"Einladung zum Hexensabbath"
"Einladung zum Hexensabbath"Foto-Quelle: Carl Strathmann
Lose Gedanken zur Walpurgisnacht

Freinacht, Beltane, Walpurgisnacht: Die Ankunft des Frühlings, in vorchristlicher Zeit.
Aber wie alle anderen "heidnischen" Feste hat auch Beltane das christliche Mäntelchen umgehängt bekommen:
Benannt ist die Walpurgisnacht nach der heiligen Walpurga, die das stolze Alter von 79 Jahren erreichte: Geboren 770 in England, starb sie 779 eines (zum Glück!) ganz natürlichen Todes in Heidenheim.
Wenn wir uns die wilde Walpurgisnacht Goethes auf dem Blockberg, dem Brocken, anschauen, dann finden wir schon einen gewaltig großen Teil des alten Hexenglaubens wieder.
Der Glaube an Hexen, an Zauberer und verdorbene (unholde) Wesen spukt schon seit der Antike in den Köpfen.
Seltsamerweise waren Magier, also der männliche Part, immer eher Gelehrte und „Wissende“, während die „Maleficae“, die Übeltäterinnen, sterben mussten, wozu man, der besseren Volksbelehrung und der Abschreckung geschuldet, gern den Scheiterhaufen nahm.
Die Maleficae haben von bösen Geistern die Macht bekommen, den Menschen, der Natur und den Tieren zu schaden.
Am schlimmsten treiben es die „Strigae“, nächtliche Unholdinnen, die über eine böse Salbe verfügen, mit der sie alles einreiben könen, das dann als Flughilfe genutzt werden kann.
(Wieso das beliebteste Fluggerät in der Überlieferung dann ein Besen wurde, wage ich nicht weiter zu ergründen ...)

Goethe lässt im Faust I den Mephisto alle Register auffahren und feiert mit den Hexen eine orgiastische Fete. Faust und Mephisto wandern um den Blocksberg herum und sind wie gefangen in einem bösen, verzaubernden Höllentraum.

<"Ein bißchen Diebsgelüst, ein bißchen Rammelei.
So spukt mir schon durch alle Glieder die herrliche Walpurgisnacht.">

lässt er Mephisto sagen, und Faust ruft verwirrt und (auch im Reimschema) konfus aus:

"<Alles, alles scheint zu drehen,
Fels und Bäume, die Gesichter
schneiden, und die irren Lichter,
die sich mehren, die sich blähen.“>

Der Pakt, den bei Goethes Walpurgisnacht Hexenweiber und der Teufel miteinander eingehen, stammt aus dem 13. Jahrhundert, als man für die Hexenprozesse Schuldige suchte, denen man Verfehlungen gegen die Kirche vorwerfen konnte.
Die flugs erdachten Foltermaßnahmen und die bösartige „Hexenprobe“ brachten auch die wehrhafteste Frau zum Geständnis, was ihr aber nicht half.
Wo kämen wir auch hin, wenn solche bösartigen (alten) Frauen weiterleben dürfen?

13 Kommentare

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Es wird ganz ganz traurig dieses Jahr
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Vor allem bei Euch, ich kann's mir vorstellen.
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Es ist ein uralter Brauch,aber besser so, als nie mehr
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Die Walpurgisnacht fällt dieses Jahr ja der Ausgangssperre zum Opfer, die Polizei wird es danken.
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ich glaube an verdorbene Hexen!
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Ich auch ....
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Und die obligatorische Flasche Sekt der Firma Rotkä..... darf nicht fehlen.
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Du nun wieder!
Das ist ein orgiastischer Liebestrank, den der Teufel erfunden hat!
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Als ehemaliger Experte sah ich die Flasche sofort auf dem Bild.
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*besser nix sag*besser nix sag*besser nix sag*besser nix sag*besser nix sag*
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Jetzt sowieso nicht mehr, du du du, na du weißt schon....
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Klar weiß ich schon!
Ich werde heute Abend einen Tee für dich mittrinken! (Der köchelt nämlich schon leise blubbernd auf dem Gas).....Und dann habe ich eine besonders schöne Walpurgisnacht!
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