Rente im Ausland - Das müsst ihr beachten
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Rente im Ausland: Was Sie beachten müssen, damit der Traum nicht jäh endet

Es ist ein Traum vieler Deutscher, den wohlverdienten Ruhestand unter der Sonne am Strand oder in landschaftlich reizvoller Umgebung zu verbringen - und dabei noch so richtig sparen. 2017 waren es knapp 240.000 Deutsche, die diesen Traum tatsächlich lebten. Doch wer seine Rente im Ausland bezieht, muss bei Steuern und Versicherungen einiges beachten.

Der gemeinnützige Verbraucher-Ratgeber Finanztip hat die wichtigsten Tipps zusammengestellt:

Wer länger als sechs Monate im Jahr im Ausland lebt, gilt als beschränkt steuerpflichtig und hat dann kein Recht auf den Grundfreibetrag, erklärt Udo Reuß, Steuerexperte bei Finanztip:

Das steuerpflichtige Einkommen und daher auch die Rente, werden ab dem ersten Euro versteuert.

Auch zahlreiche weitere Vergünstigungen entfallen:

Ehegattensplitting, außergewöhnliche Belastungen wie Krankheitskosten und Freibeträge für Kinder werden nicht mehr angerechnet. Das treibt die Steuerlast stark in die Höhe.

Mit einem Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht die Steuerlast senken

Doch wer mindestens 90 Prozent seines Gesamteinkommens aus Deutschland bezieht und dieses auch hier versteuern muss, für den kann es einen Trick geben, emfpiehlt Reuß:

Stellen Sie beim Finanzamt einen Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht.

Bei einem Umzug etwa nach Österreich, Spanien oder Polen wird die gesetzliche Rente grundsätzlich in Deutschland besteuert. Hier kann sich der Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht lohnen.

Reuß erklärt:

Legen Sie dafür einen Nachweis ausländischer Einkünfte von den Behörden im Ausland bei. Für den Umzug in einen EU-Staat benötigen Sie zum Beispiel die Bescheinigung EU/EWR, die es in verschiedenen Sprachversionen gibt.

Ob die Rente in Deutschland oder im neuen Wohnland zu versteuern ist, legt das jeweilige Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) fest. Eine Übersicht aller Länder, mit denen ein DBA besteht, gibt es auf der Website des Bundesfinanzministeriums.

Behörde rechtzeitig informieren

Um Renten auszuzahlen, benötigt die Deutsche Rentenversicherung lediglich Adresse, Kontaktdaten und die Bankverbindung. "Teilen Sie der Behörde und der Krankenkasse den Wechsel des Wohnortes mindestens drei Monate im Voraus mit", rät Reuß.

Verlangt die Behörde eine Lebensbescheinigung, senden Sie diese schnellstmöglich ausgefüllt zurück, sonst kann es zu Unterbrechungen der Rentenzahlungen kommen!

Vor dem Auslandsaufenthalt sollten Rentner sich beraten lassen

Das Finanzamt Neubrandenburg ist zuständig für Rentenempfänger im Ausland. Auf deren Website finden Verbraucher die erwähnten Formulare und zahlreiche Informationen. Doch Reuß rät davon ab, sich allein auf die Online-Informationen zu verlassen: "Wie fast immer im Steuerrecht sind die Fälle sehr individuell. Vor dem geplanten Aufenthalt rate ich daher jedem, die Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung aufzusuchen oder sich mit dem Rentenversicherungsträger in Verbindung zu setzen." Bestehen weitere steuerpflichtige Einkünfte, wie etwa Einnahmen durch Vermietung, ist das Heimat-Finanzamt zuständig.

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Gut zu wissen: Wer seinen Wohnsitz dauerhaft ins Ausland verlegt, ist in der Regel nicht über die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner versichert. Rentner sollten sich vor dem Auslandsaufenthalt daher unbedingt bei der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland beraten lassen. Wer außerhalb des Europäischen Währungsraums lebt, muss die staatliche Förderung der Riester-Rente zurückzahlen.

Weitere Informationen finden Sie unter https://www.finanztip.de/steuererkla...im-ausland/

19 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Viele "vergessen" dabei ein paar ganz wesentliche Dinge:
Thema Spanien: Zum Einen braucht man eine gültige Residencia (Aufenthaltsgenehmigung) ab einem Aufenthalt von 3 Monaten. Die NIE (Ausländer-Registrierungsnummer) sollte man SOFORT beantragen, da Diese nur noch 3 Monate gültig ist und unbedingt für die Residencia gebraucht wird.Außerdem braucht man eine ausreichende Krankenversicherung, die man als Rentner mit dem Formular E111 beantragt, um von der spanischen Seguridad Social aufgenommen zu werden. Ansprüche aus der gesetzlichen heimischen Krankenversicherung gibt es nicht mehr. Wer mit dem Auto unterwegs ist, muss seinen deutschen EU-Führerschein in einen spanischen EU-Führerschein umschreiben lassen, weil man sonst ohne gültige Fahrerlaubnis unterwegs ist. Und auch der Hauptwohnsitz muss ab 3 Monaten Aufenhalt mittels gültigen spanischen Mietvertrag nachgewiesen werden, weil es sonst keine Residencia gibt. Wenn man dieses Dokument (grüne Karte) nicht hat, dann ist der Aufenthalt illegal und man kann jederzeit abgeschoben werden.
Die Rente wird wie gewohnt weiter gezahlt. man sollte aber daran denken, dass in Spanien die Rente nicht zwangsläufig am 1. des Monats am Konto ist. Die üblichen Rentenanpassungen kommen automatisch. Allerdings ruhen sämtliche Mindestsicherungsansprüche. D.h. es gibt nur die Nettorente. Ich warne allerdings davor, sich außerhalb des rechtlichen Rahmens zu bewegen. Das kann böse enden....
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wize.life-Nutzer
Ein Freund von uns,ist bei uns gemeldet.Es geht ja auch nicht nur um die Rente.
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Ausserdem, Irgendwo gelesen, wer im Ausland Rente bezieht bekommt die jährlichen Erhöhungen nicht. Vielleicht weiss jemand ob das stimmt.
wize.life-Nutzer
Hallo lieber Peter Siebert, ich lebe schon viele Jahre als Rentnerin in Spanien und habe IMMER die Rentenerhöhungen bekommen.
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Hallo Gabriele S. Vielen Dank für die Antwort, dann bin ich falsch informiert worden, oder vielleicht gilt es nur außerhalb europas. Ich würde sehr gerne in Spanien oder Portugal die letzten Jahre verbringen. Schauen wir mal. Ansonsten viel Spaß im warmen Spanien.
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Hallo zusammen, ich(m) bin 70 und würde gerne nach Tschechien oder noch lieber Ungarn auswandern,da war ich früher oft!! Mein Problem dürfte meine Schwerbehinderung sein..2 Vollknieprothesen -4fachen Bandscheibenschaden auch meine Medikamente: Cortison -Opiat -und und und ,die brauche ich so ziemlich jeden Tag(22 Stck insges.) . Außerdem fahre ich schon lange (6 Jahre)kein Auto mehr,mein Auge spielt nicht mehr mit-da ich Single bin, habe ich so gesehen auch keine Hilfe. Vermutlich dürfte mein Traum ein Wunschdenken sein!? Meine Kinder sind auch nicht in der Nähe und haben ihr eigenes Leben,so gesehen denke ich mal habe ich denkbar schlechte Aussichten!? Hat jemand von euch evtl. einen Tip oder kennt jemanden,der mich beraten könnte. Ich sag' schon mal besten Dank im Voraus!! Herzliche Grüße Peter
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Im Ausland leben und in Deutschland einen Wohnsitz bei den Kindern oder Rentner-WG oder alle 170 Tage mit Ryan-Air für 20 Tage nach Deutschland fliegen
wize.life-Nutzer
Wir leben 8-9 Monate in DE und flüchten den Winter über in die "Zweitwohnung" des Südens....sehr angenehm..
wize.life-Nutzer
Kinder hab ich nicht und ryan air kommt nicht in Frage. Rentner WG wäre ok.
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Das ist gut..Ryan Air ist auch der letzte Mist. Würde ich never mit fliegen.
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Was kann man schon von einen Billigflieger verlangen.Wir fliegen mit der Condor,etwas teurer aber gut.
wize.life-Nutzer
wize.life-Nutzer
Es ist schon erstaunlich wie schnell das das Theme wechselt, oder wurde hier das Thema Billigflieger aufgemacht.
wize.life-Nutzer
Wie sind gern air berlin geflogen, aber leider vorbei. Wer kann sich heute noch 2 Wohnsitze leisten? Gibts ja hier schon keine Wohnungen?
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Stimmt...um so mehr freu' ich mich über die Wohnmöglichkeit auf den Kanaren.
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wize.life-Nutzer an eine Rentner-WG hatte ich auch schon gedacht!! DAS wäre schon etwas wo Alleinstehende mehr Vor-als Nachteile hätten! Vielleicht finden sich dafür einige Leutchen!?
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Reni, wie kommt man zu Zweitwohnung? Hat nicht Jeder.
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Peter, da muss man sich Plan machen wo die sein soll und wie gross.
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