Cannabis Einstiegsdroge?
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Cannabis Einstiegsdroge?

Endlich!
Cannabis soll legalisiert werden.
Gerade habe ich die Notiz gelesen und aufgeatmet!

Aber leider machen sich wieder diese vor Unwissen strotzenden Argumente mit der "Einstiegsdroge" breit; da wird ohne jegliches Hintergrundwissen, ohne jede Information, ohne jeden WILLEN zur Information Uraltes aus der Mottenkiste gekramt, das längst empirisch in -zig Jahren nachgewiesen werden konnte.
Fangen wir mal im vergangenen Jahrhundert an:

1994
entschied das Bundesverfassungsgericht, dass die These von der Einstiegsdroge wissenschaftlich abgelehnt werde. (BverfG 1994).

1998
gab es eine von Minister Seehofer in Auftrag gegebene Studie von Dr. Dieter Kleiber.
Diese kam zu folgendem Ergebnis:
„Die Annahme, Cannabis sei die typische Einstiegsdroge für den Gebrauch harter Drogen wie Heroin, ist also nach dem heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand nicht haltbar.“
(Kleiber/Soellner)

1999
der Bericht des amerikanischen „Institute of Medicine“ kommt ebenfalls zu dem Schluss, dass Cannabis keine Einstiegsdroge ist.
Die Zahlen dazu: Nach über dreißig Jahren Drogenkonsum kommen auf etwa 80 Millionen Cannabiskonsumenten mehrere hunderttausend Konsumenten harter Drogen, also etwa ein Verhältnis 100 : 1.
Dazu die Zahlen aus Deutschland:
Nur 2 – 5% der Cannabiskonsumenten landen bei harten Drogen.

2001
Oberstaatsanwalt Dr. Körner ist der Autor des Gesetzeskommentars zum heutigen Betäubungsmittelgesetz. Er schrieb:
<“Die These vom Umsteigeeffekt des Haschisch hat sich als Mythos erwiesen.“>
Er gibt als empirischen Nachweis dafür an, dass es etwa 40 mal mehr Cannabiskonsumenten als Heroinkonsumenten gibt. Daher ist der Umstieg also eher die Ausnahme als die Regel.

2004
Die „Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen“ bringt ein Papier heraus von Dr. Kleiber und Prof. Soellner:
“Cannabis – Neue Beiträge zu einer alten Diskussion”:
<"Die Einstiegsthese wird gern im politischen Raum vorgetragen, um die Gefährlichkeit von Cannabisprodukten nachvollziehbar zu machen und dies gilt, obwohl sie mehr als dreißig Jahren in der Fachwelt kritisiert und heute von Fachleuten einhellig als empirisch unbestätigt zurückgewiesen wird.“>

2011
„Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung“ gründet im Mai das Projekt drugcom.de und ließ gleich untersuchen, was es mit der „Einstiegsdroge Cannabis“ auf sich hat:

<“„Vom Kiffen zum Heroin?“
Die Schrittmacherfunktion“ ist wissenschaftlich nicht haltbar.
Würde man die Tatsache, dass die meisten Opiatabhängigen mit Cannabis angefangen haben, als Argument für die Einstiegsdroge Cannabis anführen, könne man nach Ansicht der Drogenforscher Dieter Kleiber und Karl-Arthur Kovar ebenso gut behaupten, „dass eine Erkältung zwangsläufig zu einer Lungenentzündung führt, weil so gut wie jeder Lungenentzündung eine Erkältung vorausgeht.“>


Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen vertreibt zusammen mit der BZgA die Schrift
"Cannabis – Basisinformation“. Darin kann man u. a. Folgendes lesen:

<“Das Risiko des Umstiegs auf andere »härtere« Drogen wurde lange Zeit unter dem Stichwort »Einstiegsdroge« kontrovers diskutiert. Dabei wurde die Beobachtung, dass fast alle Heroinabhängigen früher Cannabis geraucht hatten, zum Anlass genommen, Cannabis für den Umstieg auf Heroin verantwortlich zu machen.
Was für Heroinabhängige rückblickend stimmt, trifft jedoch nicht auf Cannabiskonsumenten zu. Tatsächlich steigt nur ein sehr kleiner Teil der Cannabiskonsumenten auf andere Drogen um.“>

Diese Broschüre kann ich nur jedem, der sich weiter informieren will, dringend empfehlen.
https://www.bzga.de/infomaterialien/...nformation/

Vieles von meinem Wissen habe ich dort nachlesen können, und wenn man irgendjemandem glauben kann, dann doch wohl Wissenschaftlern, die empirische Daten aus über 30 Jahren miteinander vergleichen und überprüfen.
Dr. You-Tube mit den wahlweise schwarz-weißen und/oder warnend knallbunten Stammtisch-Argumenten, von irgendwo aus dem Bauch gezogen und weiter verbreitet, ist da für mich eher lächerlich anzusehen.
Das heißt nicht, dass ich generell Drogenkonsum befürworte.
Aber ich wehre mich dagegen, dass ein im Ganzen harmloses Rauschmittel derart verteufelt wird, während z. B. der weitaus gefährlichere Alkoholgenuss lächelnd und großzügig toleriert wird.

Und wenn ich Ablehnung oder Zustimmung zum einen oder anderen lese, hätte ich für ganz bestimmte Formulierungen gern eine Begründung.
Voilà, das war eine Pro Cannabis; pro achtsamem Gebrauch, pro vernünftigem Umgang, pro intensiver Information, contra Dummlall und contra nicht nachweisbarer Stammtisch-Parolen.
Bis denne mal!

31 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Von Betroffenen, heisst, von ehemaligen Drogenabhãngigen weiss ich, dass Alkohol die Einstiegsdroge ist zu härteren Drogen.
Dennoch sollte Cannabis nicht als harmlos eingestuft werden.
Ich selbst habe in sehr jungen Jahren auch schlechte Erfahrungen mit Cannabis gemacht, bin zwei mal nach einem Joint in eine Art Psychose abgerutscht.
Habe es danach nie mehr konsumiert.
Auch ist es meine Meinung, dass Alkohol nicht mit Cannabis verglichen werden kann, im Sinne von was ist gefährlicher und fűhrt schneller in eine Abhängigkeit.
Der Begriff " Droge" wird fachlich so erklärt : "..... ist eine Substanz, die eine stimmungs-und - bewusstseinsverändernte Wirkung hat."
Es gilt also fűr " Uppers" und fűr " Downers",z B. verschreibungspflichtige
Medikamente, gegen Ängste, Schlafstörungen, zur Beruhigung usw. usw.
In " Drogenkreisen" werden sie " Apotheken-Drogen" genannt.
Wer also ist SŰCHTIG?
Dazu gibt es diese klare Aussage : (Im Original)
" It's not how much, it's not how often,
IT' S WHAT IT DOES FOR YOU."
Darin liegt die grosse Gefahr jeder Abhängigkeit!
Bei den sogenannten Anonymous- Selbsthilfegruppen gibt es auch
die " Overeaters Anonymous", die " Gambler-Anonymous",
die " Sex addictet anonymous" und einige mehr.
Mittlerweile ist längst bekannt, das grosse Thema SUCHT betreffend,
dass es auch die sogenannten Prozess-Abhãngigen Sűchte gibt,
wie Computer- Sucht, Arbeits-Sucht usw. usw.
Natűrlich sind Substanz- Sűchte in dem Sinn am gefährlichsten, da sie vor allem fűr die oft irreparablen körperlichen Schäden verantwortlich sind.
Deshalb das grosse Thema Eigenverantwortung.......
Ich allein entscheide, was ich meinem Körper und meiner Gesundheit
zumute....
wize.life-Nutzer
<"von ehemaligen Drogenabhãngigen weiss ich, dass Alkohol die Einstiegsdroge ist zu härteren Drogen.">

Genau das steht in den oben erwähnten Artikeln/Untersuchungen/Kommentaren, nämlich dass sie <"sein KÖNNEN"> . Und es steht sogar die relativ zuverlässige Prozentzahl dabei und auch, unter welchen Bedingungen.
Du hättest damals dazu gehören können, du hast rechtzeitig das Weite gesucht. Gut so!

Alkohol wird hier von mir nirgendwo mit Cannabis verglichen, sondern der Umgang (!) der Gesellschaft mit den beiden Drogen.
Damit erübrigt sich auch dein restlicher Erklärversuch.
Trotzdem danke für deinen ausführlichen Kommentar, es gibt sicher User hier, die das alles nicht wussten.
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wize.life-Nutzer
Dann wäre Bier die Einstiegsdroge zum Alkoholiker
wize.life-Nutzer
wize.life-Nutzer
Polly P...... nur dann, wenn das erste Bier ein " Wohlgefűhl" oder sonst ein irgendwie " angenehmes" Gefűhl auslöst....
wize.life-Nutzer
Das ist jetzt aber eine Binsenweisheit und eigentlich selbstverständlich, wize.life-Nutzer!
wize.life-Nutzer
War es fűr mich nicht, wurde mir erst bewusst als ich schon in einem reiferen Alter war....
Sozusagen Spätzunder.... Smile
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wize.life-Nutzer
Sehr gut, wize.life-Nutzer

Nur, ich fürchte, diejenigen, die regelmäßig hier immer wieder den gleichen Stuss zu einem Thema absondern müssen, von dem sie absolut keine Ahnung haben, werden auch wissenschaftliche Studien nicht überzeugen, ihre festgefahrene Meinung zu ändern. Dafür hat ja eine Politik jahrzehntelang gesorgt, die einerseits immer noch Werbespots für alkoholische Getränke zulässt, deren Formate explizit auf junge Menschen zugeschnitten sind und andererseits Erwachsene kriminalisiert, die Cannabis konsumieren.

Es ist längst überfällig, dieser widerwärtigen Doppelmoral eine Ende zu setzen.
wize.life-Nutzer
Danke, wize.life-Nutzer!
Was mich allerdings wundert: Die geringe Beteiligung hier.
wize.life-Nutzer
Tatsächlich? Mich nicht. Mit wissenschaftlich belegten Fakten, die nicht in das eigene kleinkarierte Weltbild passen, können solche Leute nämlich nichts anfangen.

Deshalb habe ich es inzwischen auch aufgegeben, mich an Diskussionen zu diesem Thema zu beteiligen, denn ich weiß etwas besseres mit meiner Zeit anzufangen, als gegen krude, vor Unwissenheit strotzende Thesen zu argumentieren.
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wize.life-Nutzer
Ich bin davon überzeugt, dass die wenigen, die von Cannabis auf Härteres umgestiegen sind, auch ohne Cannabis dort gelandet wären.

Aber ich habe es gründlich satt, gegen versteinerte Vorurteile zu argumentieren, die vor einem halben Jahrhundert aufgebaut und nie hinterfragt wurden.
wize.life-Nutzer
<"Ich bin davon überzeugt, dass die wenigen, die von Cannabis auf Härteres umgestiegen sind, auch ohne Cannabis dort gelandet wären.">

Mit Sicherheit!
wize.life-Nutzer
Naja, in meiner wilden Zeit habe ich öfters Schnelles zu mir genommen. Von einem auf den anderen Tag aufgehört! Und Cannabis war daran nicht Schuld.
wize.life-Nutzer
Was sind denn "Schnelle(s)"?
wize.life-Nutzer
Antwort PN....
wize.life-Nutzer
Gelesen, Re-PN!
wize.life-Nutzer
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wize.life-Nutzer
Vollkommen richtig. Wenn dem denn so wäre dass Cannabis eine Einstiegsdroge sei...gäbe es nach Woodstock und den 68ern wohl kaum noch klare Gedankengänge...
Einstiegsdroge wenn man es denn so nennen mag ist und bleibt Alkohol. Also alle die ich kenne haben erst das Bier und so es denn so kam danach den Bong "genossen"
wize.life-Nutzer
Ich kann mit einer Bong gar nicht umgehen ...
Aber ich kann immer noch einen akkuraten Joint drehen, ich hab's probiert. Nach über 25 Jahren!
(Wir rauchen aber nicht, wir müssen den Vaporizer nehmen.)

Vom Alk zum Cannabis?
Wäre wesentlich gesünder ...
wize.life-Nutzer
ich denke mal Alkohol ist die Einstiegsdroge schlechthin. Durch Alkoholmißbrauch sterben jährlich wohl wesentlich mehr Menschen als durch Cannabis und es kratzt absolut keinen!
Gesoffen wird übrigens durch alle Einkommensschichten.......
wize.life-Nutzer
Alkoholtote in Deutschland rund 70.000 pro Jahr.
Cannabistote meines Wissens null.
wize.life-Nutzer
Genau so!
Und während der 14jährige Konfirmand am Abend bei der "gemütlichen" Feier von seinen Eltern den Initiationsritus "Komm, trink ein Glas Wein mit, bist ja jetzt erwachsen" hört und (natürlich!) befolgt, stehen mir die Haare zu Berge...
wize.life-Nutzer
Naja ungefährlich ist Cannabis ja nun auch nicht (Psychosen) aber es ist halt der Alkohol....eindeutig.
wize.life-Nutzer
Keine Droge ist ungefährlich.
Und wer seine Affinität zu Süchten kennt, sollte noch vorsichtiger sein als andere.
wize.life-Nutzer
Meiner privaten Meinung nach ist Nikotin noch viel gefährlicher. Davon konnte ich 35 Jahre lang nicht loskommen. Bei Alkohol und Cannabis stellte sich diese Frage nie.
wize.life-Nutzer
Definitiv. Es sind zwar durchaus mitunter die Substanzen die bereits bei einmaligem Gebrauch/ Missbrauch zur Sucht verleiten aber wer zur Sucht als solches neigt....verliert sich egal in welcher.
wize.life-Nutzer
Das Problem dabei ist, wer weiss schon, vor allem in jungen Jahren, ob er eine " Sucht- Persönlichkeit" ist ???
wize.life-Nutzer
Theoretiscb liegt jn jedem Menschen die Veranlagung zu einer
Sucht-Persönlichkeit, da in jedem Mensch ein
" Belohnungssystem" schon in Kindertagen darauf wartet
"angeklickert" zu werden.....
Sehr interessante Sache ist das....
wize.life-Nutzer
Dann wären wir von "Geburt an" süchtig, und das stimmt so nicht.

--Suchtmittel senden Botenstoffe (Dopamin) ins Gehirn
--Dopamin, der Wohlfühlmacher, wird ausgeschüttet
--Der so Getriggerte fühlt sich prächtig und will das immer wieder
--Der Wunsch nach erneuter Ausschüttung führt zur Sucht
(zwar jetzt verkürzt, aber nicht falsch dargestellt.)

Ob das wirklich so geradlinig abläuft, entscheiden Gene und auch die Umwelt.
"Umwelt" dann, wenn ein liebloses Elternhaus der Grund ist oder wenn dort Drogen genommen werden. Oder auch, wenn Jugendliche erleben, wie traumatische Erfahrungen (Prügel, Gewalt, Misshandlungen) mit Drogengenuss weggespült werden.
Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für die Existenz einer "Suchtpersönlichkeit", außer bei "Antisozialen Persönlichkeitsstörungen".

Aber das führt in ein anderes Gebiet und weg vom Einstiegsdrogenthema.
wize.life-Nutzer
Das ist nicht nur nicht falsch...das ist in drei Sätzen alles erklärt
wize.life-Nutzer
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