Von den Altersbezügen pensionierter Beamter können Durchschnittsrentner nur  ...
Von den Altersbezügen pensionierter Beamter können Durchschnittsrentner nur träumenFoto-Quelle: Abi Howard/Unsplash (Symbolfoto)
Rente: Pensionäre haben im Ruhestand fast 2000 Euro mehr als Rentner

Im Ruhestand gibt es einen gravierenden Unterschied zwischen pensionierten Beamten und Rentnern: Ein Beamter hat jeden Monat im Schnitt fast 2000 Euro mehr im Geldbeutel als ein durchschnittlicher Rentner. Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Besonders gut versorgt sind demnach: Lehrer.

"Kind, werde Beamter - dann hast Du später eine schöne Rente" - viele werden ihn im Ohr haben, diesen Spruch wohlmeinender Väter und Großmütter.

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Rein rechnerisch hatten sie recht. Denn was eine "schöne Rente" aktuell tatsächlich in Euro-Beträgen bedeutet, das zeigen neue Zahlen des Statistischen Bundesamts, auf die sich die "Bild" bezieht.

So kam ein Bundesbeamter 2019 im Schnitt auf eine monatliche Pension in Höhe von 3210 Euro, das waren 80 Euro mehr als 2018. Seine Beamten-Kollegin bezog demnach durchschnittlich 2580 Euro (+ 70 Euro).

Davon können Altersrentner nur träumen - wie mager dagegen die Bruttorente eines Durchschnitts-Altersrentners ist, zeigt ein Vergleich der Zahlen für das Jahr 2018, jeweils pro Monat:

  • Bundesbeamter: 3130 Euro, Rentner: 1281 Euro
  • Bundesbeamtin: 2510 Euro, Rentnerin: 793 Euro

Bedeutet: Die durchschnittlichen Altersbezüge eines Bundesbeamten im Ruhestand waren 2018 fast zweieinhalb Mal höher als die eines durchschnittlichen Rentners.

Noch größerer Unterschied bei den Frauen

Bei den Frauen war der Unterschied sogar noch größer: Eine pensionierte Staatsbedienstete erhielt im Schnitt mehr als dreimal soviel Geld wie eine durchschnittliche Rentnerin.

Selbst die durchschnittliche Pension für eine Bundesbeamten-Witwe ist mit 1870 Euro deutlich höher als die durchschnittliche Witwenrente, die dagegen bei 732 Euro liegt.

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Im Alter besonders gut versorgt sind der "Bild" zufolge Landesbeamte. Auf ihr Konto wurden im Schnitt jeden Monat 3400 Euro überwiesen, ihre weiblichen Kolleginnen erhielten 2820 Euro.

Und ganz besonders gut weg kommen demnach: Lehrerinnen und Lehrer. Die Männer kamen 2019 auf ein durchschnittliches Ruhegehalt in Höhe von 3620 Euro, die Frauen auf 2890 Euro.

Steuern auf Pensionen und Renten

Beamtenpensionen sind komplett steuerpflichtig. Wieviel Rentner unter Umständen versteuern müssen, hängt seit 2005 davon ab, in welchem Jahr ihr Ruhestand begonnen hat. So müssen alle, die 2019 in Rente gegangen sind, 80 Prozent versteuern, sofern sie steuerpflichtig sind. Ab 2040 sind auch Renten komplett steuerpflichtig.

Allein 2019 gingen der "Bild" zufolge 62.650 Staatsdiener in den Ruhestand, davon wurden 10.150 wegen Dienstunfähigkeit frühpensioniert.

Unter den Früh-Pensionierten waren demnach insgesamt 2725 Lehrer, von denen 190 unter 45 Jahre alt waren.

54,2 Milliarden Euro für Pensionen

Für die steigenden Beamtenpensionen muss der Staat immer mehr Geld aufbringen: 2018 fielen dem Blatt zufolge für die Altersversorgung der Staatsdiener 54,2 Milliarden Euro an. Das waren zwei Milliarden Euro mehr als 2017.

Und sogar rund 45 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren.

Die steigenden Beamtenpensionen belasten die Staatskasse immer stärker. 2018 kostete die Altersversorgung der Staatsdiener schon 54,2 Milliarden Euro – zwei Milliarden Euro mehr als 2017 (plus vier Prozent). Innerhalb von zehn Jahren sind die Kosten der Beamtenversorgung um 45,3 Prozent gestiegen. 2008 lagen sie noch bei 37,3 Milliarden Euro.

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