verweilen ein. Im großen Speisesaal werden exzellent zubereitete Gerichte gereicht, Tee und Kaffee und Säfte sind ohne Limit verfügbar. Dort habe ich mich mit meinem Burn-out angemeldet. Die Privatpatienten vermeiden Worte wie Depression oder Angststörung. Burn-out klingt eleganter. Ein Pfleger bringt meine Koffer in mein Einzelzimmer. Doch zuvor wird ein Corona-Abstrich gemacht, da das Fax mit meinem negativen Corona-Ergebnis nicht eingegangen ist. Das kann mal vorkommen bei mir und weiteren vier Neuankömmlingen. In meinem Zimmer steht eine Schale mit Obst, der Pfleger erklärt mir die TV-Bedienung und notiert meine Symptome. Schon dem Aufnahmearzt Dr. Rashid, ich bin ihr Aufnahmearzt sagt er mit einem arabischen Tonfall, hat sie notiert und die Ferndiagnose generalisierte Angststörung gewagt. Nach dem Pfleger lädt mich eine nette brasilianische Assistenzärztin ein, ihr meine psychische Lage zu schildern. Sie schreibt mit. Dann kommt die nordafrikanische Oberärztin hinzu und möchte noch einmal alles wissen. Nebenbei teilt sie mir mit, dass mit dem Ergebnis des Coronatests in zwei bis drei Tagen zu rechnen sei und die mir zugedachte Psychologin sei bis nächste Woche in Urlaub, aber das sei mir bekannt! Ich könne mich so lange mit der Klinik vertraut machen und mich eingewöhnen. Beim Abendesssen sitzen die Neuankömmlinge in einer kleinen Stube. Sie haben bei ihrem Hausarzt vorgestern den Test gemacht und das negative Ergebnis wurde an die Klinik gefaxt, ist aber noch nicht angekommen. Faxe in den Südschwarzwald gehen wohl verschlungene Wege. Ein zehnseitiger Behandlungsvertrag gibt mir die nette Frau vom Finanzmanagement mit aufs Zimmer zum Durchlesen und Unterschreiben. Es sind viele Unterschriften zu leisten. Den Empfang des Vertrags soll ich bestätigen sowie den Empfang von 9 Unterlagen:
Vertrag über die stationäre Behandlung
Erklärung zur therapeutischen Schweigepflicht
Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten (Datenschutz)
Allgemeine Vertragsbedingungen
Kliniktarif
Informationen zum voraussichtlichen Selbstbehalt
Wichtige Patienteninformationen vor wahlärztlichen Leistungen
Wahlleistungsvereinbarung
Einziehungsermächtigung
Hygiene- und Infektionsschutzkonzept.
Da herrscht Ordnung, da wird nichts ausgelassen, die juristische Absicherung ist perfekt. Da spielt es keine Rolle, dass Faxe verloren gehen und die Therapie erst in einer Woche beginnt. Bis dahin kostet jeder Tag 526 Euro. Das ist der Kliniktarif.
Ich packe meinen Koffer nicht aus, spreche mit anderen Patienten über ihre Erfahrungen. Ein paar Neuzugängen erwägen wie ich die morgige Abreise. Nach dem Frühstück teile ich der Rezeption meinen Entschluß mit. Jetzt hat ein deutscher Arzt Zeit, dem ich meine Gründe erkläre. Ein Fehler kommt selten allein, meint er. Wir gehen zu der marrokanischen Oberärztin. Sie meint, ich solle ihr meine Gründe noch einmal erklären. Ich verweise auf die Notizen ihres Kollegen. Sie will wissen, ob ich einen Plan habe, wenn ich die Klinik verlasse. Wieso sollte ich ihnen einen Plan nennen, nachdem hier in der Klinik planlos verfahren wird.
Diese Klinik ist eine Geldmaschine. Viele Stellen sind mit unqualifizierten Mitarbeitern besetzt. Warum gibt es so wenige deutsche Ärzte, die der der deutschen Sprache mächtig sind? Liegt es an der Bezahlung oder am Betriebsklima? Die Klinik wurde an einen Klinikkonzern verkauft und dort sitzen deutsche Mitbürger, die Geld sehen wollen.
Geht mal hin und schaut es euch an. Manches ist kaum zu glauben.

Neuankömmlingen. In meinem Zimmer steht eine Schale mit Obst, der Pfleger erklärt mir die TV-Bedienung und notiert meine Symptome. Schon dem Aufnahmearzt Dr. Rashid, ich bin ihr Aufnahmearzt sagt er mit einem arabischen Tonfall, hat sie notiert und die Ferndiagnose generalisierte Angststörung gewagt. Nach dem Pfleger lädt mich eine nette brasilianische Assistenzärztin ein, ihr meine psychische Lage zu schildern. Sie schreibt mit. Dann kommt die nordafrikanische Oberärztin hinzu und möchte noch einmal alles wissen. Nebenbei teilt sie mir mit, dass mit dem Ergebnis des Coronatests in zwei bis drei Tagen zu rechnen sei und die mir zugedachte Psychologin sei bis nächste Woche in Urlaub, aber das sei mir bekannt! Ich könne mich so lange mit der Klinik vertraut machen und mich eingewöhnen. Beim Abendesssen sitzen die Neuankömmlinge in einer kleinen Stube. Sie haben bei ihrem Hausarzt vorgestern den Test gemacht und das negative Ergebnis wurde an die Klinik gefaxt, ist aber noch nicht angekommen. Faxe in den Südschwarzwald gehen wohl verschlungene Wege. Ein zehnseitiger Behandlungsvertrag gibt mir die nette Frau vom Finanzmanagement mit aufs Zimmer zum Durchlesen und Unterschreiben. Es sind viele Unterschriften zu leisten. Den Empfang des Vertrags soll ich bestätigen sowie den Empfang von 9 Unterlagen:
Vertrag über die stationäre Behandlung
Erklärung zur therapeutischen Schweigepflicht
Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten (Datenschutz)
Allgemeine Vertragsbedingungen
Kliniktarif
Informationen zum voraussichtlichen Selbstbehalt
Wichtige Patienteninformationen vor wahlärztlichen Leistungen
Wahlleistungsvereinbarung
Einziehungsermächtigung
Hygiene- und Infektionsschutzkonzept.
Da herrscht Ordnung, da wird nichts ausgelassen, die juristische Absicherung ist perfekt. Da spielt es keine Rolle, dass Faxe verloren gehen und die Therapie erst in einer Woche beginnt. Bis dahin kostet jeder Tag 526 Euro. Das ist der Kliniktarif.
Ich packe meinen Koffer nicht aus, spreche mit anderen Patienten über ihre Erfahrungen. Ein paar Neuzugängen erwägen wie ich die morgige Abreise. Nach dem Frühstück teile ich der Rezeption meinen Entschluß mit. Jetzt hat ein deutscher Arzt Zeit, dem ich meine Gründe erkläre. Ein Fehler kommt selten allein, meint er. Wir gehen zu der marrokanischen Oberärztin. Sie meint, ich solle ihr meine Gründe noch einmal erklären. Ich verweise auf die Notizen ihres Kollegen. Sie will wissen, ob ich einen Plan habe, wenn ich die Klinik verlasse. Wieso sollte ich ihnen einen Plan nennen, nachdem hier in der Klinik planlos verfahren wird.
Diese Klinik ist eine Geldmaschine. Viele Stellen sind mit unqualifizierten Mitarbeitern besetzt. Warum gibt es so wenige deutsche Ärzte, die der der deutschen Sprache mächtig sind? Liegt es an der Bezahlung oder am Betriebsklima? Die Klinik wurde an einen Klinikkonzern verkauft und dort sitzen deutsche Mitbürger, die Geld sehen wollen.
Geht mal hin und schaut es euch an. Manches ist kaum zu glauben.

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