Negativzinsen: Einige Banken verlangen bereits ab dem ersten Euro ein "Verwa ...
Negativzinsen: Einige Banken verlangen bereits ab dem ersten Euro ein "Verwahrentgelt"Foto-Quelle: Pixabay
Negativzinsen könnten Erspartes verbrennen - Experte warnt

Gespartes Geld aufs Sparbuch zu bringen, lohnt sich für Sparer angesichts niedriger Zinsen schon lange nicht mehr. Doch bei immer mehr Banken wird Sparen sogar zum Minusgeschäft: Sie verlangen Negativzinsen, also eine Art Strafgebühr auf Guthaben von Geschäfts-, aber auch Privatkunden.

Die Banken geben damit den negativen Einlagenzins der Europäischen Zentralbank (EZB) von von aktuell minus 0,5 Prozent pro Jahr teilweise oder in voller Höhe weiter, jedenfalls ab einer bestimmten Einlagensumme. Meist ab 100.000 Euro.

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Doch einige Banken werden bereits ab dem ersten Euro Negativzinsen fällig - kürzlich hatte das Beispiel der Volksbank Raiffeisenbank Fürstenfeldbruck für Schlagzeilen gesorgt, die Strafzinsen für Tages- und Festgeld-Guthaben ab dem ersten Cent verlangt. Hier wird ein so genanntes "Verwahrentgelt" von 0,5 Prozent fällig.

Zahlreiche weitere Banken könnten dem Beispiel folgen, befürchten Experten. Für Sparer bedeuten 0,5 Prozent Negativzins: Haben Sie etwa 10.000 Euro auf dem Konto, müssen sie dafür 50 Euro im Jahr an Strafgebühr zahlen. Bei 20.000 Euro verlieren sie auf diese Weise 100 Euro - und entsprechend mehr bei höheren Guthaben.

Verluste in Milliardenhöhe

Jetzt hat ein Finanzexperte für die "Bild" ausgerechnet, wie hoch die Verluste für alle Sparer in Deutschland sein könnten - hochgerechnet auf das Guthaben auf sämtlichen Giro- und Tagesgeldkonten in Deutschland.

Ergebnis: Dies würde zu einem Zinsverlust von rund 7 Milliarden Euro führen, schätzt Peter Barkow vom Analysehaus Barkow Consulting.

Dies natürlich unter der Voraussetzung, dass alle Giro- und Tagesgeldkonten von Negativzinsen betroffen wären. Bislang ist das noch nicht der Fall.

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Bisher ist es die große Ausnahme, dass Banken - wie die Volksbank im bayerischen Fürstenfeldbruck - ab dem ersten Euro eine Strafgebühr kassieren. Doch über kurz oder lang werden dies zahlreiche weitere Banken ebenfalls tun, vermuten Experten.

Werden Strafzinsen "salonfähig"?

„Wenn das eine Volksbank macht, ist das ein Tabubruch. Das macht Strafzinsen salonfähig“, sagt Banken-Professor Hans-Peter Burghof von der Universität Hohenheim der "Bild". Es sei wahrscheinlich, dass weitere Banken folgen.

Dem Finanzportal biallo.de zufolge erheben mittlerweile rund 150 Geldhäuser in Deutschland Negativzinsen, davon 52 Institute im Privatkundenbereich.

4 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Wir verfolgen jeden kleinen Dieb mit der Härte des Gesetzes, Diese Kapitalverbrecher in Banken und Politik können wir aber nicht habhaft werden, sie haben sich für Immun erklärt. Es bleibt nur das verjagen bei den Wahlen. Wie schon einige male hier gesagt, holt für einen Monat alle euer Geld von den Banken und dieses Verbrechersyndikat samt ihrer politischen Unterstützer bricht zusammen.
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wize.life-Nutzer
Die Erfahrung machte ich schon vor Jahren bei der GLS-Bank: für das Führen eines Sparbuches sollte ich frech zur Kasse gebeten werden!! Kündigung!!!
wize.life-Nutzer
Zahlen statt Zinsen- ist ja auch die Bank für Leihen und Schenken!!!!
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wize.life-Nutzer
Die Finanzpolitik der EZB ist zum kotzen.....
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