Japan: Regierung zahlt jedem Bürger 855 Euro Corona-Hilfe

Als Hilfsmaßnahme im Zuge der Corona-Krise plant die Regierung Japans jedem Bürger eine einmalige Geldauszahlung von 100.000 Yen (umgerechnet 855 Euro) zukommen zu lassen. Premierminister Shinzo Abe verkündete die Maßnahme vergangenen Donnerstag und ordnete zeitgleich eine Ausweitung des Notstandes an.

Japan: Regierung zahlt jedem Bürger 855 Euro Corona-Hilfe
Japan: Regierung zahlt jedem Bürger 855 Euro Corona-HilfeFoto-Quelle: Pixabay

Wie die japanische Zeitung "Asahi Shimbun" berichtet, sollen die Zahlungen von 100000 Yen unabhängig vom Einkommensniveau an japanische Staatsangehörige, sowie an ausländische Einwohner in Japan ausgezahlt werden. Die Regierung traf die Entscheidung nachdem ein ursprünglicher Plan, nur bestimmte Haushalte mit einer Summe von 300.000 Yen zu stützen, in die Kritik geraten war. Opposition und Koalitionspartner hatten den Plan als unzureichend bemängelt.


Die Verteilung von 100.000 Yen an alle Bürger vermittele laut Experten ein "weniger ungerechtes Gefühl, solange Menschen mit einem relativ hohen Einkommen das, was sie erhalten haben, teilweise durch Steuern wieder zurückzahlen".

Zahlungen ab Mai

Wie Finanzminister Taro Aso auf einer Pressekonferenz am Freitag mitteilte, sollen die von der Regierung bereitgestellten 100.000 Yen bereits zu Beginn des nächsten Monats zur Verfügung stehen. Er betonte, dass diese schnelle Maßnahme entscheidend sei, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise abzumildern. Jeder japanische Staatsangehörige, sowie Ausländer mit dauerhaftem Wohnsitz in Japan haben laut Aso Anspruch auf die Hilfsgelder. Jedoch sei eine Antragsstellung erforderlich.

Kritiker befürchten monatelange Wartezeiten

Kritiker äußerten Zweifel daran, dass es der Regierung gelingen werde Japans Bevölkerung von rund 126 Millionen Einwohnern Menschen flächendeckend zu versorgen. Eine Auszahlung an alle Bürger könne aufgrund logitischer Probleme mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Japan weitet Notstand auf das ganze Land aus

Am selben Tag, an dem Premierminister Abe die neue Maßnahme verkündete, ließ die Regierung auch den Notstand, der zuvor für den Großraum Tokio ausgehängt wurde, auf das ganze Land ausweiten. Zwar werde es keine harten Ausgangssperren wie in Europa geben, doch sollten sich Bürger möglichst zu Hause aufhalten.

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