Was Frauen wirklich denken: Bei Geld hört die Freundschaft auf?
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Was Frauen wirklich denken: Bei Geld hört die Freundschaft auf?

Freunden, die in Not geraten sind, helfen wollen - wer würde diese Frage mit Nein beantworten? Schließlich möchte man helfen und irgendwie hofft man vielleicht auch, wenn man selbst Gutes tut, dass dieses Gute zu einem zurück kommt, wenn man selbst in der Not ist. Was aber, wenn das Geld nicht mehr zurückgegeben wird, nicht mehr zurückgegeben werden kann? Muss der Gebende dann generös sein und verzichten?

Mein Urgroßvater gehörte offensichtlich zu den generösen Menschen.


Er verlieh Unmengen an Geld und notierte sich die Beträge und Namen der Empfänger - Freunde, Bekannte, Nachbarn, Geschäftspartner - zwar fein säuberlich in einem schwarzen kleinen Büchlein, aber ohne Quittung oder Gegenzeichnung war dies letztlich Makulatur. Die großzügig bedachten Empfänger nahmen und keiner, wirklich keiner zahlte zurück. Mein Urgroßvater war durchaus wohlhabend und vielleicht dachte jeder, naja, das fällt dem gar nicht auf und mir fällt es schwer. Vielleicht dachte auch jeder, er sei der einzige, und der geliehene Betrag werde schon kein Loch in die Kasse meines Urgroßvaters reißen.

Und mein Urgroßvater war, obwohl weder Kirchgänger noch konfessionell gläubig, in seinem Herzen wohl doch ein Lutheraner. Denn schon Martin Luther hat betont, dass man von Herzen gerne helfen und so leihen oder borgen soll, "dass ich mein Gut hingebe und es zurücknehme, falls mir's zurückgebracht wird, es aber entbehren muss, wenn man's nicht zurückbringt".

Es gibt allerdings wie bei allem im Leben und bei jedem Geldstück auch eine Kehrseite.

Wer Geld nimmt, ist im Wort.


Als mein Urgroßvater mit knapp 70 Jahren Ende des Zweiten Weltkrieges im Sterben lag, war er von seinem Krebsleiden gezeichnet. Er übergab das Büchlein seiner Frau mit den Worten, sie solle es verbrennen und so das Ganze aus der Welt schaffen. Er könne ja nicht mehr mit seinem Wort einstehen und es würde nur böses Blut machen. Sie erfüllte seinen Wunsch und nannte auch nie einen Namen aus dem Büchlein.

Mein Vater erzählte die Geschichte immer mal wieder, und ich fragte ihn und mich als Kind, warum keiner derer, die Geld bekommen hatten, nach dem Tod meines Urgroßvaters so ehrlich war, den Hinterbliebenen das Geld zu erstatten. Noch schwerer fiel mir die Vorstellung zu ertragen, dass sie nicht zu dem Sterbenskranken kamen und ihm persönlich wenigstens einen Teil in die Hand drückten, wenigstens das Versprechen gaben, es irgendwann zu erstatten. Ich glaube, mein Urgroßvater hätte sich darüber gefreut. Vor allem über die Geste. Und wenn es nur der Satz gewesen wäre: Ich habe es nicht vergessen, glaub mir, ich würde gerne, aber ich kann nicht.

Können Verträge das persönliche Wort ersetzen?


Natürlich helfen Darlehensverträge letztlich, aber will man einen Freund darauf zitieren? Notfalls gar gegen ihn juristisch vorgehen? Wohl kaum. Aber was ist mit der anderen Seite? Mit der des Nehmenden? Wie schläft es sich mit dem Wissen, dass man im Wort steht?

Ich helfe auch gerne und ich habe damit in meinem Leben sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht.

Für mich ist ein Wort bindend, vor allem meines.


Und es tut weh, wenn das Wort des anderen und damit das Vertrauen, das man einem Menschen in Not geschenkt hat, sozusagen zusätzlich zu dem Geldbetrag, nicht eingelöst wird.

Schließlich gibt es viele Möglichkeiten, Geld in anderer Form zurückzugeben und damit Nehmen und Geben in Balance zu halten. Auch das gehört für mich zur Freundschaft und dazu, dass Menschen miteinander freundlich umgehen.

Manchmal, bei den ganzen Diskussionen um Griechenland und Euro-Rettungsschirme, muss ich an meinen Urgroßvater und sein schwarzes Büchlein denken. Und daran, dass es jenseits von Verträgen etwas viel Bindenderes gibt: das gegebene Wort.


Dann müssten keine Klagen vor weltlichen Richtern und Gerichtshöfen erhoben und keine abgelehnt werden. Und es wäre am Ende eine Frage der Ehre, wie schon ein altes Sprichwort weiß: Wer den Heller nicht ehrt, ist den Taler nicht wert.

4 Kommentare

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wize.life-Nutzer
dieses: "was Frauen wirklich denken", irritiert mich immer mehr.
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wize.life-Nutzer
Ja ein Pottpurri aus dem was Frauen denken, ich nehme mal an, die Autorin beschränkt die Aussage absichtlich auf die Gedanken der Frau, wobei ihr Großvater auch eine Frau gewesen zu sein schien, über die Frage wie sich formal Geld eintreiben lässt, bis hin zu Staatsverschuldung, Rettungsschirmen.
Fazit für mich, jaja wo zählt noch das Wort und etwas Zeit verschwendet, denn um dies zu sagen, hätte doch dieser eine Satz gereicht. Nicht?
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wize.life-Nutzer
Wie sagt ein altes Sprichwort : Unter Verwandten und Freunden soll man keine Geldgeschäfte machen. Denn nur allzu oft sind solche Geldgeschäfte der Anfang vom Ende eines respektvollen Umganges miteinander. Wenn jemand durch eigenes Verschulden in Not gerät, dann muss er daraus auch eine sehr unbequeme Lehre ziehen, um es in Zukunft besser zu machen. Doch wenn jemand unschuldig in Not gerät, dann helfe ich jedem Verwandten oder Freund, aber nicht um mir etwas zu schuldig zu sein. Ich helfe ihm in dem ich ihm deim lebensnotwendigen einfach auch mal Geld schenke. Was nun Griechenland angeht : Für Schulden, die das Griechenland ja real nunmal gemacht hat ( damit haben nicht nur die Banken und Reichen verdient, sondern auch "normalos" sich lange Zeit einen zu hohen Lebensstandard leisten können), Hilfe von anderen Ländern ( z.B. Slowakei u.a.) zu verlangen, die weitaus noch ärmer leben als Griechen, finde ich schon anmassend. Wenn mich aus der Familie jemand um Geld bittet, um sich ein besseres Auto zu kaufen oder einen tollen Urlaub damit zu finanzieren und ich selbst mich beschränken muss, dann empfinde ich das als dreist. Und ergänzend möchte ich nur jeden warnen in diesem Zusammenhang irgendwelche Bürgschaften bei Banken einzugehen.
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wize.life-Nutzer
Jeder kann in Not geraten. Ich halte es auch mit dem Satz:" Für mich ist das Wort bindend, vor allem meins."
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