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Altersgerecht wohnen - Maßnahmen und Finanzierung
Altersgerecht wohnen - Maßnahmen und Finanzierung
Altersgerecht wohnen - Maßnahmen und Finanzierung

Deutschlands Bevölkerung wird auf absehbare Zeit zunehmend älter. Diesen Trend verspüren wir bereits heute. Wie die Entwicklung in Zukunft aussieht, ist Schwerpunkt einer regen Forschungstätigkeit. Einrichtungen wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung zeigen, dass die Demografie uns in den nächsten Jahren vor Probleme stellen wird. Davon betroffen sind nicht nur die sozialen Sicherungssysteme – wie die Pflegeversicherung. Auf lange Sicht ist damit zu rechnen, dass das Älterwerden auch unsere Sicht auf das Eigenheim verändert. Schließlich will man solange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen können.
Altersgerechtes Wohnen wird wichtiger. Wie sieht das Ganze in der Praxis aus? Barrierefreiheit ist ein wichtiges Schlagwort. Es geht darum, Wohnraum so einzurichten, dass selbst kleinere Einschränkungen in Bezug auf die Mobilität kein Hindernis darstellen. Beispiel: Ein bodentiefer Einstieg in die Badewanne gehört zum altersgerechtes Wohnen – genauso wie ein Treppenlift. Das Problem: Als Mittzwanziger hat man andere Anforderungen ans Haus oder die Eigentumswohnung als mit 70.

Ebenerdige Duschkabinen sind für ein altersgerechtes Wohnen essenziell. Eine solche Maßnahme ließe sich auch schon beim Bau des Hauses ohne große Probleme  einplanen.
GregoryButler (CC0-Lizenz) / pixabay.comEbenerdige Duschkabinen sind für ein altersgerechtes Wohnen essenziell. Eine solche Maßnahme ließe sich auch schon beim Bau des Hauses ohne große Probleme einplanen.

Bereits beim Hausbau Vorbereitungen treffen

Fakt ist: Die Ansprüche junger Familien und Senioren in Bezug auf den Wohnraum weichen sehr stark voneinander ab. Zum Problem wird das Ganze spätestens, wenn Knie und Hüfte nicht mehr so recht in den Tritt kommen. Bereits mit 50 Jahren besteht die Gefahr, Verschleiß in den Gelenken sehr deutlich zu spüren.
Wird erst in dieser Situation erkannt, wie wichtig Barrierefreiheit ist, wird’s schnell teuer. Umbaumaßnahmen im Eigenheim kosten noch einmal Geld. Wer als Bauherr clever sein will, plant das eigene Haus mit entsprechend viel Weitsicht. Einige Elemente im Haus lassen sich bereits so anlegen, dass ein später Umbau nicht mehr ganz so aufwendig zu werden droht.
Welche Maßnahmen sind an dieser Stelle denkbar? In erste Linie sollte es hier darum gehen, ausreichend Puffer beim Platz zu haben. Beispiel: Man ist im Alter auf spezielle Gehhilfen wie den Rollator angewiesen. Um von vornherein alles richtig zu machen, empfiehlt sich:
- eine Türbreite von 90 Zentimetern
- stufenloses Bauen
- Fläche in allen Räumen zum „Rangieren“.
Auf diese Weise erreichen Bauherren zwei Ziele: Freiheit beim Planen und Einrichten in jungen Jahren bleiben erhalten – wie der Spielraum für altersgerechtes Wohnen. Altersgerechte Immobilien lassen sich demnach später sehr einfach schaffen. Dies kann auch finanziell von Vorteil sein, da im Alter eventuell geringere Kapital zur Verfügung steht.

Umbaumaßnahmen im Überblick

Grundsätzlich beginnt der Umbau zur barrierefreien bzw. altersgerechten Immobilie bereits mit deren Erstellung als Neubau. Die eingangs genannten Maßnahmen sind wichtiger Bestandteil der Barrierefreiheit. Aber: Gerade im Bestand finden Senioren altersgerechte Immobilien eher selten.
Betroffene werden um einen Umbau nicht herumkommen. Wie weit an dieser Stelle gegangen wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Auf der einen Seite steht die Frage im Raum, welche Ausbaustufe die Immobilie bereits erreicht. Andererseits geht es hier auch darum, wie groß die individuellen Einschränkungen bereits sind.

Mit Fördermaßnahmen den Umbau finanzieren

Ein dritter – und wichtiger – Punkt betrifft die Finanzen. An dieser Stelle geht es natürlich um die Finanzierung des Umbaus. Heute greifen viele Haushalte zu Krediten von Banken. Allein im Juni 2016 lag das Volumen der Wohnungsbaukredite bei mehr als 21 Mrd. Euro. Und davon unterlag laut Bundesbank nur ein Bruchteil einer Besicherung. Modernisierungsdarlehen werden heute oft ohne Grundpfandabsicherung ausgegeben.
Wer sich nicht allein auf das Darlehen verlassen will, kann Förderungen in Betracht ziehen. Ein Klassiker ist das Förderprogramm der KfW (159). Als zinsgünstiges Darlehen bis 50.000 Euro angeboten, geht es im Bereich Barrierefreiheit unter anderem um:
- Umbau/Schaffung von Abstellplätzen für Rollatoren oder Rollstühle
- den Einbau eines Treppenlifts
- Umgestaltung von Treppen
- den Badumbau (bodengleiche Duschplätze usw.)
- Assistenzsysteme.
Wichtig: Förderprogramme wie jenes der KfW sind nicht die einzigen Hilfen für den barrierefreien Umbau. Als Eigentümer sollte im Auge behalten werden, dass etwa seitens der Pflegekasse ebenfalls Zuschüsse zu verschiedenen Maßnahmen geleistet werden. Wichtig ist, sich im Vorfeld umfassend zu informieren – und die Maßnahmen gründlich zu planen.

Ein Rollstuhl sorgt später für ganz andere Anforderungen an die eigene Wohnumgebung - wer sich früh vorbereitet, hat später keinen Handlungsdruck.
terimakasih0 (CC0-Lizenz) / pixabay.comEin Rollstuhl sorgt später für ganz andere Anforderungen an die eigene Wohnumgebung - wer sich früh vorbereitet, hat später keinen Handlungsdruck.

Fazit: Altersgerecht Wohnen – schon beim Neubau dran denken

Die Themen Barrierefreiheit und altersgerechtes Wohnen rücken weiter in den Mittelpunkt. Neben der Tatsache, dass die Gesellschaft und die soziale Sicherung vor Herausforderungen stehen, trifft dies mehr und mehr auf Immobilienbesitzer zu. Jeder Bauherr kann einen Beitrag dazu leisten, den späteren Umbau zu vereinfachen. Es ist wichtig, bereits beim Neubau an entsprechende Details zu denken. Gerade die Türbreite oder die Raumaufteilung lässt sich später nur mit hohem Aufwand anpassen. Wer in der Planung diese Überlegung einfließen lässt, spart sich später Ärger. Und kann dem Ganzen dann doch noch etwas entspannter entgegensehen.

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