Vorhofflimmern - durch dieses Herzstolpern erhöht sich das Schlaganfall-Risiko

Egal, für wen oder was Ihr Herz auch schlägt: Es sollte im richtigen Rhythmus pulsieren. Doch dies ist bei vielen Menschen nicht der Fall. Sie leiden unter einer Herzrhythmusstörung – manchmal, ohne es selbst zu wissen. Weshalb das so gefährlich ist und wie sich Herzstolpern anfühlt, erfahren Sie hier.

Gefährliches Herzstolpern - Dann müsst ihr schnell zum Arzt
Gefährliches Herzstolpern - Dann müsst ihr schnell zum ArztFoto-Quelle: Pixabay

Die häufigste Form einer anhaltenden Herzrhythmusstörung ist Vorhofflimmern (VHF) - oft auch als Herzstolpern bezeichnet. Rund 1,8 Millionen Deutsche sind derzeit daran erkrankt. Und die Zahl wird voraussichtlich steigen: Jeder vierte Erwachsene mittleren Alters aus einem Industrieland wird in seiner verbleibenden Lebenszeit Vorhofflimmern entwickeln.

„Herzstolpern beschreibt das unangenehme Wahrnehmen des Herzschlags, der plötzlich anders ist als üblich“, erklärt der Kardiologe und Pharmakologe Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Herzspezialist der Deutschen Herzstiftung, im Ratgeber „Leben mit Herzrhythmusstörungen“.

Lesen Sie auch:
Stress mit dem Chef führt zu DIABETES und BLUTHOCHDRUCK

Zwar ist Vorhofflimmern allein nicht lebensgefährlich, durch diese Herzrhythmusstörung steigt jedoch das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Bei Patienten mit Vorhofflimmern ist dies fünfmal wahrscheinlicher als bei Menschen, die kein Vorhofflimmern haben. Bei älteren Menschen über 65 Jahren ist dieses Risiko besonders hoch.

Bei Warnzeichen schnell zum Arzt

Die Diagnose ist gar nicht so einfach: Denn die Symptome für Vorhofflimmern können sehr unspezifisch sein. Manche Betroffene spüren beispielsweise ein starkes Herzrasen. Auch Antriebslosigkeit, Atemnot, Brustschmerzen, Erschöpfung, Schwindel- oder Schlafstörungen können auf Vorhofflimmern hinweisen.

Doch das ist nicht in jedem Fall so: Einige Menschen haben oft gar keine Beschwerden und ahnen daher nicht, dass sie Vorhofflimmern haben. Zumal diese Herzrhythmusstörung anfangs meist nur ab und zu auftritt.

All dies kann eine frühzeitige Diagnose manchmal schwierig machen. Die Diagnose erfolgt immer durch einen Arzt. Er stellt mithilfe eines EKGs (Elektrokardiogramm) fest, ob ein Patient Vorhofflimmern hat.

Kardiologe und Pharmakologe Prof. Dr. med. Thomas Meinertz ist Herzspezialis ...
Kardiologe und Pharmakologe Prof. Dr. med. Thomas Meinertz ist Herzspezialist der Deutschen HerzstiftungFoto-Quelle: Deutsche Herzstiftung

„Eine hohe Dringlichkeit einer Herz-Untersuchung ist geboten, wenn Betroffene zusätzlich unter Schwindel, Luftnot, Brustschmerz oder gar Ohnmacht leiden. Diese vier Warnzeichen deuten auf eine ernste Herzerkrankung als Auslöser hin“, weiß Meinertz.

Wann muss Herzstolpern behandelt werden?

Hat das Herzstolpern eine harmlose Ursache, wie etwa ein Ungleichgewicht im Elektrolythaushalt, beispielsweise verursacht durch starkes Schwitzen oder Kaffee, ist keine Therapie notwendig. „Einzelne Extrasystolen aus den Herzvorhöfen sind harmlos und beim Fehlen von anderen Herzerkrankungen mit einfachen Mitteln, zum Beispiel dem Verzicht auf Kaffee oder Alkohol in den Griff zu bekommen“, sagt Meinertz.

IM VIDEO | Knöchel-Arm-Index: So ermitteln Sie ganz einfach Ihr Schlaganfall-Risiko


Herzstolpern sollte immer dann behandelt werden, wenn Patienten unter dem unregelmäßigen Puls leiden, also in ihrer Lebensqualität eingeschränkt sind. Oder wenn die Gesundheit des Patienten durch die Herzrhythmusstörung gefährdet ist. Vorhofflimmern – anfallsweise oder anhaltend – bedarf einer speziellen Therapie. Hierzu gehört auch die Verhinderung von Schlaganfällen durch verschleppte Blutgerinnsel.

Puls messen

Doch auch Patienten selbst können dazu beitragen, dass Vorhofflimmern frühzeitig erkannt wird – und zwar durch eine vergleichsweise einfache Methode: Indem sie regelmäßig ihren Puls messen.

Spüren oder stellen Sie beim Pulsmessen unregelmäßige Herzschläge fest, kann dies unter Umständen ein erstes Anzeichen für Herzstolpern sein. Damit können Betroffene dem Arzt womöglich wichtige Hinweise für die Diagnose liefern.

Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.