Anonymes Leben
Anonymes LebenFoto-Quelle: mn privat
„Älterwerden, Segen, für jene, die daran verdienen.“

Morgenfrust treibt mir die Tränen in die Augen
Was kann an einem Brückentag schon großartiges passieren? Ein ganz persönlicher Einstieg in ein Thema ohne Ende…
Jeder könnte in Würde alt werden, wenn der Gesundheitsapostel Gröhe unter den Rentnern leben müsste.


Also was ist los?

Ich habe mich entschieden. Raus aus dem anonymen Wohnen, rein in eine Apartmentgemeinschaft, um gemeinsam älter zu werden.
Servicewohnen, so nennt sich das im Internet wenn man Google zur Hilfe nimmt.


Alle wollen am Älterwerden verdienen.
Was ich lese entspricht meinen Vorstellungen. In einem kleinen Radius gibt es anspruchsvolle Möglichkeiten. Ich stutze, anspruchsvoll ist nicht von mir, sondern von einer Gesprächspartnerin, die ich um Auskunft bat.
„Wir bieten ihnen eine anspruchsvolle Gelegenheit um in Freude älter zu werden.“
Klingt gut, denke ich. Dazu gehört eine kleine Gaststätte, ein Tante Emma Laden, eine Bibliothek, einen Klingelknopf für den Notfall. Ein Hausmeister, der behilflich ist, natürlich gegen Barleistung.
Selbstverständlichkeiten, die mindestens 2000,00 € Rente erfordern, um in Würde Älterwerden zu können. Das kleinste Apartment etwa 30qm kostet bereits 1300,00 €. Das war das Preiswerteste was ich nach einigen Anrufen angeboten bekam.
In meinem Hals, würgt es. Ich könnte heulen. Das war s also!

Alter ist keine Krankheit,
sondern kann mit Krankheiten einhergehen. Das wissen alle die sich für das Thema „Älterwerden“ interessieren. Ich ergänze das mal, so für mich. Älterwerden wird zunehmend zur Krankheit verschiedener Diagnosen stilisiert und somit zum lukrativen Geschäft mit dem Älterwerden. So ist auch die erste Frage der Anbieter oft: "Welche Pflegestufe haben sie?"

Unterstützer unter anderen
ist Gesundheitsminister Gröhe, dem sehr viel daran gelegen zu sein scheint, unter dem Deckmantel der Fürsorge, Geschäftemachern zuzuspielen.
Dann allerdings sollte man die Erkenntnis, dass Älterwerden keine Krankheit ist in:
„Älterwerden ist ein Segen für die Lobby derer die daran verdienen“ umschreiben.

Minister Gröhe verschwendet seine Autorität in die Verfestigung der Pflege und verhindert so, dass viele eine Chance für das Wiedererwachen der eigenen Selbständigkeit bekommen.

Kritische Gedanken,

konstruktive Vorschläge sind erwünscht. Kommentare zur Neiddebatte von denen die es nicht nötig haben, darüber nachzudenken, werden nicht gelöscht. Sie zeigen nur Notwendigkeit einer Debatte über die Spaltung, zwischen arm und reich in unserer Gesellschaft.

Ich gehe heute jedoch
ratlos in den Tag, wische mir, bei dem Gedanken, irgendwann anonym in meiner Wohnung tot herumzuliegen, nur weil meine Rente für ein würdevolles Älterwerden nicht reicht, wische mir eine Träne aus den Augen und putze mir die Nase.
© Margarethe Noah

13 Kommentare

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Bundesgesundheitsminister Gröhe ist es im Grund genommen völlig egal, was aus den nervigen Alten wird. Er kann sich jede kostspielige soziale Einrichtung leisten, und das zählt für ihn!!!!!!
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Grüße zu dir, Helge, leider hast du sowas von recht
Aber warum lassen wir uns das gefallen?
wize.life-Nutzer
Ich weis es auch nicht. Vielleicht ist uns schon die Luft für Demo's ausgegangen, weil wir früher so viel auf der Straße waren? Und hat hier im Westen das ganze Demonstrieren was gebracht. Fast alle, die großen Namen, die früher dagegen waren, wie Joschka Fischer, Christian Ströbele und Herr Schilly haben später selbst "hohe" Regierungsämter begleitet. Und viel geändert hat sich trotzdem nicht!!!!
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Ja, so ist es. In Würde geht vlt. wirklich nur noch mit liebevollen Angehörigen, die Zeit haben. Aber wer hat die in unserer money, money Welt?
Ich denke, eine große Wohnung/ ein Haus - und ein Zimmer ist für eine Pflegerin/Hausdame/Zuhörerin/Animateurin...
2 bis 4 ältere Menschen beschäftigen sie gemeinsam, zahlen ihren Lohn mit allem Schnickundschnack,
Das wird allemal billiger
Und die Wohnung kann ja ein nettes Wohnumfeld haben: Den Park, die Biblithek, den Tante Emma Laden...
wize.life-Nutzer
...wo aber steht das Haus mit der Wohnung? Ein Mietshaus mit vielen Wohnungen in der befreundete einziehen und sich in Hauslatschen besuchen können, besonders im Winter
wize.life-Nutzer
Für mich eher auf dem Land, eine nette Kleinstadt, viel NAtur, halt so, wie ich jetzt schon lebe.
Hier in der Straße in Ostfriesland sind vielel weit üer 80, ganz alte NAchbarn, die treffen sich mit den Rollis und gehen gemeinsam eine Runde, Kiner kommen ab und zu und wahrscheinlich auch Pflegedienste, das kriege ich nicht so mit.
Wen man die alten Leute einfach mehr zusammenholte, mit Angeboten, in leerweerdende Haus .könnten junge Mneschen einziehen, die in der Altenpflege tätig sind. Statt von Zimmer zu Zimmer, gingen sie von Haus zu Haus. MAl so grob angedacht.
Vielle der Häuser haben schon flache DUschen, viele Haltegriffe etc. Erben könnten also gezielt ältere Mieter suchen, wenn die Eltern mal nicht mehr sind.
Irgendwie alles so ins Unreine gedacht,. Aber man muss ja mal anfangen mit neuen Gedanken.
wize.life-Nutzer
Genau Queen - ich denke auch an eine Ideenfindung.
Gibt es bei euch auch Wasser?
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wize.life-Nutzer
Leider ist das Fakt. Ob Gemeinschaftwohnen, Alterswohnheim usw.
Oft sind auch Angehörige involviert hier finanzielle Hilfe zu leisten.
Da kommt oft der Gedanke, eines Tages soll es einfach Bum machen
und fertig.
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Hab ich auch so gedacht Heinrich. Aber vorher mache ich hier mal "Bums"
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Mache das. Ich bin beim Bum (Fensterputzen)
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So, Ziggi ist alle und weiter gehts. Tschüssi Margarethe
wize.life-Nutzer
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