Wie man sich bettet, so schläft man
Wie man sich bettet, so schläft manFoto-Quelle: Kinga Cichewicz auf Unsplash
Frau Reiche kauft ein Bett

Morgens tut mir der Rücken weh, der Kopf schmerzt und die Laune ist mies. Das kann nur am Bett liegen. Viel zu lange schlafe ich schon auf dem billigen Stück aus der Studentenzeit. Und mein Körper wird leider auch nicht jünger - und spürt auf einmal viel mehr als früher. Schnell ist klar: Ein neues Bett muss her.

Schließlich ist es doch das wichtigste Möbelstück in meiner Wohnung. Denn im Bett, so habe ich ausgerechnet, verbringe ich fast ein Drittel meiner Lebenszeit.

Mein Statement zum heimischen Buchenholz


Ein Holzbett muss es sein, das ist klar, aus Massivholz und am liebsten aus hartem heimischen Buchenholz, denn das neue Bett soll mein ganzes weiteres Leben im Schlaf aushalten. Die Weichhölzer Fichte oder Kiefer, so habe ich gelesen, könnten auch eventuell bei der Lagerung mit Insektiziden, die Nervengifte enthalten, und Fäulnis verhindernder Chemie behandelt sein. Weil sie harzreich sind, können sie außerdem Terpene ausgasen, auf die sensible Menschen wie ich eventuell allergisch reagieren. Zirbenholz wäre noch schöner, weil per se insektenabweisend und gut duftend, ist mir aber zu teuer.

Mühelos aufstehen

Da investiere ich lieber in ein höheres Bettgestell, damit ich richtig auf dem Bett sitzen, mühelos aufstehen kann und - mit meiner Hausstauballergie - nicht so nahe am Boden liege. 50 bis 52 cm, probiere ich im Möbelgeschäft, ist ein gute Höhe, Matratze mit eingerechnet. Weil ich weiß, dass neue Möbel oft Lösemittel, Weichmacher und Zusatzstoffe mit gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffen enthalten können, frage ich den netten Verkäufer, ob er weiß, wie das Holz meines zukünftigen Liegemöbels behandelt wurde. Da muss er lachen, weil ich mich ja in einem Haus befände, das seine Möbel ökologisch zertifizieren ließe und weist auf das Siegel: Ökocontrol, sensibler wohnen steht da drauf.

Probeschlafen auf Härte zwei


Fehlen noch Matratze und Lattenrost und da muss ich mich ganz auf die Kompetenz des Verkäufers verlassen. Die Wirbelsäule soll in der natürlichen Doppel-S-Form liegen, erklärt der mir und zwischen Kopf und Steißbein eine durchgängig gerade Linie bilden. Faustregel sei: Je schwerer der Mensch, desto härter die Matratze. Bei zu weicher Unterlage biegt sich der Rücken durch – der Körper versuche dies durch ständiges kräftezehrendes Umlagern auszugleichen. Bei zu harter Unterlage kommt es zu Druckstellen, Durchblutungsstörungen und eingeschlafenen Armen. Die richtige Härte gleiche den Druck des Körpers aus, gibt also an Hüfte und Schultern nach und stützt Beine und Taille.

Ein guter Lattenrost unterstütze die Matratze dabei, sich dem Körper optimal anzupassen und nehme an den kritischen Stellen im Becken- und Schulterbereich den Druck. Außerdem sorgt er für die Belüftung der Matratze. Hat er keine Spannung mehr oder sind die Abstände zwischen den Latten weiter als vier Zentimeter, geht auch die Matratze schneller kaputt. Bei meinem Körpergewicht von 65 kg bräuchte ich den Härtegrad 2 - ich probiere einige Latexmatratzen aus, die mindestens 16 cm hoch sind und herrlich bequem. Ja, sagt der Verkäufer, so gut würden sich halt Federkernmatratzen und Luftkernmatratzen nicht dem Körper anpassen. Dafür ist der Naturlatex auch sehr teuer. Ich entscheide mich dann für eine gute Schaumstoffmatratze, die auch elastisch ist, aber weges des Brandschutzes wenig anfällig für Milben. Und auch das Umweltzeichen des Blauen Engels trägt

Wie man sich bettet, so schläft man


Die Lieferung kommt zwei Wochen später, die Bettbeine wurden ja für mich extra etwas höher angefertigt. Das Zusammenbauen geht ganz leicht zu zweit. Wunderschön sieht es aus, mein Buchenholz-Bett, leicht rötlich schimmert das Kopfteil. Der Clou ist der Lattenrost: Wenn ich gemütlich lesen will, stelle ich ihn oben höher und kann wunderbar schmökern. Jetzt werde ich wohl noch früher schlafen gehen ..... Na dann, gut Nacht und Rückenschmerzen ade!

Autorin: Andrea Reiche

Schlaft ihr gut und seid ihr mit eurem Bett zufrieden? Wie sieht es aus?
Hattet ihr schon einmal Schlafprobleme auf Grund des Lattenrosts oder der Matratze?
Wir sind gespannt auf eure Bettgeschichten

2 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Nicht umsonst lautet der Spruch " wie man sich bettet so schläft man!"
Schon einige Jahrzehnte habe ich ein Bett aus Eichenholz und einem Rost dazu. Das Thema Matratzen ist bedauerlicher Weise, das alle 2 bis 3 Jahre auf dem Zettel stand, weil ich wegen der Mulde in der Matratze nicht aus dem Bett fallen konnte. Nachdem ich die Nase gestrichen voll hatte, kaufte ich für ca. 200 € eine Matratze und auf der liege schon seit 7 Jahren und schlafe wie ein Murmeltier darauf. Fazit: Nicht immer die teuerste Matratze ist für den guten bzw. besten Schlaf geeignet.
wize.life-Nutzer
Nach 5 Jahren Couch, jetzt "Spezial-Bett", Rost total verstellbar, aber eigentlich zu klein für mich-das ganze Bett!! Ewig stoßen die Fußzehen ans Bett-Ende, was sich am morgen unangenehm anfühlt. Die ersten Wochen traumhaft geschlafen, kommt mich jetzt öfter das Gefühl an
"ich fall aus dem Bett!!" Und ja- Ursache unbekannt !!!
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