Durchs Gendern schlendern - nachts um 4.
Durchs Gendern schlendern - nachts um 4.Foto-Quelle: © Markus Winkler über pixabay
Durchs Gendern schlendern - nachts um 4.

Auf dem Weg nach Absurdistan

Johanna spricht es in ihrer Notiz an.

Diese schon Jahre andauernde sprachliche Vergewaltigung haben wir zuvorderst Frau
Luise Pusch zu verdanken. Sie ist eine der bekanntesten feministischen (!) Sprachwissenschaftlerinnen.
1984 veröffentlichte sie eine Sammlung von Texten unter der Überschrift
„Das Deutsche als Männersprache: Diagnose und Therapievorschläge“. Man sollte sie unbedingt lesen!

Wir haben in der Sprache das "generische Maskulinum". Das bedeutet, dass in der Grammatik männliche Nomen verwendet werden, mit denen auch Frauen mitbezeichnet werden.
Und unsere lieben Feministinnen mögen das gar nicht und glauben nun, dadurch würden Frauen noch unsichtbarer (!) werden, wo doch Männer in unserer Welt schon sowieso überbewertet werden, auch grammatikalisch.
Die Schritte zur Änderung und schließlich Abschaffung gingen über
"Lehrer_in" (gender-gap-Strich) hin zu
"LehrerIn" (großes Binnen-I) und weiter zu
"Lehrer*in" (Gender-Sternchen).
Nun kommt Frau Pusch und möchte es noch fröhlicher verzieren:
"Lehrer!in"...
(Nein, ich habe mich nicht vertippt!)

Das alles kann ich mir schmunzelnd anschauen, nutzen werde ich es nicht.
Aber es geht ja noch weiter:

Frau Pusch möchte die Sprache feministisch gerecht (?) umbauen:

Zitat Frau Pusch:
<“„Wir hätten dann etwa Freundin (Frau), Freundis (Mann) und Freundil (divers), Plural Freundinne, Freundisse, Freundille. Wenn das Geschlecht (welches auch immer) keine Rolle spielen soll, entfällt die Endung.
Beispiel: Fragen Sie Ihre Freund, Arzt oder Apotheker.
Wieso Ihre und nicht Ihren? Weil es [...] nur noch ein Genus gibt: Das Femininum
“>
Das ist so lächerlich, liebe Frau Pusch!
Die immer noch mangelhafte Anerkennung der Gleichberechtigung von Mann und Frau wird sicher nicht ausgeglichen dadurch, dass Sie hirnrissige Neuschöpfungen von Worten vorschlagen. Diese feministische Richtung wäre nur, den Spieß umzudrehen.

Dazu kommt noch, dass wir jetzt das Geschlecht „divers“ haben, von höchster Stelle abgesegnet und anerkannt. Die diesem Geschlecht Zugehörigen, also die "Diversillen", steigen dann auch auf die Barrikaden und schwingen Fahnen, auf denen neue Grammatik-Ideen gewünscht werden?
Ist das Theater um „divers“ nicht sowieso ein Schritt, der ins Leere geht, weil die Diversen nur so lange 'divers' heißen, bis sie sich selbst entscheiden, welchem der beiden Geschlechter sie angehören?

Ludwig Wittgenstein hat mal gesagt „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“ Das hört sich gut an, ist aber falsch, denn wenn Sprache Denken erzeugte, gäbe es keine Sprache. Erst kommt das Erkennen von Dingen in der Welt, dann verlangen diese Dinge eine Benennung, eine Unterscheidung voneinander: So erst entsteht Sprache.
Das hat Orwell in „1984“ in einem totalitären System beschrieben: „Neusprech“, das eine Sprache sein sollte, in der Widerstandsgedanken nicht mehr denkbar sein sollen, weil sie aus der Sprache entfernt wurden. Klappte leider nicht!

Und Frau Puschs Behauptung, dass die männliche Form eines Wortes in meinem Kopf automatisch männliche Bilder erzeugt, stimmt einfach nicht. Wir haben, genau wie andere Sprachen auch, weibliche Formen für das, was Frauen sind. Und das reicht aus!

Was Sie hier versuchen, grenzt für mich an Sprachterror, und den mache ich nicht mit. Diesen widerlichen Knacklaut mitten in einem Wort werden Sie von mir nicht hören. Und sollte ich je gezwungen werden, solche Sprachvergewaltigungen im Unterricht an den Mann bringen zu müssen, werde ich zeitgleich den Unsinn, der dahinter steckt, erwähnen und erklären.

21 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Boah Ich bleibe in meinem Vaterland ganz sicher bei meiner Muttersprache. Und ich fühle mich auch nicht ungesehen, wenn von Arbeitnehmern die Rede ist, vielmehr fühle ich mich verarscht, wenn Frauen für die gleiche Arbeit weniger Gehalt bekommen als Männer. Da würde ich mir mal die Vehemenz wünschen, wie sie manche in die Gendrei legen
wize.life-Nutzer
Genau meine Sicht auf die Dinge.
*toktok*
wize.life-Nutzer
Als wären die vielen Anglizismen, die wir mittlerweile ganz selbstverständlich einbauen, nicht schon Veränderung genug
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wize.life-Nutzer
Bald sind Kleider und Röcke verboten, weil sie das Symbol der Unterdrückung der Frau schlechthin sind...... Oder wird es umgekehrt sein? Werden Hosen und Anzüge als Symbol der patriarchalischen Gesellschaft vom Markt genommen...?

Das Alter hat ja nicht gerade viele Vorteile!
Doch manchmal ist es auch entspannend, zu wissen, dass man nicht mehr alles mitmachen muss und weiß, dass man (frau ) DAS nicht mehr unterrichten braucht!
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wize.life-Nutzer
Ich bin immer dafür Minderheiten mit ausgebreiteten Armen in die Mitte zu nehmen,aber das ist mir wiedermal total aus den Möglichkeiten gerissen.Sprachen sind gewachsen und verändern sich,aber jetzt mit Zwang und Dollerei,die gesamte deutsche Sprache umschupsen ,ist mir zu viel Verständnis für Minderheiten. Noch dazu das Jetzige nicht mal richtig gesprochen wird. So langsam mach ich mir Gedanken,wo die Mehrheit bleibt. Schnüddelkram. Mach dir Nachts bitte nette Gedanken,Polly
wize.life-Nutzer
Aber es hat mir Spaß gemacht, das mal herauszukramen und in einen Zusammenhang zu bringen , wize.life-Nutzer!
Bloß: Geschlafen habe ich erst jetzt, mittags...
wize.life-Nutzer
Das ist auch fein von dir. Zum Verstehen gehört es dazu,sich Gedanken zu machen. Aber all so Gedankengut,kommt nur zu Stande ,da es keine Regeln mehr gibt. Nichts was eine umfassende Lebendsrichtung anschaulich macht. Kann man immer einfach so sagen ,das all diese "Andersdenkenden" es für alle durchdacht haben?Das spreche ich einfach ab. Was hab ich schon für Spinner getroffen ,in meinem Job.Halbes Jahr später,dachte man dann anders und alles war vergessen. Es sind andere Farben ,Leben zu gestalten.Dabei sollte es belassen werden. Haste auch schöne Themen? Wie so paar neue Schuh
wize.life-Nutzer
Ich schau mal, was mich anspringt.
Das wird dann dir gewidmet!
wize.life-Nutzer
Polly da kriege ich Angst. Ich lebe zwar sehr bunt und frei,aber bei deiner Fantasie .............
wize.life-Nutzer
Ich pass schon auf, dass es jugendfrei bleibt.
Und: Ich schreibe ja keine Fantasie über dich, sondern obendrüber steht nur die Widmung...
wize.life-Nutzer
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wize.life-Nutzer
Bei dieser Vergewaltigung unserer Sprache mache auch ich nicht mit. In manch anderen Sprachen - beispielsweise im Englischen - gibt es die Gendermöglichkeit gar nicht, und auch im Deutschen ist es nicht durchgängig möglich. Was sollte denn beispielsweise die gendergerechte Form von 'der Mensch' sein?
Gendergerechte Sprache macht Texte schwerer les- und sprechbar und erschwert das Unterrichten und Erlernen dieser ohnehin schon höchst schwierigen Sprache weiterhin.
wize.life-Nutzer
Genau so!!
wize.life-Nutzer
In wieder anderen Sprachen muss ich sogar das Partizip Perfekt ans Geschlecht anpassen. Und wehe ich benutze als Frau im Plural die maskuline Form.
wize.life-Nutzer
Wenn du das Partizip Perfekt als Adjektiv verwendest, musst du das auch im Deutschen. Und nicht nur das: Hier hast du noch dazu vier Fälle, und es macht einen Unterschied, ob das dazugehörige Nomen mit bestimmtem, unbestimmten oder ganz ohne Artikel verwendet wird.
wize.life-Nutzer
Beispiel:
Dagegen ist das gleichbleibende -o oder -a im Spanischen und Portugiesischen (bzw. deren Entsprechungen in anderen romanischen Sprachen) ein Klax.
wize.life-Nutzer
Hinzu kommt, das das grammatikalische Geschlecht im Deutschen so gut wie nie mit dem tatsächlichen Geschlecht übereinstimmt Dies beginnt schon bei der Bezeichnung der Tierarten:
der Fuchs
die Ente
das Krokodil

Bei Dingen ist diese Diskrepanz noch viel krasser. Da hat ein und dasselbe Ding verschiedene Geschlechter:
der Ozean, die See, das Meer

Noch unlogischer, sofern dies möglich ist, geht es bei den Flüssen zu.
Der Fluss ist zwar - unlogisch - maskulin, wird aber fallweise weiblich, wenn er mit Namen bezeichner wird:
die Donau, die Elbe, die Wolga
Wieso bleibt dann der Rhein, der Inn und der Main männlich?

Oder bei Schiffen:
Das Schiff und das Boot sind zwar logisch neutrum, werden aber weiblich, sobald man von ihnen mit dem Namen spricht; und zwar auch dann, wenn der Name männlich ist. Beispiel: die Johann Strauß.

(Wie soll man das jemandem erklären. der Deutsch als Fremdsprache lernen will?)

Nun ausgerechnet Gendergerechtigkeit ausschließlich beim Menschen einzuführen, erscheint mir daher als grober Unfug.
wize.life-Nutzer
DAS ist nicht nur im Deutschen so. Das kann auch das Französische - und macht jedem graue Haare, der / die diese Sprache lernt. Le Rhin - la Loire - nur mal als Beispiel. Da ist es mal ausnahmsweise dem Deutschen entsprechend oder das Deutsche dem Französischen. Und hängt vermutlich mit dem Lateinischen zusammen. Aber oft sind die Artikel in beiden Sprachen nicht übereinstimmend - le soleil - la lune - die Lieblinge der Deutschen, wobei da tatsächlich das romanische bzw. germanische und deren Götter und Göttinnen den Ausschlag gab.
Schiffe - und alles mit Motor - sind übrigens auf Englisch auch feminin - wobei ich nicht sicher bin, ob da mindestens bei Motorisiertem, das nicht schwimmt, gerade eine sprachliche Wandlung stattfand.
Doch du sagst, wie soll man das jemandem erklären, der Deutsch als Fremdsprache lernt - wie soll man das jemand erklären, der Französisch lernt? Man kann es eben nicht erklären - man muss es lernen, geht nicht anders.
Da ist im Deutschen die Satzstellung ein viel größeres Problem - und natürlich die Veränderungen der Worte durch die Causae. Ich lerne ja online Französisch - und da kann man auch andere User korrigieren, natürlich in den Sprachen, die man auch wirklich beherrscht. Also korrigiere ich Deutsch (und manchmal auch Englisch). Die meisten Fehler sind in der Satzstellung. Und eben diesen Änderungen beim Dativ und Akkusativ - den Genitiv ignorieren wir hier mal lieber. Maskulin und Feminin sind selten verkehrt.
wize.life-Nutzer
Das Französiche hat zwei Geschlechter, nicht drei, und keine Fälle. Nicht umsonst sagte Mark Twain: "Man kann Englisch in 30 Stunden lernen, Französisch in 30 Tagen und Deutsch in 30 Jahren."
Ob im Französischen auch die Gendersprache eingeführt werden soll oder bereits wurde, weiß ich nicht.
wize.life-Nutzer
Ach wize.life-Nutzer, biste wieder auf dem akribischen Kurs. Es ist doch völlig egal, ob zwei oder drei Geschlechter, das Problem ist: Es ist nicht immer logisch, ob feminin oder maskulin. Aber um dir das noch zu beantworten: In Frankreich scheint es noch viel wichtiger zu wein, gendergerecht zu formulieren, denn ich habe es schon mehrfach erklärt: Es gibt zwei Wörter, die es nur in einer Form gibt: Doktor - und noch was, was ich vergessen habe - und da ist man am überlegen, wie man die feminine Form hinkriegt. Aber auch bei anderen Dingen merkt man das, selbst wenn man noch nicht perfekt Französisch spricht.
wize.life-Nutzer
Du kannst wohl nicht anders, als immer wieder ätzende Wertungen abzugeben, auf die ich aber keinen Wert lege.
Guiten Abend.
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