Alzheimer: Neuer Test kann Krankheit schon 8 Jahre vorher erkennen

Alzheimer hat sich längst zur Volkskrankheit entwickelt. Sie ist nicht heilbar, dafür wird die Erkrankung zu spät diagnostiziert. Jetzt haben Forscher ein vielversprechendes Verfahren für eine Früherkennung entwickelt. Damit könnten die Chancen auf eine Therapie steigen.

Ist bald eine Früherkennung für Alzheimer möglich?
Ist bald eine Früherkennung für Alzheimer möglich?Foto-Quelle: Gerd Altmann/pixabay (Symbolbild)

Bislang kann eine Alzheimerkrankung erst erkannt werden, wenn sich bereits die typischen Plaques im Gehirn gebildet haben. Dann ist nach jetzigem Forschungsstand keine wirksame Therapie mehr möglich.

Sollte Frühtest Therapie möglich machen?

Forscher aus Bochum haben ein zweistufiges Verfahren entwickelt, das die Erkrankung allerdings schon früher erkennen kann – so legen es die Wissenschaftler um Klaus Gerwert Ruhr-Uni Bochum in der Fachzeitschrift i„Alzheimer’s and Dementia: Diagnosis, Assessment and Disease Monitoring“ dar.

„Damit ist ein neuer Weg für sehr frühe Therapieansätze geebnet, bei dem die bisher erfolglosen Medikamente und einstigen Hoffnungsträger vielleicht doch noch wirken könnten“, sagt der Molekularbiologe Klaus Gerwert in einer Mitteilung.

Protein gibt Hinweis auf Alzheimererkrankung

Schlüssel zu dem Test ist ein Fehlverhalten von Proteinen: Schon lange vor den ersten Symptomen faltet sich das Protein Amyloid-Beta bei Alzheimerpatienten falsch, wie die Universität darlegt. Den Forschern gelang es, diese Fehlfaltung mittels eines einfachen Bluttests zu diagnostizieren und damit im Mittel acht Jahre vor dem Auftreten erster klinischer Symptome die Erkrankung feststellen.

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Test zunächst nicht zuverlässig genug

Für die klinische Anwendung war der Test allerdings noch nicht geeignet, denn er erkannte zwar 71 Prozent der Alzheimerfälle in symptomlosen Stadien, jedoch wurden neun Prozent der Studienteilnehmer*innen fälschlicherweise positiv diagnostiziert.

Zweiter Biomarker soll Sicherheit schaffen

Deshalb ergänzten die Forscher das Verfahren mit dem ursprünglichen Bluttest zur Identifizierung von Hochrisiko-Personen. Hierbei dient das so genannte Tau-Protein, das sich in der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit befindet, als demenzspezifischer Biomarker.
„Durch die Kombination beider Messungen wurden in unserer Studie 87 von 100 Alzheimererkrankte richtig erkannt“, erläutert Gerwert. „Die falsch positiv getesteten Gesunden konnten wir sogar auf 3 von 100 reduzieren.“

Uni arbeitet daran, Test allein durch Blutuntersuchung zu ermöglichen

Der Bluttest zur Untersuchung des ersten Proteins wurde den Angaben zufolge am Lehrstuhl für Biophysik zu einem voll automatisierten Verfahren ausgebaut. Nun arbeitet die Ruhr-Uni daran, auch den zweiten Biomarker im Blut zu detektieren, damit das gesamte Testverfahren blutbasiert und damit unaufwändiger wird.

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