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Wer im Beruf hohen Belastungen ausgesetzt ist, dessen Lebenserwartung nach dem Eintritt ins Rentenalter ist niedriger - zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle StudieFoto-Quelle: Pixabay
Studie: Stress im Job? Wer eine anstrengende Arbeit hat, stirbt früher

Das Arbeitsleben wirkt sich nicht nur auf die Gesundheit von Berufstätigen aus - es beeinflusst auch langfristig ihre Lebenserwartung, nachdem sie sich in den Ruhestand verabschiedet haben.

Wer einen anstrengenden Beruf ausübt, der hat als Rentner eine geringere Lebenserwartung. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Universität Duisburg Essen.

"Wer sehr hohen Arbeitsbelastungen ausgesetzt war, stirbt früher", heißt es in einer Mitteilung der Universität.

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Hohe körperliche und psychische Belastungen an der Arbeit führten zu gesundheitlichen Einschränkungen, die im Alter ab 65 Jahren das "Mortalitätsrisiko erhöhen", schreiben die Wissenschaftler Prof. Dr. Martin Brussig und Susanne Eva Schulz in ihrer Studie mit dem Titel: "Soziale Unterschiede im Mortalitätsrisiko - Das frühere Arbeitsleben beeinflusst die fernere Lebenserwartung".

Berufstätige mit höherem Einkommen und höherer Bildung haben demnach eine höhere Lebenserwartung als Berufstätige mit unterdurchschnittlichem Einkommen.

Geringere Arbeitsbelastung, längeres Leben

Der Grund dafür ist den Forschern zufolge vermutlich, dass Menschen mit höheren Bildungsabschlüssen meist auch Berufe mit höherem Einkommen und "verträglicheren Arbeitsbedingungen" haben. Anders gesagt: Ihre Arbeitsbelastung ist geringer, sie leben der Studie zufolge länger.

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Umgekehrt seien etwa körperlich anstrengendere Berufe häufig auch solche, bei denen ein niedrigeres Gehalt gezahlt werde. Wobei das Einkommen bei der Lebenserwartung eine geringere Rolle spiele als die Arbeitsbelastung, schreiben die Forscher in der Studie:

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"Personen jenseits des 65. Lebensjahres, die sehr hohen Arbeitsbelastungen ausgesetzt waren, haben ein deutlich höheres Mortalitätsrisiko als Personen mit sehr niedrigen Arbeitsbelastungen. Die Wirkungen der Arbeitsbelastungen scheinen also auch über die Erwerbsphase hinaus fortzuwirken."

So steigt die Lebenserwartung in Deutschland

Die Forscher mahnen eine "Reduzierung von Arbeitsbelastungen" an, außerdem müsse "die Förderung von menschengerechter Arbeit ein vordringliches Ziel bleiben".

Die Lebenserwartung in Deutschland steigt. Den Wissenschaftlern zufolge wird statistisch gesehen die Hälfte der Männer, die im Jahr 1960 geboren wurden, voraussichtlich 86 Jahre alt werden - sofern sie das Alter von 65 überschritten haben. Frauen dieses Jahrgangs werden demnach im Schnitt sogar 90 Jahre alt. Die Generation zuvor lebte im Schnitt noch fünf Jahre weniger.

Doch jenseits dieser statistisch errechneten Lebenserwartung spielen offenbar weitere Faktoren wie die Arbeitsbelastung eine Rolle. Oder, auch zu diesem Ergebnis kommen die Forscher in ihrer Studie: Frauen haben mit 65 Jahren eine höhere fernere Lebenserwartung als gleichaltrige Männer.

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