Gedankenkreise und tiefe Phase
Gedankenkreise und tiefe Phase
Gedankenkreise und tiefe Phase

Manchmal stelle ich mir Fragen, die man eigentlich sich nicht stellen sollte. Die auch keiner beantworten kann, weil sie sich in der Zukunft befindet. Ich bin nun 50 Jahre alt, vielleicht liegt es daran, dass man so mit dem Alter sich solche Gedanken macht, wie zum Beispiel: „Wie lange habe ich noch zu leben? Wie sterbe ich? Wie stelle ich mir meine Bestattung vor? Habe ich im Leben noch etwas zu erwarten? Wartet da noch etwa auf mich?“ – Ich habe nun nicht das Gefühl, dass es mit meinem Leben am Ende sein wird und dadurch auf solche Gedanken komme. Aber ich habe eben diese Zukunftsangst, Angst das es eines  Tages aus und vorbei ist, dass ich alleine sterbe und vor mich dahin verwese. Mir ist es ja egal was danach ist, ich glaube auch nicht wirklich an Wiedergeburt oder das man ins Licht geht und an einen besseren Ort ist. Mit dem letzten Atemzug ist das Leben eben vorbei.

Ich bin auch von der Psyche nicht so wirklich auf der Höhe, mir fällt momentan alles schwer. Ich habe kaum Antrieb, kann mich nur schwer konzentrieren, und hänge viel zu Hause allein rum. Gut das liegt zum Teil auch an mein Knie, welches mir seit der Knie OP am 26. August 21 (Arthroskopie Riss im Innenmeniskus) immer noch Probleme macht. Am 15.11.21 hatte ich endlich das  Gespräch zum Ergebnis des zweiten MRT, welches ich schon am 25. Oktober 21 hatte. Dabei kam heraus, dass mein Knie nun schlechter dran ist als vorher. Der Riss war nun zwar nicht mehr das Problem, aber letztendlich isst die ganze Innenseite kaputt. Hinzu kommt stark ausgeprägte Arthrose. Ich habe nun eine Überweisung zur Strahlentherapie bekommen und eine Überweisung zu einem Spezialisten wo abgeklärt werden soll ob eine Teilprothese in Frage kommt. Da habe ich den Termin am, 10.12.21. Keine rosigen Aussichten. Den ersten Termin zur Strahlentherapie habe ich am 17.12.21, da ist aber erst das Aufklärungsgespräch, und danach muss ich entschieden, ob ich es machen möchte, danach kommen vier Bestrahlungen. Das dadurch die Psyche im Keller ist, ist vielleicht auch kein Wunder, denn ich habe ständige Schmerzen die ich mit Schmerzmittel etwas eindämme. Auf Dauer ach keine Lösung und nicht so gut für den Körper.

Es ist schwer, wenn man psychisch und körperlich angeschlagen ist. Vor allem wenn es langwierig ist. Nun muss ich gut vier Wochen warten bis es irgendwie weitergeht. Wenn ich das alles vorher gewusst hätte, hätte ich mich wahrscheinlich gegen die Knie OP entschieden. Naja hinterher ist man immer schlauer. Ich hoffe dass es mit der Strahlentherapie und ggf. der Teilprothese irgendwann besser wird.

Aber nichtsdestotrotz bleibt bei  mir die Zukunftsangst. Die Frage, warum ich noch lebe kann ich nicht beantworten, wahrscheinlich weil da doch noch etwas kommt, vielleicht habe ich noch eine Aufgabe zu erfüllen, wer weiß das schon. Seit dem ich mich mit meinem eigenen Tod beschäftigt habe stelle ich mir natürlich die Frage wer kommt dann für meine „Entsorgung“ auf? Wird meine Familie (Mutter und Geschwister) da zur Kasse gebeten? Ich selbst lebe ja von der Hand in den Mund und es ist eigentlich kein Leben, sondern mehr ein überleben, denn mein Bugert ist so knapp mit der EM – Rente und der Aufstockung durch die Grundsicherung. Da habe ich schon mal über eine Bestattungsversicherung nachgedacht, aber noch nicht abgeschlossen, denn eigentlich möchte ich nicht dass jemand anders dafür aufkommt, schon gar nicht meine Familie. Leisten kann ich mir das aber eigentlich auch nicht. ich lebe schon in eine verzwickte beschissene Welt.

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