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Ein Zusammenhang zwischen Impfungen und einer späteren MS-Diagnose ist eher unwahrscheinlich.Foto-Quelle: Pixabay
Forscher beweisen: Impfungen erhöhen MS-Risiko NICHT

Seit Jahren warnen Impf-Gegner, dass Impfungen das Risiko, an Multipler Sklerose zu erkranken, erhöhen. Jetzt fanden deutsche Forscher im Rahmen einer groß angelegten Studie heraus: Die Behauptung ist falsch. Ein Zusammenhang sei unwahrscheinlich.

Letztlich können wir aufgrund der großen Datenmenge klar sagen, dass es keinen Hinweis darauf gibt, dass sich die Wahrscheinlichkeit für eine MS-Erkrankung oder das Auftreten eines ersten MS-Schubs durch Impfungen unmittelbar erhöht

, so Studien-Autor Alexander Hapfelmeier von der Technischen Universität München.

Bei MS handelt es sich um eine neurologische Autoimmunerkrankung, bei der das eigene Immunsystem Gehirn und Rückenmark angreift. Die Krankheit trifft hauptsächlich jüngere Mensch vor dem 40. Lebensjahr. Jahrelang wurde immer wieder über einen möglichen Zusammenhang mit Impfungen diskutiert.

MS-Patienten ließen sich weniger impfen

In einer Studie mit über 200.000 Personen, darunter mehr als 12.000 MS-Patienten, analysierten die Wissenschaftler Daten der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns. Professor Bernhard Hemmer, Direktor der Neurologischen Klinik und Poliklinik am TUM-Universitätsklinikum rechts der Isar, und sein Team untersuchten, ob es besagten Zusammenhang des Impfverhaltens der Probanden und eine MS-Erkrankung gebe.

Das Ergebnis, das im Fachjournal "Neurology" abgedruckt wurde: MS-Patienten ließen sich fünf Jahre vor ihrer Diagnose sogar seltener impfen als Personen, die nicht erkrankten. Einen Zusammenhang zwischen der Krankheit und Impfungen (hier: Pneumokokken, Meningokokken, Mumps, Masern, Röteln, Windpocken, Humane Papilloma Virus, Hepatitis A und B, FSME, Grippe) sei daher unwahrscheinlich.

Impfung als Schutz vor MS?

Besonders auffällig: Am größten war der Effekt bei Impfungen gegen Grippe, FSME und Hepatitis. Menschen der Kontrollgruppe ließen sich deutlich häufiger impfen als spätere MS-Patienten.

Möglicherweise schützen Impfungen vielleicht sogar vor Multipler Sklerose. Studien-Autor Alexander Hapfelmeier sagte:

Die Ursachen kennen wir noch nicht. Vielleicht nehmen Menschen lange vor ihrer Diagnose die Krankheit wahr und verzichten deshalb auf zusätzliche Belastungen für das Immunsystem. Solche Effekte zeigen sich auch in unseren Daten. Oder die Impfung hat einen protektiven Effekt und hält das Immunsystem von Attacken gegen das Nervensystem ab.

Weiter untersuchten die Forscher, ob der fehlende Zusammenhang auch für andere chronische Krankheiten wie Morbus Crohn und Schuppenflechte gilt. Hier fiel auf: MS-Patienten ließen sich fünf Jahre vor der Diagnose ähnlich oft impfen wie Gesunde. Der Effekt gelte daher ausschließlich für ein MS-Risiko.

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