Grundrente soll zum 1. Januar 2021 kommen
Grundrente soll zum 1. Januar 2021 kommenFoto-Quelle: grafikplusfoto - Fotolia
Grundrente für Ausländer - Anspruch schon nach wenigen Beitragsjahren

Das Konzept der Grundrente scheint schlüssig. Menschen, die trotz langer Beitragszeit nur sehr wenig Rente erhalten, sollen etwas obendrauf bekommen. Die Gesamtkosten sollen unter zwei Milliarden Euro bleiben. Doch offenbar hat man die Rechnung in Deutschland ohne die hier zumindest kurz beschäftigtenAusländer gemacht.

Wie "Bild" berichtet, könnte die Grundrente tatsächlich viel teurer werden. Demnach muss nämlich die Aufstockung anteilig auch an Ausländer gezahlt werden, auch wenn diese nicht die geforderten 35 Jahre in die Deutsche Rentenversicherung eingezahlt haben.

Mit der Grundrente sollen ab Januar 2021 langjährig Versicherte, die trotz mindestens 35 Beitragsjahren eine sehr niedrige Rente haben, einen Zuschlag erhalten.

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Wie "Bild" vorrechnet, könnte somit etwa ein Rumäne, der zehn Jahre in Deutschland gearbeitet und hier Beiträge gezahlt hat, ein Recht auf Grundrente haben. Und zwar, wenn er eben 25 weitere Jahre in seinem Heimatland gearbeitet hat. Sein Zuschlag würde jedoch nur für die zehn deutschen Arbeitsjahre berechnet werden.

"Da dies entsprechende Anreizwirkungen entfaltet, werden die Kosten der Grundrente deutlich höher liegen, als bislang veranschlagt", warnt Franz Ruland, früherer Vorsitzender der Deutschen Rentenversicherungsträger.

Grundrente: Da sind die 3 großen Probleme

Die geplante Grundrente stößt ohnedies auf zunehmende Kritik. Inzwischen mehren sich die Stimmen, die vor großen Problemen bei der Umsetzung warnen. Die Kritik zielt vor allem auf drei Aspekte des Konzepts: Praktische Umsetzung, Finanzierbarkeit, Rechtmäßigkeit.

Eine Bedürftigkeitsprüfung wie von der Union gefordert wird es nicht geben, allerdings eine Einkommensprüfung.

Dafür sollen die Finanzämter die Deutsche Rentenversicherung mit den nötigen Daten versorgen, damit diese berechnen kann, ob ein Anspruch auf Grundrente besteht.

Doch dass dies so einfach funktioniert wie von der Bundesregierung angekündigt, daran hat die Rentenversicherung große Zweifel.

35 Beitragsjahre - nicht so einfach zu ermitteln

"Angesichts mehrerer Millionen laufender Renten, die zu prüfen wären, ist der relativ kurze Zeitraum bis zum 1. Januar 2021 für Entwicklung und Einsatz einer voll automatisierten Lösung aus Sicht der Rentenversicherung problematisch", sagte Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung.

Aus ihrer Sicht stellt die neue Grundrente die Behörde vor eine Vielzahl ganz praktischer Probleme.

So sei es "alles andere als trivial" zu ermitteln, wer von den 21 Millionen Rentnern in Deutschland die nötigen 35 Beitragsjahre aufweisen könne.

Wer hierzulande Anspruch auf die Grundrente hat

Auch die Prüfung der Einkommen werde die Behörde "vor Probleme stellen".

Damit bezieht sich Roßbach auf die vorgesehenen Einkommensgrenzen: Anspruch auf Grundrente hat nur, wer als Alleinstehender weniger als 1250 Euro Einkommen im Monat hat (1950 Euro im Monat bei Paaren).

Bei der Ermittlung des Einkommens befürchtet die Präsidentin der Rentenversicherung schlimmstenfalls eine "massive Ausweitung der Sachbearbeitung".

Denn bei der Rentenversicherung seien die Rentenkonten von Partnern nicht verknüpft. Meldebehörden müssten daher die nötigen nötigen Daten zum Familienstand übermitteln.

Wer soll's bezahlen?

Von der neuen Grundrente sollen ab 2021 zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Menschen profitieren, schätzt die Bundesregierung. Kosten: bis zu 1,5 Milliarden Euro im Jahr. Finanziert werden soll die Grundrente durch Steuern.

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3 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Die Rentenversicherung wird doch in der Lage sein, zu ermitteln, wer 35 Jahre gearbeitet hat und wer nicht? Werden die Daten nicht gespeichert?
wize.life-Nutzer
aber wir sollten erst deutsche Renteneinzahler bevorzugt behandeln und danach die anderen Rentner aus anderen Ländern.
wize.life-Nutzer
Liebe Frau Luna,
das deutsche GG und das BGB sagen, daß alle Menschen gleich zu behandeln sind.
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